Bramsche AWO Sutthausen zieht wegen Wasserschaden mit Sack und Pack nach Bramsche
Ein Wasserschaden zwingt die AWO-Wohnanlage in Sutthausen, die gesamte Einrichtung vorübergehend zu verlegen. 40 Bewohner und 30 Mitarbeiter bekommen ein neues Zuhause auf Zeit in Bramsche. Was dahinter steckt.
Wegen eines massiven Wasserschadens in der AWO-Wohnanlage Sutthausen mussten rund 40 Klienten und 30 Mitarbeiter am Donnerstag, 18. Dezember, vorübergehend nach Bramsche umziehen. Laut einer Pressemitteilung der AWO sollen die Betroffenen für mehrere Wochen im leerstehenden „Haus Sonnenschein“ wohnen und arbeiten, das zum Frieda-Lohr-Haus der AWO gehört. Grund für den Umzug sind notwendige Sanierungsarbeiten, die im Erdgeschoss der Osnabrücker Einrichtung durchgeführt werden müssen.
Vor etwa sechs Wochen hatte ein Defekt an einem Wärmetauscher im Technikraum dort für einen großflächigen Wasserschaden gesorgt. Das austretende Wasser habe den Estrich in Wohnfluren, Wohnungen und Verwaltungsräumen unterspült und sich so auch auf der Bodenplatte des Gebäudes ausgebreitet. Um der Feuchtigkeit beizukommen, müsse der Boden aufgebohrt und das Wasser abgesaugt werden, heißt es in der Mitteilung weiter. Doch damit nicht genug: Weil das Wasser auch in andere Gebäudeteile gezogen sei, müssten Trockungsgeräte im ganzen Gebäude aufgestellt werden.
Diese Trocknungsgeräte, die wie überdimensionierte Standgebläse funktionieren, verursachen allerdings starken Lärm. Ein längerer Aufenthalt in der Einrichtung während der Bauarbeiten sei deshalb für die Bewohner und das Personal nicht zumutbar gewesen.
Die Sanierung soll noch vor den Feiertagen beginnen. Zugleich tausche die AWO vorsorglich alle verbauten Wärmetauscher des gleichen Typs aus. Im Februar will die AWO wieder in die Wohnanlage in Sutthausen zurückkehren. Die Kosten für die Sanierung seien für die AWO noch nicht abschließend zu beziffern, der Betrag werde aber wohl im fünf- bis sechsstelligen Bereich liegen, doch immerhin: Beim Wasserschaden im erst vor sechs Jahren errichteten Neubau handelt es sich wohl um einen Versicherungsfall.
Die schnelle Lösung sei nur dank enger Abstimmung innerhalb der AWO Weser-Ems möglich gewesen. „Wir sind sehr froh, dass wir auf diese Option und diese Expertise zurückgreifen können“, sagt Prokuristin Janne Koch. Wohncontainer seien keine Alternative gewesen. „Aufgrund der zu erwartenden hohen Lärmbelästigung war es uns wichtig, mit der gesamten Einrichtung einen anderen Standort nutzen zu können.“
Die AWO Sutthausen ist eine moderne Einrichtung der Eingliederungshilfe mit Fokus auf Selbstständigkeit. Auch wenn der Umzug in der Weihnachtszeit für viele Klienten eine Herausforderung darstelle, betont Koch: „Die Zeit außerhalb der gewohnten vier Wände werden wir ihnen mit mindestens genauso viel Einsatz und Zuwendung ausgestalten.“