Osnabrück 118-Millionen-Sanierung des Osnabrücker Kreishauses: Diese Schritte sind 2026 geplant
Rückbau bis Februar, Aufbau der großen Baulogistik mit Containerdorf ab Januar, sichtbare Fassadenarbeiten im Sommer: 2026 wird die Sanierung des Osnabrücker Kreishauses für Besucher deutlich wahrnehmbar.
Die umfassende Sanierung des Kreishauses am Schölerberg geht 2026 in eine entscheidende Phase. Seit dem Sommer 2025 läuft das Großprojekt des Landkreises Osnabrück, das in vier Bauabschnitten bis 2032 umgesetzt werden soll. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 118 Millionen Euro.
„Das Projekt ist aktuell mitten im ersten Bauabschnitt, der seit dem Sommer 2025 bis Anfang des Jahres 2027 läuft“, erklärt Landkreis-Sprecher Henning Müller-Detert. Nach der Einrichtung der Baustelle haben die Abbruch- und Rückbauarbeiten inklusive der Schadstoffentsorgung begonnen. Betroffen sind unter anderem die Büros der Kreistagsfraktionen sowie das Referat für Assistenz und Kommunikation. Auch der Fachdienst Planen und Bauen musste den Bereich räumen: Zwei Abteilungen sind in ein landkreiseigenes Gebäude nach Belm an den Gustav-Meyer-Weg umgezogen. Insgesamt wurden 250 Arbeitsplätze verlagert, um die Arbeiten im betroffenen Gebäudeteil zu ermöglichen. Die Bauphase soll bis Februar 2026 abgeschlossen sein.
Mit dem Abschluss der Rückbauarbeiten geht die Sanierung Anfang 2026 in die nächste Phase über. „Ab Februar beginnt der Neuaufbau – angefangen mit den Rohbauarbeiten und den Fassadenarbeiten, über die Trockenbau-, Sanitär- und Elektroarbeiten“, erklärt Müller-Detert den Ablauf. Zum Jahreswechsel 2026/2027 sind die Abnahmen des ersten Bauabschnitts geplant. Anschließend sollen die ersten Abteilungen wieder in den frisch sanierten Gebäudeteil einziehen.
Ein erster Bauzaun ist bereits vorhanden. Deutlich wahrnehmbar wird die Sanierung für Besucher im weiteren Verlauf des Jahres 2026. Ab Ende Januar 2026 wird ein Teil des Parkplatzes für die Baulogistik in Anspruch genommen. Dort wird ein Containerdorf für alle Gewerke und die Bauleitung entstehen. Die Kundenparkplätze werden verlagert und entsprechend ausgeschildert. Im Frühsommer sollen dann die Außen- und Fassadenarbeiten starten.
Schon jetzt richtet sich der Blick auf den zweiten Bauabschnitt. Dieser ist für das Frühjahr 2027 bis Sommer 2028 vorgesehen. Betroffen ist dann der mittlere Teil des Gebäudes, „dazu zählt unter anderem die Eingangshalle mit der Bürgerinformation“.
Während der gesamten Bauzeit soll die Kreisverwaltung gut erreichbar bleiben. Vor Ort werden Schilder über aktuelle Wegführungen, ausgelagerte Anlaufstellen und Öffnungszeiten informieren, die laufend aktualisiert werden. „Über einen QR-Code führt zudem ein digitales Leitsystem direkt zum Ziel. Eine barrierefreie Zuwegung bleibt bestehen“, so Müller-Detert. Ergänzend könnten Besucher viele Anliegen weiterhin über Online-Termine und digitale Anträge erledigen.
Der Start der Sanierung war das Ergebnis einer langen und kontroversen politischen Debatte. Die Kreispolitik hatte über Monate hinweg darüber gestritten, ob die geplante Sanierung angesichts der hohen Kosten der richtige Weg ist. Vor allem die CDU-Fraktion im Kreistag sowie externe Bauexperten hielten die veranschlagten Summen für überzogen und plädierten für Alternativen. Insgesamt fünf Varianten für die Zukunft des Kreishauses wurden geprüft und miteinander verglichen. Dazu zählte zunächst die Sanierung in vier Bauabschnitten am aktuellen Standort – also die inzwischen beschlossene Lösung, bei der das Gebäude schrittweise erneuert wird, während der Verwaltungsbetrieb weiterläuft. Untersucht wurde außerdem ein kompletter Neubau an einem neuen Standort mit anschließendem Abriss des bisherigen Kreishauses.
Eine weitere Option war der vollständige Abriss des bestehenden Gebäudes mit anschließendem Neubau am selben Standort. Daneben wurde eine Mischlösung aus Teilabriss und Teilneubau betrachtet, bei der einzelne Gebäudeteile erhalten und andere neu errichtet worden wären. Schließlich stand auch eine Minimalsanierung zur Diskussion, mit der das Kreishaus für weitere 15 Jahre nutzbar geblieben wäre, bevor ein Neubau erfolgt.
Eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung kam im Februar 2025 zu dem Ergebnis, dass die bereits beschlossene umfassende Sanierung unter dem Strich die wirtschaftlichste Lösung darstellt. Auf dieser Grundlage entschied sich der Kreistag im März mehrheitlich dafür, das Projekt mit Gesamtkosten von 118 Millionen Euro fortzusetzen.
Nach einem halben Jahr Bautätigkeit sieht sich der Landkreis auf Kurs. Auf die Frage unserer Redaktion, ob die Sanierung im Jahr 2025 wie geplant vorangekommen ist, antwortet Landkreis-Sprecher Müller-Detert: „Ja – der Landkreis ist im Zeit- und Kostenplan.“