Osnabrück  Testspiel-Auftakt geglückt: VfL Osnabrück schlägt RW Oberhausen 5:2

Benjamin Kraus
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Von Benjamin Kraus
| 09.01.2026 17:34 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Machte gegen RWO eine auffällige Partie: Bernd Riesselmann (vorn). Foto: Helmut Kemme
Machte gegen RWO eine auffällige Partie: Bernd Riesselmann (vorn). Foto: Helmut Kemme
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Der VfL Osnabrück ist mit einem Testspiel-Sieg ins Fußball-Jahr 2026 gestartet: Gegen RW Oberhausen gab es nach 90 intensiven Minuten einen auch in der Höhe verdienten 5:2-Sieg. Wer Pluspunkte sammeln konnte - und wer am Samstag gegen den FC Schalke 04 gefordert ist.

Die vermeintliche zweite Reihe hat geliefert - nun sind die Stammspieler gefordert: Am Tag vor der Generalprobe des VfL Osnabrück an diesem Samstag gegen Zweitliga-Tabellenführer FC Schalke 04 (Samstag, 14 Uhr, Bremer Brücke) haben die Lila-Weißen den Testspiel-Auftakt ins Jahr 2026 gegen West-Regionalligist RW Oberhausen verdient mit 5:2 gewonnen. Der Sieg in einer durchaus temporeichen Partie unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf dem gut bespielbaren Platz auf dem Schinkelberg war auch in der Höhe verdient.

Wobei VfL-Trainer Timo Schultz das Resultat in Relation setzte dazu, dass Oberhausen als klassentieferes Team erst am Beginn der Vorbereitung steht und auf Mittelfeldstütze Eric Gueye (angeschlagen) verzichten musste. „Klar ist aber auch, dass wir uns im letzten Sommer und Herbst gegen Regionalligisten schon schwerer getan haben - das zeigt: Wir haben uns entwickelt. Nur die Gegentore ärgern mich nach zwei individuellen Fehlern“, sagte Schultz.

Der VfL-Trainer ließ gegen den Tabellendritten der Regionalliga West zentral in der Abwehrkette den nach Jeddeloh verliehenen Ibrahim Touray neben Yigit Karademir und Niklas Wiemann ran - ein spontaner Einsatz, der mit Jeddeloh-Trainer Björn Lindemann abgesprochen war und sich lohnte, weil der 19-Jährige seine Sache gut machte. Zwischen Tony Lesueur und Kevin Schumacher auf den Schienen agierten Kevin Wiethaup und Robert Tesche im Mittelfeldzentrum. Vorn begann Bernd Riesselmann als Spitze, dahinter agierten Lars Kehl und Luc Ihorst.

Oberhausen begann mit der potenziellen Startelf um Routinier Moritz Stoppelkamp, die höherklassig erfahrenen Führungsspieler Alexander Mühling und Michel Niemeyer sowie dem bisher besten Torschützen Seok-ju Hong (fünf Treffer). Trainer Sebastian Gunkel, der nur auf den angeschlagenen Eric Gueye verzichten musste, ließ seine Elf ebenfalls mit Dreierkette, einem dichten Mittelfeld und einer zentralen Spitze agieren.

Das Spiel begann bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und leichtem Nieselregen sehr munter, weil beide Teams versuchten, den Gegner früh zu pressen. Profiteur davon war Bernd Riesselmann, der einem lang aus der eigenen Hälfte geschlagenen Ball nachsetzte und den in dieser Szene nicht stabilen Niemeyer ganz leicht anschob, sodass dieser seinen herausstürzenden Torwart Kevin Kratzsch umrannte. Riesselmann nahm den Ball auf und vollendete ins leere Tor zum 1:0.

Osnabrück blieb dran: Nachdem Kehl nach einer guten Balleroberung von Wiethaup noch vorbeigezielt hatte, erhöhte letzterer mit einem 23-Meter-Aufsetzer ins lange Eck, an den Kratzsch zwar noch seine Finger brachte, diesen aber nicht mehr um den Pfosten lenken konnte. Weitere VfL-Tore nach Ecken lagen in der Luft, der Schuss von Routinier Tesche wurde aber geblockt und der Kopfball von Wiemann von Kratzsch gefischt.

