Utting  Warum ein regelmäßiger Depotcheck für Anleger wichtig ist

Gian Hessami
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Von Gian Hessami
| 10.01.2026 13:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Verluste begrenzen und Gewinne laufen lassen – eine einfache Regel, die in der Praxis oft schwerfällt. Foto: Monika Skolimowska/dpa
Verluste begrenzen und Gewinne laufen lassen – eine einfache Regel, die in der Praxis oft schwerfällt. Foto: Monika Skolimowska/dpa
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Wie regelmäßige Depotchecks helfen, Risiken im Portfolio frühzeitig zu erkennen. Auch Kosten und die Auswahl des Brokers spielen eine wichtige Rolle.

„Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich.“ Diese Weisheit gab André Kostolany (1906-1999) einst Anlegern mit auf den Weg.

Was der weltweit anerkannte Börsenguru damit sagen wollte: Substanzhaltige Aktien entwickeln sich in der Regel langfristig positiv. Das ständige Kaufen und Verkaufen von Wertpapieren bringt dagegen meist nichts – schon deshalb, weil für jeden Kauf und Verkauf Gebühren anfallen.

Dennoch ist es sinnvoll, sein Anlagedepot regelmäßig auf den Prüfstand zu stellen: Welche Positionen meines Portfolios sind wie gelaufen? Wie viel Potenzial steckt noch in meinen Investments? Und sollte ich bestimmte Werte verkaufen und dafür andere kaufen? Wichtig ist, dass Anleger den Depotcheck regelmäßig vornehmen. Der Jahreswechsel kann dafür ein guter Anlass sein.

Anleger sollten vor jedem Investment für sich definieren, welche Verluste sie an der Börse maximal in Kauf nehmen wollen. Eine schlechte Angewohnheit vieler Investoren ist es, einzelne Positionen, mit denen sie Verluste erleiden, nicht abzustoßen – in der Hoffnung, dass sie irgendwann wieder in die Gewinnzone kommen.

Eine einfache Rechnung macht klar, dass diese Haltung eher Wunschdenken als Realität ist. Wenn man zum Beispiel mit einer Aktie 50 Prozent im Minus ist, muss die Aktie von diesem Niveau aus um 100 Prozent (50 Euro) steigen, um wieder auf „Plus-Minus-Null“ zu kommen.

Eine der ältesten Anlage-Weisheiten ist es, nicht „alle Eier in einen Korb zu legen“. Denn fällt der Korb auf den Boden, könnten alle „Eier“ – sprich alle Vermögenswerte – zu Schaden kommen. Um ein Portfolio ausgewogen zu gestalten, sollte man daher in verschiedene Werte investieren, die sich unabhängig voneinander entwickeln.

Ansonsten entstehen Klumpenrisiken. Ein Zauberwort beim Depotcheck heißt deshalb „Rebalancing“: Das Portfolio soll möglichst „ausbalanciert“ sein.

Dabei werden Positionen, die besonders stark an Gewicht im Depot gewonnen haben, verkauft und Positionen, die an Gewicht verloren haben, zugekauft. So stellt man die ursprüngliche Verteilung und damit das gewünschte Rendite-Risiko-Profil wieder her.

Wenn Anleger etwa mit 50 Prozent ihres Einsatzkapitals in Aktien und 50 Prozent in Anleihen investieren möchten, sollten sie dieses Verhältnis regelmäßig überprüfen und bei Bedarf umschichten.

Ein oft unterschätzter Faktor bei der Geldanlage sind die Nebenkosten, die bei Investments anfallen. Dazu gehören etwa die Transaktions- und Depotgebühren, welche die Bank oder der Online-Broker Kunden in Rechnung stellt.

Deshalb kann es sich lohnen nachzusehen, ob sich nicht ein anderer (kostengünstigerer) Broker findet. Die Frage „Welcher Broker ist der Beste?“ muss jeder für sich beantworten. Dazu sollte man sich die Gebühren der Anbieter ansehen, etwa über deren Internetseiten.

Ein Beispiel für einen kostengünstigen Broker ist Smartbroker+. Dort fallen keine Depotgebühren an. Ab einem Ordervolumen von 500 Euro kann man über die Börse Gettex zu 0 Euro handeln (zuzüglich marktüblicher Spreads). Bei Stiftung Warentest (12/2025) ging Smartbroker+ als Kostensieger in allen getesteten Depotgrößen hervor.

Auch im Depottest 2026 von biallo.de (www.biallo.de/depot/ratgeber/depottest/) liegt Smartbroker+ vorn, zusammen mit dem Konkurrenten Traders Place.

Die Direktbank ING bietet ebenfalls eine kostenlose Depotführung an. Für 4,90 Euro plus 0,25 Prozent vom Kurswert können Kunden Wertpapiere handeln. Jüngere (von 18 bis 27 Jahre) haben mit dem „Direkt-Depot Young“ die Möglichkeit, extra günstig zu investieren. Die Ordergebühr liegt hier bei 1,90 Euro.

Ein drittes Beispiel ist willbe, die digitale Vermögensverwaltung der Liechtensteinischen Landesbank (LLB). Der Anbieter verwaltet das Vermögen der Kunden durch ein Gewinn- und Risikomanagement. Die Kunden selbst müssen sich nicht um die Geldanlage kümmern. Dafür fallen jährliche Kosten von 0,49 Prozent des durchschnittlichen Anlagebetrags an.

Eine Besonderheit ist das angebotene „Golddepot“: Hiermit investieren Anleger in Anteile physischer Goldbarren, die für Kunden in Liechtenstein aufbewahrt werden. Investitionen sind bereits ab einem Gramm möglich. Es gibt keine Gebühren beim Kauf und Verkauf. Die Lagergebühren betragen 0,5 Prozent pro Jahr.

Der regelmäßige Depotcheck kann dazu beitragen, erfolgreich zu investieren. Die eigene Geldanlage zu überprüfen, bedeutet nicht, dass das Depot verändert werden muss. Wichtig ist, dass Anleger nach wie vor zu ihren Investments stehen. Ist das nicht mehr der Fall, sollten sie entsprechend handeln.

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