Osnabrück Dezimierte Girolive-Panthers feiern Statement-Sieg im Spitzenspiel
Das erste volle Hallensport-Wochenende des Jahres stand ganz im Zeichen der schwierigen Witterungsverhältnisse. Während gleich zwei Spiele mit regionaler Beteiligung abgesagt wurden, fand eine Partie trotz widriger Umstände statt. Mit dem besten Gefühl aller Teams gehen aber wohl die Artland Dragons und die Girolive-Panthers aus dem Wochenende.
Beeindruckend sind die Zweitliga-Basketballer der Artland Dragons und die Bundesliga-Basketballerinnen der Girolive-Panthers in die Erfolgsspuren zurückgekehrt. Den Volleyballerinnen des VC Osnabrück ging derweil im Tie-Break die Puste aus. Und der VfL Lintorf haderte weniger mit dem Ergebnis als mit den Umständen des Gastspiels in Brühl. Zwei Spielabsagen gab es obendrauf am winterlichen Hallensport-Wochenende.
Einen Statement-Sieg feierten die Bundesliga-Basketballerinnen der Girolive-Panthers in eigener Halle gegen die zweitplatzierten Saarlouis Royals. Trotz weiterhin großer personeller Probleme gewannen die drittplatzierten Osnabrückerinnen mit 73:65 und feierten den ersten Erfolg nach fünf Pflichtspielpleiten in Serie. Wichtig: Weil der Sieg mit acht Punkten Vorsprung ausfiel, haben die Panthers den direkten Vergleich mit Saarlouis gewonnen, was am Saisonende vielleicht den Ausschlag für eine bessere Playoff-Platzierung geben könnte.
Erneut ging das Team von Trainer Sasa Cuic mit einer kleinen Rotation in ein Ligaspiel. Im Vorfeld der Partie sickerte durch, dass Centerin Brianna Rollerson wegen einer Fußverletzung mindestens zwei Monate fehlen wird. Neuzugang Milica Popovic stand krankheitsbedingt nicht im Kader, sodass die OSC-Frauen nur mit sieben Profi-Spielerinnen antraten. Dennoch starteten die Osnabrückerinnen stark in die Partie, provozierten Ballverluste der Royals und trafen vor allem aus der Drei-Punkte-Distanz besser als die Gäste. Die Wurfquoten waren insgesamt aber schwach. Das erste Viertel ging mit 13:9 an die Panthers, die zur Pause mit 29:26 führten.
Durch frühe Foulprobleme von Milica Cuic schrumpfte die Panthers-Rotation im zweiten Durchgang faktisch auf nur noch sechs Spielerinnen. Trotz der Abwesenheit von Rollerson dominierten die Gastgeberinnen unter dem Korb und entschieden das Rebound-Duell am Ende mit 36:27 für sich. Im dritten Viertel entwickelte sich ein kleiner Shootout, der mit 27:24 an die Panthers ging. In den letzten Abschnitt gingen die OSC-Frauen mit einer Acht-Punkte-Führung, die sie bis zum Ende hielten und letztlich einen ungefährdeten Sieg feierten.
Das Fazit von Cuic war entsprechend: „Das war heute top, die beste Defense dieses Jahr. Wir haben einen tollen Job in der Verteidigung gemacht und das Spiel dort gewonnen. Das hat uns auch für die Offense Energie gegeben.“ Die Last der vielen Ausfälle verteilte sich am Ende auf mehrere Schultern: Neuzugang Lina Loceniece war mit 19 Punkte beste Werferin der Panthers. Mit Lina Sontag (16), Kennedy Dickie (15) und Johanna Klug (14) trafen vier Spielerinnen zweistellig. Océane Monierre glänzte mit zwölf Assists und sechs Steals. Am kommenden Sonntag (16 Uhr) geht es für die Panthers zum nächsten Topspiel zu Alba Berlin.
Die Artland Dragons haben einen würdigen Abschluss einer für sie hervorragenden Hinrunde in der ProA gefunden. Nach zuvor zwei Niederlagen in Folge gewannen die Quakenbrücker Basketballer gegen die VfL Sparkassenstars Bochum mit 104:87 (49:37) und sind nach der Hälfte der Saison mit elf Siegen und fünf Niederlagen sehr guter Fünfter. Im Spiel gegen Bochum zeigte das Team ein weiteres Mal, welch großes Offensivpotenzial in ihm steckt.
„Es hilft, wenn man Spieler hat, die sich ihren eigenen Wurf kreieren können. Im dritten Viertel läuft dann Ben Burnham heiß, als es sonst ein bisschen bei uns gehapert hat“, sagte Trainer Hendrik Gruhn und führte weiter aus: „Wir haben uns heute viele freie Würfe rausgespielt und sehr gut umgesetzt, was wir unter der Woche im Training erarbeitet haben.“ Ein Sonderlob gab es neben dem überragenden Burnham (29 Punkte, 13 von 14 Würfe aus dem Feld) für Timo Lanmüller: „Er arbeitet so hart im Training, nimmt so viele Würfe, ist früher da und bleibt länger. Es ist schön zu sehen, dass es heute aufgegangen ist“, sagte Grühn über seinen Spieler, der mit 21 Punkten einen Karrierebestwert auflegte und fünf von sieben Dreiern traf.
