Osnabrück Autofahrer gegen Radfahrer? Anwohner der Süntelstraße klagen über gefährliche Situationen
Auf der Süntelstraße im Osnabrücker Stadtteil Sonnenhügel fühlen sich Radfahrer unsicher. Beim Bürgerforum für Dodesheide, Haste und Sonnenhügel schilderten Anwohner riskante Situationen mit Autofahrern. Welche Maßnahmen die Stadt nun prüft.
Abseits der Hauptverkehrsstraßen mit dem Rad sein Ziel erreichen – das sollen die Velorouten im Osnabrücker Stadtgebiet möglich machen. Dass es mit der Sicherheit auf diesen Alternativstrecken nicht immer zum Besten bestellt ist, zeigt das Beispiel der Süntelstraße im Stadtteil Dodesheide.
Die Süntelstraße ist Teil des städtischen Velorouten-Netzes. Radfahrer sollen abseits der Hauptverkehrsstraßen sicher durch Osnabrück kommen. Anwohner machten beim Bürgerforum für Dodesheide, Haste und Sonnenhügel auf Probleme auf einem Teilabschnitt der Veloroute 2 aufmerksam und forderten mehr Sicherheit.
Viele Radfahrer nutzen die Strecke regelmäßig. Das bestätigten mehrere Anwohner beim Bürgerforum. Auch Birgit Strangmann, Bürgermeisterin und Stadtratsmitglied, kennt die Strecke gut. Sie moderierte das digitale Bürgerforum und nutze die Route selbst häufig. Auch die dortigen Probleme seien ihr nicht entgangen.
Besonders kritisch sei die Süntelstraße zwischen der Einmündung der Veilchenstraße und der Moorlandstraße. Dort sei die Verkehrsführung unübersichtlich, berichtete ein Anwohner. Er sehe dringenden Handlungsbedarf.
Gefährlich seien vor allem die Einmündungen für Radfahrer, die stadtauswärts unterwegs sind. Autofahrer, die von der Süntelstraße nach rechts abbiegen, etwa in die Straße An der Wakhegge, übersähen Radfahrer auf dem Hochbordradweg häufig, schildert ein Anwohner.
Grund dafür seien parkende Autos, die die Sicht versperren. Von diesen Autos gehe für den Radverkehr zudem ein erhebliches Dooring-Risiko aus, was das plötzliche Öffnen von Autotüren meint und eine Gefahr für die Sicherheit von Radfahrern darstellt.
Vorschlag des Anwohners: den Hochbordradweg zurückbauen und den Radverkehr komplett auf die Straße verlagern. Parallel spezielle Fahrbahnmarkierungen „Piktogrammketten“, aufbringen. So würde Autofahrern verdeutlicht, dass Radfahrer die Straße auch nutzen dürfen.
„Radfahrer, die stadtauswärts fahren, werden ständig angehupt, weil Autofahrer glauben, dass diese da nicht fahren dürfen“, so ein weiterer Anwohner. Nicht selten werde sogar mit Absicht extrem knapp überholt, mutmaßte der Anwohner. Der Abstand betrage dabei oft nur wenige Zentimeter, berichtete er. Doch auch Radfahrer, die in die Stadt fahren, würden angehupt.
Um diese „gefährlichen Dominanzgesten“ einzudämmen, regte er eine deutliche Zunahme von Polizeikontrollen an. „Es ist offenbar für alle unklar, wer dort auf der Süntelstraße wo fahren darf“, fasste er seine Sicht auf die Verhältnisse zusammen.
Ein Rückbau des Hochbordradwegs sei nicht geplant, erklärte Heike Pape, städtisches Verwaltungsvorstandsmitglied. Auf dem Abschnitt sei eine duale Lösung vorgesehen. Radfahrer dürfen sowohl den Radweg als auch die Fahrbahn nutzen. „Damit wollen wir den unterschiedlichen Radfahrtypen passende Optionen bieten“, sagte Pape. Das Problem sei der Stadt bekannt. „Viele Autofahrer wüssten nicht oder akzeptierten nicht, dass Radfahren auf der Süntelstraße erlaubt ist“, so Pape.
Um die Situation an der Süntelstraße zu prüfen, plant die Stadt eine Verkehrsschau vor Ort. Dabei sollen besonders die Einmündungsbereiche zur Süntelstraße untersucht werden. Zudem werde geprüft, ob für den Radverkehr Piktogrammketten eine sinnvolle Lösung für den Straßenabschnitt bieten könnten, erklärte Pape.
Frei von Kritik blieben beim Bürgerforum aber auch die Radfahrer nicht. „Es ist eine Rennstrecke für E-Bikes und wenn man aus dem Haus kommt, muss man höllisch aufpassen, nicht umgefahren zu werden“, schilderte ein Anwohner seine Erfahrungen. Da der Weg dort sehr breit sei, werde auch gerne nebeneinander Rad gefahren. „Und das in einem Affenzahn.“
Gefährlich sei zudem auch die Situation an den Bushaltestellen der Süntelstraße. Beim Aussteigen aus Bussen bestehe ein hohes Risiko, mit Radfahrern zusammenzustoßen, sagte der Anwohner. Auch diese Stellen sollen nun Teil der geplanten Verkehrsschau sein.