Osnabrück Trainingsauftakt des VfL Osnabrück: Mit „unfassbar viel Energie“ und Neuzugang Kania
Der VfL Osnabrück hat die kurze Vorbereitung auf die Rückrunde der Fußball-Drittligasaison 25/26 aufgenommen. Julian Kania, ausgeliehen von Arminia Bielefeld, war beim Trainingsauftakt mit dabei – und ließ durchblicken, warum der VfL ihn geholt hat.
Der Rasen: in Ordnung. Die Laune: gut. Und die Energie, laut Trainer: noch mal besser. Nach 14 Tagen, in denen der Fußball ruhte, hat der VfL Osnabrück die Vorbereitung auf die Rückrunde der laufenden Drittliga-Saison aufgenommen. Mit dabei: ein neues Gesicht und ein zufriedener Trainer Timo Schultz. „Wir sind froh, dass es wieder losgeht“, sagte dieser. „Alle hatten gute Werte. Sonst hat man ja immer seine vier, fünf Pappenheimer, die mit mehr Gewicht aus der Winterpause wiederkommen.“ Das sei in diesem Jahr aber explizit und „wenig überraschend“ nicht der Fall gewesen. „Dafür war die Pause ja auch viel zu kurz“, ergänzte Schultz augenzwinkernd, der „unfassbar viel Energie in der Truppe“ sah. „Die haben Gas gegeben, von der ersten Minute an.“
Bis auf den erkrankt fehlenden Torhüter Lukas Jonsson begrüßte Schultz seinen kompletten Kader zurück aus der Winterpause. Im Gegensatz zum abgewanderten Nikky Goguadze (zum FC St. Pauli II) war auch U19-Talent Luca Kröger mit dabei. Etwa 40 Zaungäste verfolgten das Training auf dem Schinkelberg, unter ihnen auch Daniel Latkowski. Und nicht nur dem Technischen Direktor des VfL fiel auf, wie verhältnismäßig gut der Platz in Schuss war, trotz der Witterung der letzten Tage. „Sieht doch gut aus“, urteilte Latkowski, bevor er, mit Handy am Ohr, das Geschehen auf dem von Schnee gänzlich befreiten Rasen verfolgte.
Zu diesem Geschehen gehörte und gehört seit Neuestem Julian Kania. Den Stürmer hat sich der VfL Osnabrück für ein halbes Jahr von Zweitligist Arminia Bielefeld ausgeliehen. Am Sonntag absolvierte er also sein erstes Training mit den neuen Kollegen – noch etwas schüchtern im Aufwärmspielchen, aber doch sofort hochkonzentriert und -präzise in den anschließenden Übungen am Ball.
Später, im Elf-gegen-Elf, agierte Kania in einer potenziellen Startelf an der Seite von Konkurrent Robin Meißner, dem bisherigen Top-Torschützen des VfL. Kania, der für mehr Torgefahr geholt wurde, fiel durch häufiges Fallenlassen und viel Durchsetzungsvermögen auf – ein Rezept, mit dem er den Angriff zum ersten VfL-Tor des neuen Kalenderjahres einleitete. „Gut so, Jule“, „Bravo, Jule“, „Geil, Jule“. Kania hatte viel Lob auf Anhieb sicher.
Auch vom Trainer: „Hat er gut gemacht. Wir können vor dem Tor keinen Stehgeiger gebrauchen, der nur dasteht und ab und zu mal ‚Danke‘ sagt“, erklärte Schultz. „Julian ist gerne viel unterwegs, will sich einbringen, kann hinten mithelfen und vorn das eine oder andere Tor machen. Er ist ein Puzzlestück, das uns gefehlt hat.“
Auch Kania, der übrigens niemanden aus der neuen Mannschaft vorher kannte, war zufrieden mit der ersten Einheit – „ohne große Unterschiede“ zu seiner bisherigen Arbeit auf Zweitliga-Niveau. „Mit der Truppe könnte man da auch locker mithalten.“ Kania selbst beschreibt sich als Stürmer, der „gern entgegenkommt. Ich mag es, wenn viele Spieler um mich herum sind und ich eingebunden bin.“ Meißner zu ersetzen, das müsse dabei nicht unbedingt sein. „Ich glaube, wir würden uns ganz gut ergänzen. Hat heute auch schon ganz gut geklappt. Wir schauen mal, was am Ende dabei rauskommt im ersten Spiel.“
Dieses steht für den VfL in der Meisterschaft bereits am 17. Januar (16.30 Uhr) bei Alemannia Aachen an. Bereits eine Woche zuvor (10. Januar, 14 Uhr) testen die Osnabrücker daheim an der Bremer Brücke gegen Schalke 04 aus der 2. Bundesliga. Ein zweites Testspiel am selben Wochenende steht weiterhin im Raum.
„Wir wollen taktisch ein bisschen flexibler werden“, gab Trainer Schultz für die Trainingswoche bis dahin vor. „Und vor allem sollen die Jungs hochfahren und in den Wettkampfmodus kommen.“ Gerne natürlich in voller Besetzung – wobei zunächst nicht zu beurteilen war, inwiefern Außenspieler Ismail Badjie in den kommenden Tagen mittrainieren kann. Am Sonntag stieg der Youngster als Vorsichtsmaßnahme vorzeitig aus dem Mannschaftstraining aus, wurde an der Rückseite des Oberschenkels behandelt und drehte für den Rest der insgesamt 65-minütigen Einheit individuell Platzrunden.