Osnabrück Studium in Osnabrück wird teurer: Beitrag für Studierendenwerk steigt um fast 60 Prozent
Das Studierendenwerk Osnabrück fordert ab dem Wintersemester 2026 von den Studierenden in Osnabrück, Lingen und Vechta deutlich höhere Beiträge. Als Grund für die Beitragserhöhung nennt es steigende Kosten und zu geringe Landesmittel.
Studierende der Universitäten Osnabrück und Vechta sowie der Hochschule Osnabrück müssen bald deutlich höhere Beiträge für das Studierendenwerk Osnabrück zahlen. Dies habe der Verwaltungsrat am 11. Dezember 2025 beschlossen, schreibt das Studierendenwerk auf seiner Internetseite.
Aktuell beträgt der sogenannte Studierendenwerksbeitrag 93 Euro pro Semester. Zum Wintersemester 2026/2027 soll er um 42 auf 135 Euro steigen (plus 45 Prozent), zum Wintersemester 2027/2028 um weitere 12 auf 147 Euro (plus neun Prozent). Insgesamt bedeutet die Beitragserhöhung von 93 auf 147 Euro eine Zunahme von 58 Prozent.
Die finanzielle Lage des Osnabrücker Studierendenwerks habe sich in den vergangenen Jahren „deutlich verschärft“. Während die Kostensteigerungen in den Jahren 2022/2023 noch durch Sondermittel des Landes abgefedert werden konnten, seien diese zusätzlichen Hilfen inzwischen ausgelaufen.
Die Erhöhungen seien erforderlich, um Einnahmeverlusten aus rückläufiger Finanzhilfe, den Folgen sinkender Studentenzahlen sowie den jährlichen strukturellen Personal- und Sachkostensteigerungen entgegenzuwirken.
In Niedersachsen sei die Finanzhilfe des Landes für die Studierendenwerke in den vergangenen 25 Jahren nominal um 3,2 Prozent angepasst worden. „Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum stiegen die Ausgaben für den Landeshaushalt um 102,7 Prozent und die Studierendenwerksbeiträge zur Kompensation der Kostensteigerungen um 388 Prozent“, schreibt das Studierendenwerk Osnabrück.
Die letzte Anpassung der Finanzhilfe habe lediglich rund neun Prozent der Tarifsteigerungen der niedersächsischen Studierendenwerke für das Wirtschaftsjahr 2024 gedeckt.
In den kommenden Jahren sei mit jährlichen Kostensteigerungen von rund zwei bis fünf Prozent in den Bereichen Personal, Energie, Zinsen und Sachausgaben zu rechnen. Hinzu kämen Aufwendungen für den Erhalt der Infrastruktur sowie für energetische Sanierungen der Wohnanlagen, die sich aus den Klimazielen des Landes Niedersachsen ergeben.
Das Studierendenwerk fordert weiterhin von der Landespolitik, die öffentliche Finanzierung an die Kostenentwicklung anzupassen. Angesichts hoher Beiträge, steigender Lebenshaltungskosten und zunehmender Mietbelastungen gerieten viele Studierende finanziell an ihre Grenzen.
Niedersachsen sei kein Einzelfall. Bundesweit kämpften Studierendenwerke mit unzureichender Landesförderung. Der Dachverband der Studierendenwerke fordere daher höhere Länderzuschüsse.
Auch Studierende seien durch massiv steigende Kosten immer stärker finanziell belastet. Die anhaltend hohe Inflation treibe insbesondere die Ausgaben für Wohnen, Energie und Lebensmittel nach oben, während die staatliche Unterstützung nicht Schritt halte. So liege die Wohnpauschale im BAföG weiterhin bei 380 Euro, während die durchschnittliche WG-Miete für Studierende bereits bei 493 Euro liegt.