Beesten Weihnachtsstern: Gärtnermeister erklärt, wie er lange schön bleibt
Weihnachten ist die Saison der Weihnachtssterne. Auch wenn die Verkaufszahlen früher höher waren, ist Euphorbia pulcherrima in der Adventszeit nach wie vor ein Klassiker. Wie der Weihnachtsstern auch über Weihnachten hinaus schön bleibt, verrät Gärtnermeister Detlef Garmann.
Rot, weiß, cremefarben, rosé oder in einer Mischung aus mehreren dieser Farben, so steht er derzeit zum Verkauf: Der Weihnachtsstern ist zur Adventszeit nach wie vor der Klassiker unter den Zimmerpflanzen. Obschon insgesamt die Verkaufszahlen schon einmal höher gewesen seien. „Der Trend zu blühenden Zimmerpflanzen geht generell zurück“, sagt Detlef Garmann, Gärtnermeister aus Beesten.
Der Weihnachtsstern bedarf einer gewissen Pflege. Wenn man aber einige Punkte beachte, so ist Detlef Garmann überzeugt, könne man lange etwas von dem saisonalen Produkt haben.
Das beginne schon beim Kauf des Weihnachtssterns. „Ich empfehle, Weihnachtssterne im Fachhandel zu kaufen“, so Garmann. Dafür gebe es allerlei Gründe, beginnend mit dem Transport, erklärt er, während für einen Großkunden gerade der Lkw beladen wird. Die Pflanzpaletten sind nur zur Hälfte befüllt; jede zweite Mulde bleibt leer. „Weihnachtssterne brauchen Platz.“
Die Alternative ist, jede Blume in eine Plastikhülle zu stecken. Das sei allerdings suboptimal, sei bei längeren Transportwegen aufgrund der Transportkosten aber oft notwendig. Die Mitarbeiter von Detlef Garmann beladen den Lkw in einer moderat temperierten Halle, der Transporter hält dieselbe Temperatur.
Im Gartencenter werden sie in eine warme Verkaufshalle gebracht. Dort stehen sie zudem unter passender Beleuchtung.
„Weihnachtssterne benötigen ausreichend Wasser. Ist der Topf zu klein, kann gar nicht genügend Erde vorhanden sein, um das Wasser zu speichern. Die Gefahr, dass die Pflanze bereits einen Trockenschaden erlitten hat, ist dann recht groß“, begründet der Gärtnermeister.
Das könne man auch vermuten, wenn das Gebinde zu leicht ist. Denn das Gewicht erhalte die Konstellation aus Pflanze, Topf und Erde in erster Linie vom Wasser.
Ein prüfender Blick auf den Boden der Topfpflanze könne auch nicht schaden. Sind Wurzeln sichtbar, und wenn ja, sind es viele und sind sie weiß? Dann ist der Weihnachtsstern gesund. Sonst sei Vorsicht geboten!
Empfehlenswert sei es übrigens, nicht zu den Pflanzen mit vielen bunten Blättern zu greifen. Vielmehr hätten die Pflanzen mit überwiegend grünen Blättern die größten Chancen auf ein langes Leben. „Die Energie erhält die Pflanze durch Photosynthese, und diese erfolgt durch die grünen Blätter“, erklärt Garmann.
Nebenbei: Die Blüte des Weihnachtssterns sind nicht etwa die bunten Blätter, sondern das, was in ihrer Mitte entsteht. Die bunten Blätter bezeichnet man als Hochblätter. Deren Färbung beginnt zur Tag-und-Nacht-Gleiche im Herbst und kann vom Gartenbaubetrieb künstlich vorgezogen werden.
Zu Hause braucht der Weihnachtsstern einen idealen Standort. „Ein Fensterplatz ist der entscheidende Faktor für ein langes Leben“, ist Garmann überzeugt. Im Herbst und im Winter falle nur etwa ein Zehntel des sommerlichen Tageslichts ins Haus. Der Weihnachtsstern hat es laut dem Experten aber gern hell.
Er mag auch Wärme. Das heiße nicht, dass man ihn über die Heizung stellen sollte: Im Gegenteil, das trockne die Blätter aus. Maßvolle Wärme ohne abrupte Temperaturwechsel seien wichtig. Frost könne er hingegen gar nicht ab.
„Der Weihnachtsstern darf nicht austrocknen“, lautet die klare Anleitung des Experten. Die Menge des Wassers müsse jedoch der Temperatur angepasst sein. „Tagelang im Wasser stehen sollte er nicht“, warnt er. Beim Gießen sollte man unten ansetzen. „Das ist die Pflanze ihr Leben lang gewöhnt“, begründet er.
Außerdem bilde sich aufgrund der vom Gärtner vorgenommenen Düngung eine leichte Salzkruste am Rand des Pflanztopfs. Gießt man nun das Wasser von oben, so löse sich diese Kruste. „Das müsste die Pflanze normalerweise aushalten können, aber wenn ein Exemplar vielleicht ohnehin schon angeschlagen ist, könnte das der Todesstoß sein“, warnt Garmann.