Automobile Nostalgie Willst Du Dein altes Motorrad wiederhaben?

Uwe Prins
|
Von Uwe Prins
| 09.01.2026 11:07 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Holger Peters vor dem Badesee in Großsander mit seiner Kawasaki Z 1000. Die Maschine ist inzwischen 49 Jahre alt – der Uplengener fuhr sie als Student und kaufte sie später zurück. Fotos: privat
Holger Peters vor dem Badesee in Großsander mit seiner Kawasaki Z 1000. Die Maschine ist inzwischen 49 Jahre alt – der Uplengener fuhr sie als Student und kaufte sie später zurück. Fotos: privat
Artikel teilen:

Holger Peters hatte Mitte der 80er Jahre eine Kawasaki Z 1000 aus den USA importiert und komplett neu aufgebaut, sich als Student von der Maschine getrennt und dann zurückgekauft.

Uplengen - Der Leseraufruf stößt auf große Resonanz: Immer neue Geschichte trudeln in der Redaktion ein: Holger Peters aus Großsander kann von einer Kawasaki Z 1000 erzählen, die er nach vielen Jahren wieder zurückgekauft hat.

Mitte der 80er Jahre hatte er mit einem Freund Kontakt zu einem Händler in der Nähe von Oldenburg aufgenommen, der sich auf den Import von Motorrädern aus den USA spezialisiert hatte. „Das hatte was von einem Überraschungs-Ei“, sagt er rückblickend. „Internet gab es noch nicht, wer kaufen wollte, bekam ein paar Papierfotos gezeigt.“ Alles andere war Vertrauen.

Auch Sonja Peters ist von der japanischen Maschine begeistert.
Auch Sonja Peters ist von der japanischen Maschine begeistert.

Die beiden Freunde wagten das Risiko aber trotzdem. Eigentlich war die Kawasaki (Baujahr 1977) als Teilespender gedacht. Der Freund benötigte dringend eine Gabel für seine eigene Z 1000. Alles andere würde sich schon ergeben…

Monate später wurde die Maschine geliefert. Der erste Eindruck war ernüchternd: „Eine massive Windjammerverkleidung entstellte die Linie des Motorrads, optisch war sie alles andere als ansprechend. Vergaser fehlten, die Sitzbank war nicht original, weitere Teile waren in schlechtem Zustand“, erinnert sich der Uplengener. Doch nach einer gründlichen Wäsche zeigte sich: Die beiden hatten ein Juwel erstanden. Der technische Zustand war hervorragend. Motor, Fahrwerk – alles war solide, gepflegt, voller Potenzial. „Diese Kawasaki war viel zu schade, um in Einzelteilen zu enden“, so Holger Peters.

Trockener Parkplatz: Die Kawasaki steht in "Hollis moi Stuuw".
Trockener Parkplatz: Die Kawasaki steht in "Hollis moi Stuuw".

Die Freunde einigten sich. Der eine nahm die benötigte Gabel, Holger übernahm den Rest der Maschine – und begann mit dem Wiederaufbau. Vergaser wurden besorgt, Teile zusammengesucht, ersetzt und angepasst – das Leben eines Hobbyschraubers. Geduld und Leidenschaft zahlten sich aber aus. „Das Motorrad lief schließlich wie eine Eins.“

Es folgte allerdings ein weiterer nervenaufreibender Kraftakt mit dem TÜV. Rund ein Jahr dauerte der Kampf um die Zulassung. Vorschriften waren streng, Umbauten erklärungsbedürftig, die Bürokratie mühsam. „Das war damals alles deutlich komplizierter als heute“, erinnert sich Holger Peters.

Doch schließlich hatte die Z 1000 ihre ersehnte Plakette. Und dann erfüllten sich Holger Peters und seine Freundin Sonja einen weiteren großen Traum – eine Tour über mehrere 1000 Kilometer Richtung Portugal. „Ein Motorrad, zwei Menschen – und das Gefühl von Freiheit.“ Es war eine Reise mit vielen, unbeschreiblichen Eindrücken.

1991 erfüllten sich Holger Peters und seine heutige Ehefrau Sonja einen großen Traum - eine Tour über mehrere 1000 Kilometer Richtung Portugal. Die Kawasaki war damals noch grün.
1991 erfüllten sich Holger Peters und seine heutige Ehefrau Sonja einen großen Traum - eine Tour über mehrere 1000 Kilometer Richtung Portugal. Die Kawasaki war damals noch grün.

Nach der Rückkehr aber holte den Studenten der Alltag ein. Auf dem Konto war Ebbe. „Meine Hausbank riet dringend dazu, das Motorrad zu verkaufen.“ Holger Peters trennte sich schweren Herzens. Vergessen konnte er seine Kawa aber nicht. Wie auch nach der intensiven Schrauberei und der fantastischen Reise?

Doch Ende der 90er Jahre, der Student war inzwischen Diplom-Kaufmann und handelte erfolgreich mit Immobilien, Sonja hatte er geheiratet, entdeckte er eine Kleinanzeige in der Zeitung. Eine Z 1000 wurde angeboten – Standort Moormerland.

Holger Peters fuhr sofort hin: Als sich die Haustür öffnete, fragte der Verkäufer mit einem Schmunzeln: „Na, willst du dein altes Motorrad zurück?“ Der Moormerländer hatte die Kawasaki in der Zwischenzeit optisch aufgewertet und einige Details liebevoll überarbeitet. Das Motorrad präsentierte sich in einem sehr guten Zustand. Für Holger gab es keine Diskussion, kein Zögern. Mit Tränen in den Augen kaufte Holger Peters seine Z 1000 zurück.

2024 wurde das Projekt vollendet: Die Z 1000 trug jetzt die 4-in-4-Auspuffanlage.
2024 wurde das Projekt vollendet: Die Z 1000 trug jetzt die 4-in-4-Auspuffanlage.

Bei schönem Wetter rollt die Kawasaki nun schon seit vielen Jahren über ostfriesische Landstraßen. Und jedes Mal schwingt ein Stück Vergangenheit mit. Ein Motorrad, zwei Menschen – und immer noch das Gefühl von Freiheit.