Einsatzbilanz der Feuerwehr Hat es 2025 in Aurich oft gebrannt?
Viele Einsätze in kurzen Zeitabständen beschäftigten die Auricher Feuerwehren. Welche Einsätze den Wehrmitgliedern aus diesem Jahr noch in Erinnerung bleiben werden.
Aurich - Das Jahr 2025 wird den Auricher Feuerwehren als sehr einsatzreich in Erinnerung bleiben. Das Besondere dabei: Des Öfteren mussten die Einsatzkräfte in zeitlich kurzen Abständen ausrücken. Das bestätigt Stadtfeuerwehrsprecher Sönke Geiken auf Nachfrage der Redaktion. Auch kam es zu vielen Einsätzen, die als besonders prägnant in Erinnerung bleiben werden.
Insgesamt gab es für die Mitglieder der zehn Freiwilligen Feuerwehren in Aurich gut 480 Einsätze in 2025 zu bewältigen. Darunter rund 130 Brandeinsätze, 195 Hilfeleistungen, 100 Fälle von ausgelösten Brandmeldeanlagen (80-mal), Heimrauchmeldern oder Fehlalarmen sowie 55 Brandsicherheitswachen, wo die Feuerwehr als Absicherung bei Veranstaltungen vor Ort war. „Insgesamt lässt sich sagen, dass ein sehr ereignisreiches Jahr hinter uns liegt“, sagt Geiken.
In der öffentlichen Wahrnehmung wirkte es zwischenzeitlich so, als ob es besonders oft in der Stadt gebrannt hat. Stimmt das?
Sommer als besonders herausfordernd in Erinnerung
Die Zahlen bei den Bränden seien im Vergleich zum Vorjahr 2024 nahezu auf gleichem Niveau. Warum es so wirkt, als hätte es öfter gebrannt als in den Jahren zuvor, sei auch der Art der Einsätze geschuldet, erklärt Geiken. Es gab viele markante Einsätze für die Ortsfeuerwehren. Noch dazu kam es vermehrt zu einer hohen Einsatzdichte. Das heißt, an einigen Tagen im Jahr musste die Feuerwehr gleich mehrmals hintereinander oder an unmittelbar darauffolgenden Tagen ausrücken.
Die Art der Einsätze sollte so manchen Feuerwehrleuten in diesem Jahr in Erinnerung bleiben. So gab es etwa im September den Brand im Auricher Café Extrablatt, wo allein 60 Einsatzkräfte in der Nacht über Stunden gegen Rauch und Flammen kämpften. Nur einen Tag zuvor hatte es im Gewerbegebiet Sandhorst in einer Halle mit abgestellten Fahrzeugen gebrannt. Das war einer der Zeiträume, die Geiken als besonders herausfordernd beschreibt. Nicht nur die Einsatzkräfte, sondern auch die zugehörige Logistik in Form von Austausch und Wiederaufbereitung der Einsatzkleidung, Schläuche und Atemschutzgeräte würden in solchen Zeiten an ihre Grenzen stoßen, konnten dank ausreichender Reserven aber noch gut bewerkstelligt werden, so Geiken.
Er kann noch weitere Zeiträume nennen, wo es besonders viel in kurzer Zeit zu tun gab. Vor allem zwischen Juli und September häuften sich die Einsätze. Außerdem kam es inmitten der Innenstadt zu Bränden wie etwa der eines Schuppens, der am 20. Juni nachts in der Hafenstraße brannte, oder erst kürzlich der Brand in der Nürnburger Straße, wo es auch noch zeitgleich einen durch das Feuer ausgelösten Wasserschaden gab. Ebenfalls nur wenige Stunden später stand eine Garage in Kirchdorf in Flammen.
Neben den Einsätzen im Stadtgebiet werden die Auricher Helfer auch immer wieder in die Nachbarkommunen gerufen. So kamen die Stadtwehren teilweise mit ihren Gerätschaften bei Feuern in Ihlow, Südbrookmerland, Großefehn, Holtriem und auch der Stadt Emden zum Einsatz. Das liege nicht nur daran, dass die Einsatzkräfte seit der Umstellung des Alarmierungssystems in der Wittmunder Leitstelle Mitte des Jahres nun bereits von vornherein grenzüberschreitend alarmiert werden. Auch ist in Aurich vielerlei an gesonderter Ausrüstung stationiert, unter anderem Komponenten des Landkreises Aurich wie Rüstwagen und Gefahrgutzug in Sandhorst sowie der Einsatzleitwagen 2 und auch der Verpflegungszug in Middels.
Nicht zuletzt daher würden die Auricher bei großen Einsätzen ohnehin häufig mit ihren Sonderfahrzeugen und -komponenten dazugerufen, so Geiken. So waren Auricher Feuerwehren zum Beispiel beim Brand im Entsorgungszentrum des MKW in Großefehn im Einsatz. Dort kam es Ende Juni in einer Lagerhalle zu einem Feuer, bei dem unter anderem mit dem Gerätewagen Großlüfter aus Wallinghausen unterstützt wurde. Auch bis nach Emden mussten die Auricher mit der Drehleiter ausrücken, Mitte August standen dort die Dächer von in Reihe gebauten Mehrfamilienhäusern in Brand. Darüber hinaus ist auch die Drohnengruppe der Stadtfeuerwehr häufig in den umliegenden Gemeinden gefragt.
Glimpflicher Ausgang in der Klinik
In Aurich dürfte der Brand in der Kardiologie der Ubbo-Emmius-Klinik den Einsatzkräften noch präsent sein. Anfang Juli kam es dort zum Großeinsatz. Allein rund 170 Feuerwehrmänner und -frauen sowie zahlreiche Rettungskräfte waren vor Ort. Die Kinderstation musste zusätzlich zur Kardiologie vorsorglich evakuiert werden. Laut Geiken war hier das Ineinandergreifen verschiedener Zahnräder dafür verantwortlich, dass bei diesem Großeinsatz alles so gut ausging. Das habe schon mit der rechtzeitig ausgelösten Brandmeldeanlage begonnen und sich in der hervorragenden Arbeit aller Retter und in erster Linie des Klinikpersonals vor Ort fortgesetzt.
In 2025 mussten die Auricher Feuerwehren oft auch als Helfer für Helfer einspringen. Notfalltüröffnungen kamen doppelt so häufig vor wie noch im Vorjahr. Ganze 32-mal musste hierfür in 2025 ausgerückt werden. Jede der Wehren sei dafür auch mit speziellen Türöffnungssets ausgestattet. Die Häufung führt Geiken darauf zurück, dass es immer mehr alleinlebende hilfsbedürftige Personen gäbe und in diesem Zuge auch mehr Hausnotrufsysteme zum Einsatz kommen würden.
Brandmeldeanlagen sowie private Heimrauchmelder in Wohnhäusern stellen ebenfalls einen häufigen Einsatzfaktor dar. In so manchem Fall fanden die Feuerwehrleute unter anderem vergessene Töpfe mit angebranntem Essen vor, aber auch Fehlalarme gehören häufig dazu. Darüber hinaus unterstützten die Feuerwehren in Aurich auch bei so manchen Verkehrsunfällen. Hier waren vor allem Ereignisse mit eingeklemmten Personen, die mit schweren Rettungsgeräten befreit werden mussten, für die Wehren prägnant – wie etwa im Februar in Brockzetel sowie im Juli in Wallinghausen.