Mainz  TV-Star Hinnerk Schönemann: Passanten fragen, wann ich mein Jackett ausziehe

Daniel Benedict
|
Von Daniel Benedict
| 06.01.2026 06:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Hinnerk Schönemann und Mariele Millowitsch im TV-Krimi „Marie Brand und die verlorenen Kinder“. Foto: ZDF/Martin Valentin Menke
Hinnerk Schönemann und Mariele Millowitsch im TV-Krimi „Marie Brand und die verlorenen Kinder“. Foto: ZDF/Martin Valentin Menke
Artikel teilen:

Wenn Kommissarin Marie Brand ihre TV-Krimis löst, weicht der Kollege Simmel nicht von ihrer Seite. Im Interview verrät sein Darsteller Hinnerk Schönemann die Geheimnisse der Rolle.

Bis zu neun Millionen Zuschauer schalten ein, wenn Marie Brand im ZDF ermittelt. Jede Folge trägt im Titel den Namen von Mariele Millowitschs Kommissarin. Und doch wäre der TV-Krimi nur eine halbe Sache, gäbe es ihren Kollegen Jürgen Simmel nicht. Hinnerk Schönemann spielt die Rolle seit dem Start der Reihe. Hier erklärt er die Ticks und Macken seiner Figur.

Die neue Folge „Marie Brand und die verlorenen Kinder“ zeigt das ZDF am Mittwoch, 7. Januar 2026, um 20.15 Uhr. Im Zentrum steht der gewaltsame Tod einer Kita-Leiterin.

Frage: Herr Schönemann, ein wiederkehrender Witz der „Marie Brand“-Krimis ist das Jackett, das Sie Ihrer Chefin vor jeder Verfolgungsjagd zum Halten überreichen.

Antwort: Die Idee wurde am Anfang der „Marie Brand“-Reihe ganz zufällig und spontan geboren. In einer der ersten Folgen sollte ein Verdächtiger schnell weglaufen, was dem Schauspielkollegen aber nicht gelang. Ich habe dann Zeit gegeben, noch ein paar Sätze mit Mariele gewechselt, ihr mein Jackett gegeben, bin losgerannt und habe ihn natürlich erwischt – wie Simmel das halt so macht. Dieser Gag ist geblieben, bis der erste Autor ihn ins Drehbuch reingeschrieben hat und die weiteren ihn ebenfalls immer wieder in die Geschichten eingebaut haben. Ich finde das toll, es ist ein schönes Bild, und ich werde immer wieder sogar auf der Straße von Menschen angesprochen, wann ich denn wieder mal mein Jackett ausziehe oder ob sie mal mein Jackett halten dürfen.

Frage: Was für ein Verhältnis haben Sie privat zu Anzügen?

Antwort: Als man mich anfangs fragte, wie ich mir Simmel vorstelle, wollte ich einen Polizisten mit Hoodie und Turnschuhen spielen, was zu mir persönlich gepasst hätte. Anzüge wollte ich auf keinen Fall. Als mir dann aber der damalige Kostümbildner einen Anzug gab und ich ihn anzog, wusste ich sofort: Krass, das passt tatsächlich zu Simmel! Und seitdem trägt Simmel Anzüge. Privat trage ich eher keine, da ziehe ich mich ganz normal an.

Hinnerk Schönemann zieht sein Jackett aus: der Trailer zu „Marie Brand und die verlorenen Kinder“

Frage: Wie bei Sherlock Holmes und Watson arbeiten Sie Marie Brand aus der Froschperspektive zu. Die guten Ideen hat sie. Beschreiben Sie mal die Konstellation zwischen den Figuren!

Antwort: Die Konstellation zwischen Simmel und Marie Brand ist deswegen so spannend, weil beide so unterschiedlich sind. Daraus resultieren oft Konflikte, was für einen Schauspieler ganz toll zu spielen ist. Wir sagen immer, Marie ist das Hirn und Simmel tritt erst mal die Tür ein, bevor er guckt, ob die überhaupt geschlossen ist. Aus der Konstellation dieser beiden sehr ungleichen Charaktere kann man viel rausholen. Würden Simmel und Brand ähnlich ticken, wäre es nicht so interessant. Sie ergänzen sich und das macht sicherlich auch den Reiz dieser Reihe aus.

Frage: Bei „Nord bei Nordwest“ schlingert Ihr Polizist Hauke zwischen zwei Frauen. In „Marie Brand“ scheitert Simmel in jeder Folge an einer neuen Beziehung. Wieso entwickelt sich die Spannung Ihrer Krimis mehr aus der Liebe als aus dem Mord?

Antwort: Warum Hauke zwischen zwei Frauen hin- und herschlingert: Ich glaube, das ist etwas, was jeder gut nachvollziehen kann, dass er sich zwischen den beiden Frauen vielleicht nicht entscheiden kann und mal zu der einen tendiert oder zu der anderen. Außerdem entsteht dadurch immer Konfliktpotenzial, sobald Hauke auf Jule oder auf Hannah trifft. Wenn wir das bis zu einer gewissen Weise bedienen, bleibt es spannend. Es wäre sofort auserzählt, würde Hauke mit einer von ihnen fest zusammenkommen. Bei Simmel ist es ähnlich: Hätte er plötzlich eine feste Freundin, wäre das vielleicht auch spannend, aber so fiebert man jedes Mal mit ihm, wenn man sieht, wie er sich wieder mal verliebt, wie er kämpft und wie er dann doch meistens verliert.

Ähnliche Artikel