Osnabrück Timo Schultz nach 1:2 gegen Stuttgart II: Das Weihnachtsgeschenk könnt ihr annehmen
Es war gar nicht so einfach für die Protagonisten beim VfL Osnabrück, auf die 1:2-Heimniederlage gegen den VfB Stuttgart II zu reagieren - nach einer fußballerisch lange guten, aber nicht effizienten Leistung. Hier die Versuche der Einordnung der Niederlage.
Timo Schultz, Trainer VfL Osnabrück: Es ist immer schlecht, wenn ein gegnerischer Trainer nach der Partie an der Bremer Brücke sagt, dass es ein tolles Erlebnis war. Aber das Weihnachtsgeschenk könnt ihr gerne mit nach Stuttgart nehmen, weil ein Fußballspiel eben 90 Minuten dauert. Wir haben unsere vielen Torchancen nicht zu mehr genutzt als zu einem Tor - ihr seid drangeblieben und habt schöne Tore herausgespielt. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass wir auswärts deutlich effektiver sind als hier zu Hause und deutlich mehr Tore schießen Das hat uns in der Tat die ganze Hinrunde verfolgt - aber das werden wir nächstes Jahr ändern. Wir ärgern uns jetzt einen Tag, dass wir bei 32 Punkten stehenbleiben, aber abgezogen wird uns auch nichts. Dann lassen wir uns den Braten zu Weihnachten schmecken - und dann greifen wir wieder an.
Nico Willig, Trainer VfB Stuttgart II: Es war ein tolles Erlebnis, hier an der Bremer Brücke zu spielen. Loben muss ich heute die starke Bank mit den Jungs, die hineingekommen sind und das Spiel verändert haben, sowie die Mentalität der Truppe, die dafür gesorgt hat, dass wir es am Ende noch biegen konnten nach einem für uns überragenden Spielverlauf. Aber es war ganz klar ein glücklicher Sieg für uns. Wir hatten 60 Minuten lang deutlich weniger Qualität als der Gegner auf dem Platz. Osnabrück hatte genug Torchancen, um uns zu zerlegen. Dass wir hingegen aus wenig Torchancen zwei Tore machen, ist eine neue Qualität von uns, die ich nicht unbedingt gesehen habe im Verlauf der Hinrunde. Deshalb werden wir die lange Rückfahrt mit einem Lächeln im Gesicht machen dürfen.
Fridolin Wagner, Mittelfeldspieler des VfL: Niederlagen sind immer unschön, so eine erst recht. Die erste Stunde hatten wir das Spiel komplett unter Kontrolle. Wir können zwei, drei, vielleicht sogar noch mehr Tore schießen und dann, wird das so ein Kampfspiel und wir haben ein bisschen Faden verloren und bekommen zwei Gegentreffer - wie auch immer. Und dann verlierst du ein Spiel. Fußball ist manchmal unberechenbar. Letzte Woche gehen fünf Dinger rein, heute ist es dann halt mal so, dass es nicht klappt. Aber dann müssen wir halt vielleicht das 1:0 halten - das war halt auch unsere Stärke. Jetzt haben wir frei und werden danach Vollgas weiterarbeiten, weil auf dem richtigen Weg sind wir auf jeden Fall. Bei den Gegentoren sind wir einen Schritt zu spät, das sind dann halt die Kleinigkeiten, die da den Unterschied machen. Trotzdem ist unsere Defensivarbeit immer noch sehr gut. Und man muss auch sagen, wenn man die Spiele gegen Hoffenheim oder in Verl sieht, haben wir heute gegen eine spielstarke Mannschaft wie Stuttgart einen großen Schritt gemacht. Nichtsdestotrotz war es unser Anspruch heute zu gewinnen. Jetzt fährt jeder nach Hause. Man muss ja sagen, das waren intensive fünf Monate. Viele neue Menschen wurden zu einer Gruppe geformt, das war für jeden anstrengend - insbesondere für den Trainer. Jetzt ist jeder froh, wenn er mal zwei Wochen abschalten kann. Und dann werden wir mit voller Energie ins Jahr starten.
David Kopacz, Torschütze des VfL Osnabrück: Ja, das war bitter heute - ähnlich ärgerlich wie die Niederlage gegen Wehen Wiesbaden. Wir haben ein gutes Spiel gemacht, hatten viele gute Chancen. Normalerweise müssen wir das zweite und dritte Tor machen, dann ist das Spiel vorbei. Warum wir auswärts effektiver sind, eine gute Frage. Leider kann ich sie nicht beantworten. Wir werden auf jeden Fall weiter daran arbeiten. Nach dem letzten Jahr in Osnabrück sind aber alle erst einmal froh, dass die Hinrunde so gelaufen ist, wie sie gelaufen ist. Jetzt heißt es erstmal, die paar Tage nutzen und dann nicht groß nach vorne schauen und sagen, wo es hingehen muss. Sondern ruhig bleiben. Wir bleiben bei unserem Plan und dann glaube ich, dass wir auf jeden Fall was reißen können.
Patrick Kammerbauer, Außenbahnspieler des VfL Osnabrück: Heute verloren zu haben, das tut unfassbar weh. Die ganze Mannschaft hätte es heute verdient gehabt, zu gewinnen. Aber leider haben wir uns selbst um den Lohn gebracht. Das tut jetzt extrem weh, aber ich hoffe, wenn man in ein paar Tagen mit der Familie am Weihnachtsbaum sitzt schmerzt es nicht mehr ganz so sehr. Wir hatten Chancen für drei, vier, fünf Tore. Das wir nicht höher führen ist ein großes Problem. Und dann haben wir hinten zwei leichte Fehler, die so auch nicht passieren dürfen. Beim ersten Tor muss ich den Ball besser klären - und dann verlierst du so ein Spiel, das eigentlich nur einen ganz klaren Sieger verdient hatte. Wir waren klar die bessere Mannschaft. Wir hatten heute wirklich viele gute Chancen. Das war nicht immer so in dieser Saison in den Heimspielen. Manchmal haben wir aus wenig viel gemacht, manchmal aus zu wenig wenig gemacht. Heute haben wir leider aus viel am Ende zu wenig gemacht.