Kommunalwahlen Ein AfD-Bürgermeisterkandidat für Norden
Nicht nur in Norden, auch in Hage will die Partei mit eigenen Bewerbern antreten. Die Aufstellungsversammlungen finden im Januar statt. Jetzt bestätigte die Partei einen Namen für Norden.
Norden - Noch neun Monate bis zur Kommunalwahl in Niedersachsen. Jetzt ist klar, welcher Kandidat der AfD sich um das Bürgermeisteramt in Norden bewirbt: Stefan Quellmelz will es mit dem Amtsinhaber Florian Eiben aufnehmen. Das bestätigte der AfD-Kreisverband Aurich-Emden auf Nachfrage. Eiben nimmt es gelassen. „Das ist ein Bewerber ums Amt wie jeder andere auch“, sagte Eiben auf Nachfrage.
„Ich freue mich, dass sich mit Herrn Stefan Quellmelz ein hervorragender Kandidat für das Amt des Norder Bürgermeisters der Wahl stellen wird“, teilte Anke Kutscher, zweite stellvertretende Vorsitzende des AfD-Kreisverbands und Ehefrau des Vorsitzenden Harald Kutscher, mit.
Kandidat stammt aus Nordrhein-Westfalen
Stefan Quellmelz ist stellvertretender Vorsitzender des AfD-Kreisverbands Aurich-Emden, 47 Jahre alt, und stammt gebürtig aus Bremen, hat aber nach eigenen Angaben lange im Ruhrpott gelebt. Ursprünglich habe er Zimmermann und Dachdecker gelernt, später noch den Beruf des Kraftfahrers. Im Anschluss habe er seinen Fachwirt im Bereich Logistiksysteme gemacht und arbeite heute als Angestellter im Bereich der Prozessoptimierung. Wie er sagt, ist er alleinerziehender Vater eines zwölfjährigen Sohnes. Nach Gewalterfahrungen des Sohnes im Ruhrpott sei er wieder aufs Land gezogen. Sein Sohn habe letztlich entschieden, dass es Norden sein soll. Vor eineinhalb Jahren folgte der Umzug nach Norden, berichtete Quellmelz im November dieser Zeitung. Mit dem Umzug nach Norden ist er in die AfD eingetreten.
Im Gespräch mit Quellmelz wird schnell klar, dass er tief mit den Ideologien der Bundespartei verbunden ist, auch wenn er einen anderen Eindruck vermitteln möchte. Und er ist in der Norder Kommunalpolitik noch nicht sattelfest. Zwar hat er sich das Problemthema Gesundheitsversorgung auf die Fahnen geschrieben. Seine Ideen dazu – „Das muss Chefsache werden.“ – sind aber keineswegs neu und in Norden längst umgesetzt. Während bisher nur sein Mitbewerber um das Amt des Bürgermeisters Christian Hickel von der „Partei des Fortschritts“ immer wieder im Rat und in Ausschüssen unter den Zuschauern saß, hat sich die AfD daran nun offenbar ein Beispiel genommen. In den jüngsten Ratssitzungen waren zunächst Harald Kutscher und Stefan Quellmelz anwesend. In der letzten Sitzung des Jahres waren dann gleich fünf AfD-Mitglieder des Kreisverbandes als Zuschauer zugegen. Und auch zum Bürgermeister hat Quellmelz offenbar bereits von sich aus Kontakt gesucht. In einer Bürgersprechstunde hat er sich laut Eiben einen Termin gebucht, um sich als „besorgter Bürger“ mit Eiben zu unterhalten.
Bürgermeister Eiben spricht von Persönlichkeitswahl
Der Amtsinhaber machte deutlich: „Ich habe keine Angst vor einem Herausforderer. Es ist eine Persönlichkeitswahl. Ich habe eine Bilanz vorzuweisen, mit der vielleicht nicht immer jeder zufrieden ist und auch rumgemeckert wird. Aber ich glaube, der Wähler macht eine Gesamtbewertung.“ Entscheidend sei in dem Wahlkampf, über Norden zu reden. „Wenn wir über Sicherheitsgefühl oder so etwas reden, sprechen wir über Norden und nicht über Flüchtlingsabschiebung, weil dafür hier niemand zuständig ist“, so Eiben. Er selbst fokussiere sich zunächst darauf, seinen Job als Bürgermeister bis zum 31. Oktober 2026 zu erfüllen. Denn so lange hat er einen Arbeitsvertrag. „Norden steht an erster Stelle und ich werde bis zum letzten Tag vernünftig meine Arbeit machen“, sagte Eiben. Wahlkampf komme dann noch hinzu. „Angst vor Mitbewerbern habe ich keine“, betonte der Amtsinhaber. Er glaube aber schon, dass „noch eine schmutzige Zeit auf uns zukommt“, sagte Eiben. Er geht davon aus, dass Harald Kutscher als Vorsitzender des Kreisverbandes als Landrat im Landkreis Aurich kandidieren wird. Diese Personalie hat die AfD bisher nicht bestätigt.
Neben Stefan Quellmelz verkündete die AfD aber noch einen weiteren Bürgermeisterkandidaten. Der 43-jährige Landwirt Josef Nimtsch aus Halbemond beabsichtigt demnach, für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters der Samtgemeinde Hage zu kandidieren. Auch er ist Vorstandsmitglied des neuen Kreisverbands. Sowohl die Kandidatur von Nimtsch als auch die von Quellmelz und potenziell weiteren Kandidaten müssen laut AfD noch von den Mitgliedern in Aufstellungsversammlungen bestätigt werden. Die ersten Aufstellungsversammlungen sind für Mitte Januar geplant.