Musikalische Spendenaktion  KPop-Hit und ABBA-Medley kamen besonders gut an

Werner Jürgens
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Von Werner Jürgens
| 11.01.2026 11:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
In diesem Jahr erspielte Heinz-Wilhelm Schnieders mit seiner Drehorgel 7150 Euro für den guten Zweck. Foto: privat
In diesem Jahr erspielte Heinz-Wilhelm Schnieders mit seiner Drehorgel 7150 Euro für den guten Zweck. Foto: privat
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Der Auricher Drehorgelspieler Heinz-Wilhelm Schnieders hat wieder für den guten Zweck gesammelt und eine neue persönliche Bestmarke aufgestellt. Wofür er das Geld nun spendet.

Aurich - Auch Ende 2025 war Heinz-Wilhelm Schnieders aus Aurich wieder in Norddeutschland auf Weihnachtsmärkten und in Fußgängerzonen unterwegs, um mit seiner Drehorgel Musikwünsche zu erfüllen und Spenden zu sammeln. Dieses Mal hat es sich besonders gelohnt. „Ich habe 7150 Euro eingenommen“, teilte Schnieders nach dem Kassensturz jetzt mit. „So viel hatte ich noch nie.“

Das Geld geht an Projekte der internationalen Kindernothilfe. In der Vergangenheit lagen die Spendensummen „meistens um die 5000 Euro“ erzählt der Drehorgelspieler. „In diesem Jahr hatte ich das Glück, dass zum einen das Wetter einigermaßen mitgespielt hat und ich zum anderen nicht krank geworden bin.“

Mehr als einen Monat lang unterwegs

Hinzu gesellte sich eine umfangreiche Berichterstattung in den lokalen Medien. „Die Leute haben mich immer wieder angesprochen, dass sie durch einen der zahlreichen Presseartikel auf mich aufmerksam geworden sind“, meint Schnieders. Vom Donnerstag vor dem ersten Advent bis zum Montag nach Weihnachten war Schnieders fast jeden Tag irgendwo in Ostfriesland, Oldenburg, Osnabrück oder im Emsland im Einsatz. „Allein am letzten Montag ist noch einmal so viel Geld wie an sämtlichen Montagen zuvor gespendet worden“, berichtet Schnieders. „Vor allem die Touristen haben sich sehr darüber gefreut, dass noch ein bisschen weihnachtliche Stimmung da war.“

Dabei umfasst sein Repertoire, das er auch schon auf diversen Tonträgern verewigt hat, keineswegs nur Weihnachtslieder, sondern geht von Rock, Pop und HipHop über internationale Folklore aus Afrika, Südamerika und Fernost bis hin zu Titeln aus den aktuellen Charts.

Kinderwünsche spülten Spenden in die Kasse

Möglich ist das, weil der studierte Musiklehrer seine Arrangements per Computerprogramm selber erstellt. „Der Computer ersetzt mir aber nur das Lochband“, erläutert Schnieders das Prinzip. „Die Pfeifen werden über das Programm elektromagnetisch angesteuert. Abgesehen davon läuft alles genauso wie bei einer herkömmlichen Drehorgel.“

Deswegen ist er auch in der Lage, fast jeden Musikwunsch prompt zu erfüllen, wie zum Beispiel den KPop-Song „Golden“, der 2025 einer der Sommerhits war und entsprechend oft nachgefragt wurde. „Den haben sich vor allem die Kinder gewünscht und ihre Eltern daraufhin animiert, Geld in meine Box zu werfen“, verrät der Drehorgelmann. „Manche haben sogar zur Musik getanzt. Ansonsten hatte ich noch ein ABBA-Medley, das ungefähr 20 Minuten dauert. Das ist ebenfalls gigantisch gut angekommen und zwar überraschenderweise auch bei den jungen Leuten.“

Spendenbetrag wird durch Ministerium vervierfacht

Das Geld, das Schnieders eingenommen hat, wird er komplett an die Kindernothilfe spenden und zwar für Projekte, die nach der „1+3=4“-Formel finanziert werden. Die Kindernothilfe übernimmt einen Anteil von 25 Prozent. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung legt noch einmal 75 Prozent obendrauf. Die Gesamtfördersumme, die Schnieders dieses Mal mit seiner Drehorgel erspielt hat, beläuft sich somit unter dem Strich auf stolze 28.600 Euro.

Gefördert werden damit „zeitlich befristete, nachhaltige Entwicklungsprojekte, die stets sämtliche Strukturen einbeziehen – von der Dorfgemeinschaft bis hin zur nationalen politischen Ebene“, wie es in einer Presseinformation der Kindernothilfe heißt. Das bedeute, dass die Kindernothilfe immer mit lokalen Partnern zusammenarbeite, mit Kindern und Erwachsenen vor Ort spreche und dann gemeinsam Lösungen finde, die Mädchen und Jungen in ihrem Lebensumfeld nachhaltig unterstützen.

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