Bochum, angetreten ohne drei deutsche Rotationsspieler, hatte von Beginn an Probleme mit dem Tempo der Dragons mitzuhalten. Die Gastgeber, bei denen Linus Ruf nach Erkrankung noch einmal passen musste, dafür aber Linus Trettin erstmals seit längerer Zeit wieder dabei war, punkteten recht konstant, standen sich aber auch ein bisschen selbst im Weg. Viele einfache Ballverluste hielten den VfL halbwegs im Spiel. Nach dem Wechsel sorgte dann Burnham mit elf Punkten und einigen spektakulären Dunks innerhalb von nichtmal vier Minuten für Ruhe, sodass die Drachen schließlich zum siebten Mal in dieser Saison mehr als 100 Zähler erzielten.
War das Glas am Samstagabend halb voll oder halb leer für die Zweitliga-Volleyballerinnen des VC Osnabrück nach der 2:3-(25:20, 25:27, 22:25, 25:22, 3:15)-Niederlage gegen den Tabellenfünften TUSA City Girls Düsseldorf? Diese Frage dürfte den Verantwortlichen und den Spielerinnen sicherlich durch den Kopf gegangen sein. Trainer Gunnar Kraus beantwortet sie so: „Wir haben geradeso einen Punkt gewonnen, mehr hat die aktuelle Verfassung leider nicht zugelassen, mehr war nicht drin.“
Die VCO-Frauen kämpften sich nach einem 1:2-Satzrückstand im vierten Durchgang durch die stark aufspielenden Lea Koopmann, Merit Dresing, Maja Lange und Maya Sendner zurück in die Partie. Im entscheidenden Tie-Break verließen den VCO aber endgültig die Kräfte, Düsseldorf gewann mit 15:3 und holte sich den Sieg. „Die wenigen Trainingseinheiten nach Weihnachten haben nicht ausgereicht, um nach der Pause schnell wieder auf Zweitliganiveau zu kommen. Düsseldorf hat sich nach ebenfalls nicht so gutem Start gefangen und dann guten, schlichten Volleyball gezeigt, was letztlich zum verdienten Sieg geführt hat“, resümierte Kraus.
Trotzdem sind die Aufsteigerinnen zufrieden, beenden sie die Hinrunde doch mit 14 Zählern auf dem achten Rang. Der Blick des Trainers auf die Rückrunde, die am kommenden Samstag mit einem Heimspiel gegen den Schweriner SC II beginnt, gestaltet sich entsprechend optimistisch, aber auch mahnend: „Schade, dass wir noch nicht weiter sind, aber es ist trotzdem allzu normal, wir sind Aufsteiger. Wir gehen jetzt in eine intensive Trainingswoche und werden besonders an die Stärken der Mädels appellieren.“
Die Drittliga-Volleyballer des VfL Lintorf haben ihr Gastspiel beim Brühler TV knapp mit 2:3 (25:20, 16:25, 23:25, 25:19, 14:16) verloren und die dritte Niederlage in Folge kassiert. Dabei stand allerdings nicht das Spiel an sich im Fokus, sondern dessen Umstände. Denn im Vorfeld hatte vieles auf eine Absage hingedeutet. Doch der Gegner bestand trotz der Bitte der Wittlager auf eine Austragung.
„Wir haben diskutiert hinzufahren oder nicht anzutreten. Es ist nur Volleyball und das Risiko nicht wert. Ich habe es daraufhin Jedem freigestellt, hinzufahren oder zu Hause zu bleiben. Die Jungen im Team um Kapitän Nico auf der Masch haben den Bulli aber voll gemacht und sind zu Neunt hingefahren“, erzählt VfL-Trainer Ewald Derksen. Fünf Kaderplätze blieben am Samstag somit unbesetzt, auch Derksen selbst fuhr nicht mit. Umso größer war die Freude über das Ergebnis: „Sie waren bis in die Haarspitzen motiviert, haben es in den Tie-Break geschafft und nehmen damit immerhin einen Punkt mit zurück.“
Wetterbedingt konnten die Zweitliga-Basketballerinnen des BBC Osnabrück und die Drittliga-Handballer des TV Bissendorf-Holte ihre Spiele nicht austragen. Das Gastspiel des BBC beim Schlusslicht Hürther BC fiel den winterlichen Bedingungen genauso zum Opfer wie das Heimspiel des TVBH am Sonntag gegen den OHV Aurich. Wann die Partien nachgeholt werden, ist aktuell noch offen.