Osnabrück  Ein Traditionsevent, zwei Läufer: Was Klezath und Kulgemeyer am Silvesterlauf begeistert

Moritz Büscher
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Von Moritz Büscher
| 26.12.2025 12:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Starten wie in den vergangenen Jahren beim OTB-Silvesterlauf: Annika Klezath und Jonas Kulgemeyer. Foto: Michael Gründel
Starten wie in den vergangenen Jahren beim OTB-Silvesterlauf: Annika Klezath und Jonas Kulgemeyer. Foto: Michael Gründel
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2025 findet der Silvesterlauf des Osnabrücker Turnerbunds zum 44. Mal statt: Beim Hauptlauf des Traditionsevents starten in Jonas Kulgemeyer und Annika Klezath wieder zwei ambitionierte Läufer, die den Sprung nach vorne schaffen können. Wo das Duo den Knackpunkt der Strecke ausmacht und warum der letzte Lauf des Jahres für sie ungewohnt und perfekt zugleich ist.

Es geht hoch und runter, durch die Stadt und den Wald, auf asphaltiertem Grund, Schotter und Kopfsteinpflaster: Der Silvesterlauf des Osnabrücker Turnerbunds (OTB), der bis auf drei Absagen jährlich seit 1980 stattfindet, ist zum Ende des Jahres für mehrere Tausend Läufer ein anspruchsvolles Traditionsevent. Das gilt auch für den Titelverteidiger Jonas Kulgemeyer und die Vorjahreszweite Annika Klezath: Das Paar weiß, wie man beim Hauptlauf über zehn Kilometer vorne mitläuft – obwohl ihre Kerndisziplin auf anderen Strecken liegt.

Das OTB-Duo, das von Friedhelm Peselmann trainiert wird und pro Woche bis zu neun Einheiten absolviert, fühlt sich eher auf der Tartanbahn als auf der Straße in seinem Element. Dort laufen die beiden die Mittelstreckendistanz über 1500 und 5000 Meter, obwohl sie sich für das Training auch immer mal wieder ausgewählte Streckenabschnitte des Silvesterlaufes vornehmen: Sei es eine abgesteckte 1000-Meter-Runde am Lotter Kirchweg oder „schnelle Tempo-Dauerläufe“ an der Landesaufnahmebehörde, wie Kulgemeyer erklärt.

„Wir kennen die Strecke ziemlich gut, es ist eine gute Mischung. Ich freue mich seit Monaten auf den Silvesterlauf und die schöne Stimmung – es ist ein perfekter Jahresabschluss“, sagt der 21-Jährige, der aus einer laufbegeisterten Familie kommt und seit Kindheitstagen beim OTB ist. In dem Verein läuft seit sechs Jahren auch Klezath, die nach einem neunjährigen Amerika-Aufenthalt sowie mehreren Umzügen 2019 nach Osnabrück kam und den Silvesterlauf lieben lernte.

„Seitdem ich beim OTB bin, freue ich mich das ganze Jahr auf den Silvesterlauf. Es ist in der Familie zu einem festen Ritual geworden“, betont die gebürtige Hildenerin, die seit diesem Herbst in Münster Medizin studiert. Eine spezielle Vorbereitung auf den Lauf absolvieren die beiden OTB-Athleten nicht. Da sie schon mehrmals an der Veranstaltung teilgenommen haben, kennen sie die Fallstricke und wichtigsten Etappenpunkte in- und auswendig – obwohl die Strecke immer minimal verändert wird.

Aufregung herrsche bei beiden Sportlern kurz vor dem Start nicht, da sie vorab im Bambini-Lauf involviert sind. Da könne man sich vorher nicht so viele Gedanken machen, so Kulgemeyer. „Nach dem Start geht es einen kleinen Berg hoch. Das ist kein Problem, weil man sich so freut. Dann geht es zwei Kilometer herunter, was dazu verleitet, schnell zu laufen. Es ist sinnvoll, am Anfang nicht zu überpacen“, erklärt die 19-Jährige. Ein zustimmendes Nicken erhält sie von ihrem Teamkollegen und Freund Kulgemeyer, der wie Klezath auf die volle Unterstützung der Familie zählen kann.

„Der größte Knickpunkt für alle Läufer ist der Weg hoch zum Klinikum, da bekommt man den Rest. Dort hört man immer wieder das Gestöhne. Aber man freut sich, wenn man vom Klinikumberg herunterkommt“, sagt der Sieger des vergangenen Silvesterlaufes, dessen Hauptläufe in diesem Jahr mit 3000 Teilnehmern ausgebucht sind. Auch an diesem schwierigeren Streckenabschnitt und im Zielbereich werden wieder viele lautstarke Zuschauer erwartet.

„An der Geraden zur Illoshöhe hat man das Gefühl, dass man es schon fast geschafft hat. Dann kann man die Stimmung genießen, obwohl das Rennen auch auf den letzten Metern entschieden werden kann – das weiß Jonas genau“, sagt Klezath, die sich gegenüber dem Vorjahr steigern möchte.

Für Kulgemeyer, der zuletzt mit Knieproblemen drei Monate ausfiel, steht die Titelverteidigung, der Ausbau seiner Bestzeit (30:52 Minuten) oder ein möglicher Streckenrekord nicht im Vordergrund: „Ich will die Atmosphäre und das Gemeinschaftsgefühl aufsaugen. Den alten Streckenrekord (Anm. d. Red., 30:08) hat Jan Fitschen. Wenn man die Zeiten ins Verhältnis setzt, fehlt da noch ein bisschen – das wird sehr schwierig“, betont der gebürtige Osnabrücker.

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