Osnabrück Osnabrücker Jazzprofessor Frederik Köster kommt mit neuer Formation ins Blue Note
Frederik Köster ist längst zu einer Institution des Osnabrücker Kulturlebens geworden. Jetzt kommt der Trompeten-Professor des Instituts für Musik mit einer neuen Formation ins Blue Note.
Frederik Köster mit seiner Band „Die Verwandlung“, im Duo mit dem Pianisten Sebastian Sternal, als Trompeter in der Formation von Jens Düppe, beim Morgenland Festival oder bei der Jam Session im Grand Hotel: Kein Lehrender am Institut für Musik der Hochschule Osnabrück (IfM) gestaltet das Osnabrücker Kulturleben so aktiv mit wie der Kölner Musiker.
Am Donnerstag, 15. Januar, ab 20 Uhr (Einlass: 18.30 Uhr) gastiert er einmal mehr im Blue Note, und zwar mit seiner relativ neuen Formation Dark Matter. Dieses Quartett existiert seit zwei Jahren, hat in dieser Zeit aber lediglich sechs Auftritte absolviert.
Das hat mit der Philosophie zu tun, die Köster für dieses Projekt entwickelt hat. Denn er entzieht sich mit Dark Matter bewusst dem Produktionsdruck, der ein Bandprojekt in der Regel begleitet. „Entschleunigung“ heißt das Zauberwort.
In der Regel entwickelt eine neue Formation ihr Material innerhalb weniger Monate. Damit geht es dann auf Tour und womöglich ins Studio, um ein Album zu produzieren. Mit Dark Matter geht Köster einen anderen Weg. „Die Stücke für diese neue Band habe ich über zwei Jahre entwickelt“, sagt Köster, und auf diesem Weg gönnt er sich sogar den Luxus, Stücke auszuprobieren und wieder wegzulegen. Diese Band darf langsam und nachhaltig reifen.
Dafür hat er sich mit Musikern umgeben, die allesamt deutlich jünger sind als Köster. Zufall? Vermutlich. Denn nicht das Alter gab den Ausschlag für die Zusammenarbeit, sondern die der musikalische Ausdruck. Da war zunächst das, was man sich in der Kölner Szene über die jungen Leute erzählt hat, dann die eigene Erfahrung: Bassist Calvin Lennig und Schlagzeuger Dominik Mahnig sind in der Verwandlung eingesprungen und erregten da sein Interesse. Gitarrist Jannis Sicker hat er in der Coronazeit kennengelernt: „Er ist ein Visionär an der Gitarre, der Fugen komponiert und mit Synthesizern experimentiert.
Fugen und Experimente? Das klingt exakt nach Kösters musikalischer Bandbreite von der europäischen klassischen Musik bis zur Avantgarde. Und so beschreibt er die neue Band auch nicht als radikalen Umbruch in seinem musikalischen Schaffen, sondern eher als Weiterentwicklung: „Die Zuhörer werden im Konzert vieles wiedererkennen“, sagt er. Und trotzdem ein komplett neues Programm mit neuer Musik erleben.