Osnabrück Allen Warnungen zum Trotz: Viele Verletzungen durch Silvesterböller in Osnabrück
Die Silvesternacht in Osnabrück hat zu einer hohen Auslastung der Notaufnahmen im Marienhospital und im Klinikum geführt. Vor allem Verletzungen an den Augen wurden behandelt. Unter den Patienten, von denen einige mit bleibenden Schäden rechnen müssen, waren auch Kinder und Jugendliche.
Auch in Osnabrück forderte die Silvesternacht zahlreiche Verletzte, vor allem durch den unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern. In den Notaufnahmen des Marienhospitals und des Klinikums herrschte Hochbetrieb: Viele Patienten mussten aufgrund schwerer Verletzungen stationär aufgenommen werden. Für etliche von ihnen wird die Nacht langfristige Folgen haben – sie werden bleibende Schäden davontragen.
Rund 50 Patienten versorgte die Notaufnahme des Osnabrücker Marienhospitals (MHO) in der Silvesternacht zwischen Mitternacht und sechs Uhr am Neujahrsmorgen. Im Franziskushospital am Haderberg war die Lage nur wenig entspannter, berichtet auf Nachfrage unserer Redaktion für beide Kliniken des Niels-Stensen-Verbunds Pressesprecherin Ute Laumann.
Das MHO hatte sich vor Silvester an die Öffentlichkeit gewandt und davor gewarnt, die Verletzungsgefahr von Böllern zu unterschätzen und zum Verzicht aufgerufen. Aber trotz der alljährlich geführten Debatte um ein allgemeines Böllerverbot für Privatpersonen, verzeichnen deutsche Firmen für Pyrotechnik in den vergangenen Jahren eine deutliche Umsatzsteigerung. Auch in Osnabrück investierten die Bürger teils erhebliche Summen in Raketen und Batterien.
Die Kehrseite dieser Investitionen zeigte sich indes in der Notaufnahme des MHO: „Die meisten Patienten, darunter auch einige Kinder und Jugendliche, wurden nach Böllerunfällen durch die Kollegen aus der Unfallchirurgie und der Augenheilkunde behandelt“, bilanziert Daniel Bosk, Leiter der Zentralen Notaufnahme.
Weil eine arbeitsintensive Nacht zu erwarten war, hatte sich das Krankenhaus personell ausreichend aufgestellt und den Dienstplan aufgestockt. Auffällig sei die Zunahme von Augenverletzungen gegenüber den Vorjahren. Aber auch Verbrennungen und Verletzungen an Händen und im Gesicht seien gestiegen. Zum Jahreswechsel 2024/25 hatte es indes keine schweren Verletzungen durch Böller gegeben. Zudem habe es die üblichen Behandlungen infolge übermäßigen Alkoholkonsums gegeben, wobei hier im Vergleich zu den Vorjahren kein signifikanter Anstieg verzeichnet wurde.
Im Klinikum Osnabrück war die Nachtschicht in der Notaufnahme ebenso arbeitsreich. „Wir hatten fast doppelt so viele Patienten wie in einer normalen Nacht“, berichtet Lukas Liesenfeld, Leiter der Notaufnahme.
Zwischen Mitternacht und dem Neujahrsmorgen mussten rund 30 Personen medizinisch versorgt werden. Zehn Patienten wurden infolge eines Brandes in einem Mehrfamilienhaus in Lotte eingeliefert, wobei vor allem Rauchgasvergiftungen behandelt werden mussten. Darüber hinaus verzeichnete das Klinikum mehrere Verletzte mit leichteren Wunden an Händen und im Gesicht, die durch den Gebrauch von Silvesterpyrotechnik verursacht worden waren.