Osnabrück  Mit Streckenrekorden und strahlenden Gesichtern: So lief der OTB-Silvesterlauf 2025

Moritz Büscher
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Von Moritz Büscher
| 31.12.2025 17:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Pistole gab den Startschuss, dann drehten die Läufer ihre Runde beim Silvesterlauf. Foto: Steve Weber
Die Pistole gab den Startschuss, dann drehten die Läufer ihre Runde beim Silvesterlauf. Foto: Steve Weber
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Der Silvesterlauf 2025 des Osnabrücker Turnerbundes lockte wieder tausende Läufer auf die Straßen und an die Illoshöhe. Sowohl im Ziel als auch an der Strecke schaute man in fröhliche Gesichter. Zwei Sportler hatten besonderen Grund zur Freude, denn sie knackten die Streckenrekorde.

In der Mitte zwischen den dicht gedrängten Zuschauern auf den Bürgersteigen liefen Jonas Kulgemeyer und Julia Pleskaczynska die „Obere Martinistraße“ mit der letzten Kraft und dem maximalen Tempo leicht bergab hinab. Auf den letzten Metern des zehn Kilometerlaufes und unter großem Jubel des Osnabrücker Publikums schauten beide Athleten fokussiert und mit einem breiten Grinsen im Gesicht nur in eine Richtung: auf ein blaues Banner mit der Schrift „Ziel des OTB-Silvesterlaufs“.

Denn beide Sportler überquerten bei nasskalten Bedingungen leicht über dem Gefrierpunkt beim OTB-Vereinsgebäude an der Illoshöhe jeweils als Erster die Ziellinie – der Mittelstreckenläufer des Osnabrücker Turnerbundes (OTB) sogar mit neuem Streckenrekord bei den Männern (29:42 Minuten). Damit unterbot der 21-Jährige, der seinen Titel verteidigte, den Rekord von Jan Fitschen vom TV Wattenscheid (30:08) aus dem Jahr 2004 um 26 Sekunden.

„Ich bin nicht davon ausgegangen, dass ich so schnell bin – und so viel schneller als der alte Streckenrekord. Ich habe im Zieleinlauf unglaublich gestrahlt und mir kamen fast die Tränen, weil es so emotional ist, wenn die Menschen jubeln und einen anfeuern. Der Sieg ist das i-Tüpfelchen“, sagt ein sichtlich stolzer und ausgepowerter Kulgemeyer.

Unter den Augen der vielen Zuschauer, die die insgesamt 3242 Läufer auf den fünf verschiedenen Strecken förmlich ins Ziel trugen, schwärmte auch Julia Pleskacczynska von der „schönen Atmosphäre“. Die gebürtige Polin, die aus Lublin kommt, war zum Jahresabschluss eigentlich nur bei Linus Vennemann von der LG Osnabrück (30:44) zu Besuch, der vor seinem Teamkollegen Steffen Riestenpatt (32:40) und hinter Kulgemeyer auf dem zweiten Platz landete.

Da die 27-Jährige selbst Leichtathletin auf der Mittelstrecke ist, nahm sie erstmals am OTB-Silvesterlauf teil – und knackte direkt den Rekord bei den Frauen. Mit ihrer Zeit von 34:23 Minuten stellte sie eine neue Bestmarke auf, die zuvor Jutta Karsch von der LG Olympia Dortmund (34:45) aus dem Jahr 1991 innehatte. „Ich liebe es hier. Vor dem Ziel habe ich gelächelt, meine Freunde gesehen und gar nicht so sehr ans Laufen gedacht. Vielleicht komme ich nächstes Jahr wieder“, erklärt die Debütantin.

Sie gehörte wie Kulgemeyer zu den über 3000 Läufern, die am Vormittag zum OTB-Vereinsheim an der Illoshöhe pilgerten: Manche waren verkleidet, dick eingepackt oder wie zwei Teilnehmer in der Berufskleidung der Feuerwehr unterwegs, andere liefen mit kurzem Oberteil, lila-weißer VfL-Montur, mit dem Hund oder sogar mit dem Kinderwagen die Laufstrecken entlang.

In normaler Laufkleidung mit am Start waren unter anderem auch Para-Läufer Ulf Pohlmann und Langsprinter Florian Kroll von der LG Osnabrück, der dieses Jahr viele nationale und internationale Erfolge feierte.

Beide Athleten liefen bei der 44. Auflage des Silvesterlaufes die 5,6 Kilometer, die in Matthias Apel (17:29) und Merle Boettcher (20:01) jeweils die beiden Sportler der LG Osnabrück gewannen.

Erstmals das Ziel der Erwachsenen erreichen und nicht nur auf der Tartanbahn Runden drehen, durften in diesem Jahr auch die kleinen Läufer beim Bambini-Lauf. Nicht nur in dem Lauf trudelte im Sekundentakt ein Sportler nach dem anderen in Richtung Zieleinlauf, auch über die längeren Distanzen erreichten die Teilnehmer mit freudestrahlendem Gesicht das OTB-Vereinsheim.

Das gelang auch dank der Anfeuerungsrufe der Zuschauer, die mit kreativen Plakaten wie „Du bist schneller als das Internet“ die letzte Energie aus den Athleten hervorholten. „So eine krasse Stimmung wie in diesem Jahr habe ich noch nicht erlebt. An jeder Stelle war jemand, der angefeuert hat. Ich habe mich gut gefühlt, es lief einfach“, betont Kulgemeyer, der am vorherigen Tag unter teils glatten Bedingungen noch einen Probelauf absolvierte.

Die rund 100 ehrenamtlichen Helfer und 15 hauptamtlichen Mitarbeiter des OTB hätten deshalb unter anderem noch am Lotter Kreuzweg gestreut, damit es keine Verletzungsgefahr gebe, wie Anita Aßmann betont. Die Mitarbeiterin der Geschäftsstelle kümmert sich gemeinsam mit Geschäftsführerin Kirstin Gnoth seit 2015 um die Organisation des OTB-Silvesterlaufes.

Letztgenannte sei 1987 als Jugendliche mal mitgelaufen. Nun kümmert sie sich um die Läufer und die Ehrenamtlichen, die für das Event unverzichtbar seien, wie Gnoth erklärt. „Es ist schön, die Atmosphäre mitzuerleben, aber ich bin immer erst entspannt, wenn alle gut im Ziel angekommen sind.“ Am besten unter dem großen Jubel des Osnabrücker Publikums und mit einem Lächeln im Gesicht.

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