Berlin  Wie schädlich ist Streusalz für die Umwelt – und welche Alternativen gibt es?

Jakob Patzke
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Von Jakob Patzke
| 08.01.2026 18:27 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Streusalz ist in den meisten Kommunen verboten. Doch warum genau eigentlich? Foto: dpa/Christophe Gateau
Streusalz ist in den meisten Kommunen verboten. Doch warum genau eigentlich? Foto: dpa/Christophe Gateau
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Eisiges Winterwetter sorgt in Norddeutschland derzeit für glatte Straßen und Gehwege. Doch die Verwendung von Streusalz ist in den meisten Kommunen verboten. Was ist der genaue Grund?

Sturmtief Elli bringt in den kommenden Tagen frostiges Winterwetter mit reichlich Schneefall und Glättegefahr nach Norddeutschland. Mieter und Hausbesitzer müssen sich entsprechend darauf einstellen, regelmäßig Schnee vor ihrem Haus zu räumen und den Gehweg zu streuen.

Das hängt mit der sogenannten Verkehrssicherungspflicht zusammen. Wenn ein Fußgänger wegen Glätte vor dem Haus stürzt und sich schwere Verletzungen zuzieht, kann es für den Eigentümer richtig teuer werden.

Noch vor wenigen Jahren griffen viele Menschen bei solchen Wetterlagen zum Streusalz, um Fußwege bei Glätte sicherer zu machen. Nicht ohne Grund, denn das Mittel verspricht besondere Wirksamkeit. Es sorgt nicht nur für Rutschfestigkeit, sondern bringt auch Eis und Schnee bis etwa -10 Grad zum Schmelzen, indem es den Gefrierpunkt des Wassers heruntersetzt.

Mittlerweile ist das Streusalz in vielen Kommunen Deutschlands verboten beziehungsweise nur noch bei Extremwetter erlaubt. Das hat einen bestimmten Grund: Streusalz gilt als äußerst schädlich für die Umwelt. Nach Angaben des Naturschutzbundes (Nabu) leiden vor allem Tiere und Pflanzen unter dem Einsatz. Auch auf das Grundwasser kann sich das Salz negativ auswirken.

Über den Boden gelangt das Streusalz häufig in Pflanzen, wo es den Nährstoffhaushalt verändert. Die Folgen zeigen sich oftmals erst Monate oder Jahre später, wenn beispielsweise Bäume trotz ausreichender Niederschläge nach und nach vertrocknen. Gelangt das Salz über Schnee oder Wasser direkt auf die Pflanzen, kann es zudem zu Verätzungen kommen, ergänzt das Umweltbundesamt.

Für Tiere ist das Streusalz ebenfalls gefährlich. So kann das Salz die Pfoten von Hunden und Katzen angreifen, wodurch es zu Entzündungen kommt, warnt der BUND. Auch fressen viele Hunde gerne Schnee. In Verbindung mit dem Streusalz sind ernsthafte Reizungen und Schäden der Magenschleimhaut oft die Folge.

Stattdessen empfehlen Verbände umweltfreundliche Alternativen. Dazu zählen laut Nabu salzfreie und abstumpfende Streumittel wie Granulate, Split, Sand oder Kies. In diesem Zusammenhang sollten Verbraucher auf das Umweltzeichen „Blauer Engel“ achten, das für besonderen Umweltschutz stehe.

Zudem rät das Umweltbundesamt, den Schnee vor der eigenen Haustür möglichst schnell zu räumen. Mit der Zeit tritt sich der Schnee auf den Gehwegen fest, wodurch es schneller zu Vereisungen kommt. Je schneller der Schnee vor dem Haus beseitigt ist, desto weniger Streumittel wird in der Regel benötigt.

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