Sportplatz-Streit  Für Brookmerlander SPD steht der Sündenbock fest

| | 18.12.2025 19:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Als einer der ersten Arbeitsschritte nach dem Baustopp wurde jetzt die Sohlplatte der Umkleidegebäude der neuen Sportanlage in Marienhafe zu Ende betoniert. Foto: Thomas Dirks
Als einer der ersten Arbeitsschritte nach dem Baustopp wurde jetzt die Sohlplatte der Umkleidegebäude der neuen Sportanlage in Marienhafe zu Ende betoniert. Foto: Thomas Dirks
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Die SPD im Brookmerland nimmt nach dem jüngsten Gerichtsbeschluss die Gegner der neuen zentralen Sportstätte in Marienhafe ins Visier. Wen sie für Zeitverzug und Mehrkosten verantwortlich machen.

Brookmerland - Befürworter der geplanten zentralen Sportstätte in Marienhafe feiern weiter ihren jüngsten Erfolg im Rechtsstreit um das Bauvorhaben: Die SPD im Brookmerland hat Kritiker des schon jetzt mehr als sieben Millionen Euro teuren Projekts am Tjücher Moortun jetzt scharf angegriffen und sie indirekt für die zeitliche Verzögerung und die Mehrkosten in Folge der juristischen Schritte verantwortlich gemacht, die der Naturschutzbund (Nabu) eingeleitet hatte.

Wie mehrfach berichtet, hatte das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) mit Beschluss vom 21. November 2025 den Eilantrag des Naturschutzbundes Nabu gegen die Baugenehmigung für die neue Sportanlage in Marienhafe abgelehnt. Die Richter hoben den vom Verwaltungsgericht Oldenburg im Juli dieses Jahres verhängten Baustopp auf und erlaubten einen Weiterbau.

In Rechtsauffassung bestätigt

In den Sitzungen des Marienhafer Gemeinderates und des Samtgemeinderates Brookmerland hatten Bauamtsleiter Jochen Behrends und Samtgemeindebürgermeister Gerhard Ihmels (SPD) die OVG-Entscheidung jeweils ausführlich gewürdigt. Beide sehen ihre Rechtsauffassung durch den Gerichtsbeschluss bestätigt und ihre Verwaltung nach massiver Kritik rehabilitiert. Während sie die politischen Gegner der Sportanlage bisher verurteilten, ohne sie namentlich zu bezeichnen, nennen SPD-Vertreter nun Ross und Reiter.

Im Fokus steht dabei wieder einmal die bei den Sozialdemokraten in Ungnade gefallene Ex-Genossin Ida Bienhoff-Topp (heute Bündnis für Brookmerland, BfB). Nach Ansicht der SPD haben die Debatten im Samtgemeinderat, insbesondere die Vorwürfe „aus der Gruppe um Frau Bienhoff-Topp“, gemeint ist die Ratsgruppe BWG/SEB, BfB und CDU, „Spuren und Verwerfungen“ hinterlassen.

Sie sehen sich in ihret Rechtsauffassung bestätigt: Brookmerlands Samtgemeindebürgermeister Gerhard Ihmels (von links),Johann Tjaden, Sprecher der SPD/Moin-Gruppe, und Bauamtsleiter Jochen Behrends. Foto: Thomas Dirks
Sie sehen sich in ihret Rechtsauffassung bestätigt: Brookmerlands Samtgemeindebürgermeister Gerhard Ihmels (von links),Johann Tjaden, Sprecher der SPD/Moin-Gruppe, und Bauamtsleiter Jochen Behrends. Foto: Thomas Dirks

Kritik an der Sache ist laut SPD legitim und das Recht der Opposition. Den Gegnern des Sportplatzes jedoch wirft die SPD vor, „den Weg der Sachlichkeit verlassen und sich nicht mehr mit Gutachten und Präsentationen auseinandergesetzt zu haben.“ Dies habe zu Misstrauen gegenüber der Verwaltung und den Befürwortern des neuen Sportplatzes in der Öffentlichkeit geführt. „Wir hätten uns gewünscht, dass man mit mehr Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Samtgemeinde Brookmerland und den Interessen des Sports gehandelt hätte“, wird Johann Tjaden, Sprecher der Ratsgruppe SPD/„Moin“ zitiert. Nach Auffassung der SPD haben die Debatten Arbeitskraft in der Verwaltung gebunden, die an anderer Stelle für die Bürger gefehlt habe. Die SPD fordert daher die Gegner des Sportplatzes in Reihen von BWG/SEB, BfB, CDU auf, ihr Verhalten zu ändern, den Konflikt beizulegen und konstruktiv an der zentralen Sportanlage mitzuarbeiten. „Wir laden sie hierzu ein und dies nicht zum ersten Mal“, so Tjaden. Die SPD erwarte, „dass den Mitarbeitenden im Rathaus künftig das verdiente Vertrauen entgegengebracht wird“.

Vorwürfe entkräftet

Dies auch, weil der OVG-Beschluss eine klare Sprache spreche: In der 17-seitigen Entscheidungsbegründung bleibe von den Einlassungen des Nabu „nichts Nennenswertes“ übrig, stellt Gemeindeverbandsvorsitzender Sascha Pickel fest. „Das Gericht habe sämtliche Vorwürfe entkräftet und die Arbeit und Auffassung der Samtgemeinde eindeutig bestätigt, so Tjaden. Das Gericht habe unmissverständlich festgestellt, dass eine Sanierung der alten Sportanlage technisch, umweltverträglich und wirtschaftlich unmöglich sei. Der Vorwurf, es seien keine Alternativstandorte geprüft worden, treffe nicht zu. Auch der Artenschutz werde bei der neuen Sportanlage vollumfänglich eingehalten, heißt es.

Der Vorsitzende des SPD-Gemeindeverbandes Brookmerland, Sascha Pickel. Foto: Thomas Dirks
Der Vorsitzende des SPD-Gemeindeverbandes Brookmerland, Sascha Pickel. Foto: Thomas Dirks

Die Brookmerlander Genossen sehen sich in ihrer Haltung zur Errichtung der neuen, zentralen Sportanlage vollständig bestätigt. Alle Kritikpunkte und Vorwürfe seien höchstrichterlich widerlegt und die Auffassung von Verwaltung und Gutachtern bestätigt worden. Die Partei habe nie an der Rechtmäßigkeit der Arbeit der Verwaltung und der Gutachter gezweifelt.

Die neue Sportanlage werde den Sportvereinen „eine neue Heimat“ bieten. Die SPD danke ihnen dafür, dass sie geduldig ausgehalten haben, heißt es in der Mitteilung der Partei.

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