Vorgezogene Bürgermeisterwahl Brookmerlander Verwaltung für Wahltermin Ende Mai
Brookmerlands Rathauschef Gerhard Ihmels (SPD) will seinen Nachfolger vorzeitig küren lassen. So soll das laufen.
Brookmerland - Die vorgezogene Direktwahl des Samtgemeindebürgermeisters im Brookmerland soll am Sonntag, 31. Mai, stattfinden. Das geht aus einer Vorlage der Verwaltung für den Samtgemeinderat hervor. Der soll den Termin am Dienstag, 13. Januar, absegnen. Die öffentliche Ratssitzung beginnt um 18 Uhr im Haus Dieker in Marienhafe.
Hintergrund: Brookmerlands noch amtierender Samtgemeindebürgermeister Gerhard Ihmels (SPD) dringt darauf, seine Nachfolge schnell regeln zu lassen. Er hat der Politik vorgeschlagen, die Direktwahl seines Nachfolgers oder seiner Nachfolgerin vom Termin für die allgemeinen Kommunalwahlen am 13. September zu entkoppeln und vorzuziehen (wir berichteten).
Mit diesem Vorstoß hatte der 66-jährige Brookmerlander Verwaltungschef, der nach 20-jähriger Amtszeit nicht erneut für den Chefsessel im Marienhafer Rathaus kandidieren wird, die Politik Mitte Dezember im nicht öffentlich tagenden Samtgemeindeausschuss überrascht.
Politiker fühlten sichvon Ihmels überfahren
Der anschließend tagende Samtgemeinderat, der den Termin für die Direktwahl festlegen sollte, nahm diesen Punkt daraufhin umgehend und ohne weitere Erläuterungen für die Öffentlichkeit von der Tagesordnung.
Beide großen politischen Lager – die Ratsmehrheit aus SPD und Wählergruppe „Moin“ und die Ratsminderheit Ratsgruppe BWG/SEB, BfB und CDU – fühlten sich von Ihmels überfahren und baten um Bedenkzeit, um sich mit dessen Argumenten befassen zu können.
Die Entkopplung der Wahltermine bietet nach Ansicht von Ihmels, der offiziell noch bis Ende Oktober im Amt ist, mehrere Vorteile. Zum einen ermögliche sie sowohl der Verwaltung als auch dem künftig gewählten Hauptverwaltungsbeamten eine frühzeitige und verlässliche Planung im Hinblick auf die Amtsübernahme zum 1. November 2026. Dadurch könnten „notwendige organisatorische, personelle und inhaltliche Übergabemaßnahmen“ rechtzeitig vorbereitet und geordnet umgesetzt werden, was einen reibungslosen Amtsantritt begünstige, heißt es in der Verwaltungsvorlage.
Zum anderen führe die zeitliche Trennung der Direktwahl des Hauptverwaltungsbeamten und der Kommunalwahl zu einer Entlastung der Kommunalwahl 2026, da diese um einen weiteren Wahlvorgang reduziert wird. Dies wirke sich positiv auf den Einsatz von Wahlhelfern aus, da der organisatorische und zeitliche Aufwand am Wahltag verringert werde, argumentiert die Verwaltung in ihrer Vorlage. Gleichzeitig könne die Konzentration auf weniger Stimmzettel die Fehleranfälligkeit bei der Wahlhandlung und der Auszählung reduzieren und so zu einem insgesamt reibungsloseren Wahlablauf beitragen, heißt es.
Darüber hinaus bietet eine eigenständige Direktwahl des Hauptverwaltungsbeamten den Wählern die Möglichkeit, sich gezielt mit den Kandidatinnen und Kandidaten sowie deren Programmen auseinanderzusetzen.
Bisher gibt es zwei Nachfolgekandidaten
„Dies stärkt die Transparenz des Wahlprozesses und fördert eine bewusste Wahlentscheidung“, so die Verwaltung, aus deren Sicht die „organisatorischen, personellen und demokratischen Vorteile einer vom Kommunalwahltermin losgelösten Direktwahl des Hauptverwaltungsbeamten deutlich überwiegen.“
Eine gegebenenfalls erforderliche Stichwahl würde zwei Wochen später, am Sonntag, 14. Juni, stattfinden.
Bisher gibt es zwei Kandidaten, die ins Rennen um die Ihmels-Nachfolge gehen: Neben Brookmerlands Vize-Verwaltungschef Jochen Behrends, der als von der SPD unterstützter Einzelbewerber antritt, hat der Leezdorfer Heinrich Ubben seinen Hut in den Ring geworfen. Er wird, wie berichtet, von der Wählergruppe „Moin“ unterstützt, die er im Juni 2021 mitgegründet hatte.
Für Ubben ist es bereits die zweite Kandidatur für die Verwaltungsspitze. Bei der Direktwahl 2021 war er schon einmal angetreten und traf damals auf vier Herausforderer: Ida Bienhoff-Topp, Jochen Tholen-Alberts, Malte Poppinga und Amtsinhaber Ihmels, der damals die erste Runde klar für sich entschied und 2329 Stimmen (37,7 %) erhielt. Auf Bienhoff-Topp entfielen 1475 Stimmen (23,9 %). Aus dem Rennen waren damit die übrigen Bewerber: Auf Platz drei landete der gemeinsame Kandidat von CDU, BWG und SEB, Jochen Tholen-Alberts. Der Auricher verbuchte 1166 Zähler (18,9 %). Auf den damals jüngsten Bewerber Malte Poppinga entfielen 837 (13,6 %). Abgeschlagen auf dem letzten Platz mit 368 Stimmen (5,96 %) landete Ubben.
Stichwahl 2021 war denkbar knapp
Bei der entscheidenden Stichwahl setzte sich Ihmels denkbar knapp mit einem Vorsprung von nur 68 Stimmen gegen seine Herausforderin Bienhoff-Topp durch. Mit Blick auf eine mögliche erneute Kandidatur hält sich die Osteelerin bisher öffentlich noch bedeckt.