Bei den Oberhausenern versuchte sich Stoppelkamp, mit 39 Jahren noch ein paar Monate älter als Tesche, immer wieder seitlich in freie Räume fallen zu lassen, um das Spiel anzukurbeln. Druck entwickeln konnten sie aber erstmals, als Ihorst sich behandeln ließ und der VfL in Unterzahl agierte, bevor ihn Youngster Luca Kröger ersetzte: Hongs abgefälschter Schuss trudelte noch am Pfosten vorbei, die folgende Ecke aber landete nach einem Luftduell mit Niemeyer im VfL-Tor - wohl vom Hinterkopf eines Osnabrückers. Kurz vor der Pause kam RWO sogar zum Ausgleich nach einem etwas ungeschicktem Einsteigen von Lesueur gegen Illia Poliakov, der den fälligen Elfmeter sicher versenkte.

Osnabrück aber agierte in dieser Phase keinesfalls schlechter und hätte selbst treffen können: Riesselmann setzte sich nach einem langen Ball von Tesche gut gegen den eingewechselten Simon Ludwig durch, scheiterte aber freistehend an Kratzsch beim Abschluss. Genauso wie kurz darauf Schumacher nach einem guten Spielzug über Tesche, Lesueur und Riesselmann - dazu zischte ein Schuss von Wiethaup über das Tor. Weil auf der Gegenseite Remberg gegen den durchgebrochenen Stoppelkamp parierte, ging es torlos in die Pause - vorausgegangen war ein Stellungsfehler von Lesueur, der nach vorn viel kreierte über seine Schnelligkeit und Dribbelstärke, nach hinten aber bisweilen etwas sorglos agierte.

Zur zweiten Halbzeit brachte Schultz Bryan Henning und stellte auf ein 3-1-4-2-System um: Kehl und Henning agierten nun hinter den Spitzen Kröger und Riesselmann, während sich Wiethaup tiefer auf die Sechs fallen ließ. Dazu tauschten Lesueur und Schumacher die Seiten - und regelten prompt in Co-Produktion mit der langen Flanke von Lesueur auf den ablegenden Schumacher die Vorarbeit zum 3:2 - Kehl musste den Ball nur noch per Kopf über die Linie drücken. Und erneut dauerte es nicht lange, bis der VfL erhöhte: Henning vollendete einen schönen Spielzug durchs Zentrum nach Vorarbeit von Kröger.

Der 16-Jährige hätte kurz darauf beinahe selbst getroffen - doch ein Platzfehler sorgte nach einem Wiethaup-Zuspiel für einen aufspringenden Ball im Moment des Abschlusses, sodass der Schuss über ein Abwehrbein im Toraus landete. Abgewehrt wurde auch Riesselmanns Versuch nach Vorarbeit von Kröger - so blieb es Niklas Wiemann vorbehalten, nach einer Ecke von Schumacher mit dem Schlusspfiff den 5:2-Endstand per Kopfball sicherzustellen. Oberhausen hatte in der zweiten Halbzeit nur einen Abschluss durch den eingewechselten Timur Kesim, der aber links am Tor vorbeiflog.

Gegen Schalke an diesem Samstag wird Neuzugang Julian Kania seine Premiere im VfL-Trikot feiern - ebenso werden die etablierten Akteure um Jannik Müller, Bjarke Jacobsen und Patrick Kammerbauer in der Startelf stehen. Die Partie soll ausgetragen werden, nur ein echtes Unwetter in der Nacht oder am Samstagmorgen könnte dies noch gefährden: Am Freitagabend war der Platz schnee- und eisfrei, die Rasenheizung an der Bremer Brücke läuft seit einigen Tagen. Für das Spiel gegen den Traditionsverein aus dem Ruhrgebiet sind bislang knapp 10.000 Tickets verkauft - vor allem auf den Stehtribünen gibt es aber noch Karten.

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