Hannover  345.415 Asylbewerber leben in Niedersachsen – wo kommen sie her?

Jonas E. Koch
|
Von Jonas E. Koch
| 08.01.2026 10:28 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Im Emsland leben rund 12.000 Flüchtlinge, in Niedersachsen rund 345.000. Foto: dpa/ Daniel Löb
Im Emsland leben rund 12.000 Flüchtlinge, in Niedersachsen rund 345.000. Foto: dpa/ Daniel Löb
Artikel teilen:

Mehr als 340.000 Asylbewerber lebten Ende 2024 in Niedersachsen – viele davon im Emsland. Doch wo kommen die Menschen eigentlich her?

Zum Jahresende 2024 waren in Niedersachsen insgesamt 345.415 Asylbewerber registriert, wie das niedersächsische Landesamt für Statistik mitteilte. 71,1 Prozent von ihnen sind im erwerbsfähigen Alter.

Asylbewerber werden nach Ankunft proportional zur Bevölkerung auf die Landkreise und Kommunen verteilt. In der Region rund um die Landeshauptstadt Hannover waren 2024 mit 67.370 Asylbewerbern folglich die meisten erfasst. Dahinter folgten die einwohnerstarken Landkreise Hildesheim und das Emsland mit jeweils rund 12.000 Asylbewerbern. Die höchsten Anteile von Schutzsuchenden an der jeweiligen Gesamtbevölkerung wiesen 2024 die kreisfreien Städte Salzgitter mit 7,7 Prozent, Delmenhorst mit 6,1 Prozent und Wilhelmshaven mit 6 Prozent auf.

Die größte Herkunftsgruppe unter den niedersächsischen Asylbewerbern waren wie auch schon 2023 insgesamt 103.465 Ukrainer, von denen – anders als bei den Asylbewerbern insgesamt – die Mehrheit weiblich ist. Knapp 40 Prozent der Ukrainer in Niedersachsen sind männlich, 2024 kamen insgesamt rund 3600 weitere Ukrainer hinzu. Nur einen geringfügigen Zuwachs gab es hingegen bei den fast 80.000 in Niedersachsen lebenden Syrern, dafür stieg die Zahl kolumbianischer Flüchtlinge um 37,5 Prozent auf 7060 an. Kolumbianische Asylanträge werden deutschlandweit hauptsächlich in Niedersachsen bearbeitet, der Großteil der Flüchtlinge lebt im Landkreis Rotenburg (Wümme).

Dabei ist zu beachten: Bundesweit wurden im Jahr 2025 laut Bundesinnenministerium insgesamt 51 Prozent weniger neue Asylanträge gestellt, im Vergleich zu 2023 sank die Zahl von Erstanträgen sogar um 66 Prozent. Auch in Niedersachsen ist die Zahl neuer Asylbewerber stark rückläufig.

„Die Zahl der Schutzsuchenden mit befristet anerkanntem Schutzstatus aus dem Asylverfahren beschreibt hingegen eine Bestandsgröße zu einem Stichtag“, erklärt das Landesamt für Statistik. Positive und negative Asylentscheidungen beeinflussen diese Bestandsgröße. „Allerdings wird die Anzahl an Schutzsuchenden noch durch eine Vielzahl weiterer Faktoren beeinflusst“, betont die Behörde auf Nachfrage. „Schutzsuchende reisen aus, sie ändern ihren aufenthaltsrechtlichen Status beispielsweise durch Eheschließung oder werden eingebürgert.“

Ähnliche Artikel