Lotte  Haushalt 2026 in Lotte: Rat muss 5,7-Millionen-Euro-Lücke ausgleichen

Marcus Alwes
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Von Marcus Alwes
| 20.12.2025 15:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Finanzlage bleibt angespannt. Die kommunalen Kassen sind leer: Auch der Haushalt 2026 in Lotte wird eine Herausforderung für Ortspolitik und Verwaltung. Foto: Imago/Sascha Steinach
Die Finanzlage bleibt angespannt. Die kommunalen Kassen sind leer: Auch der Haushalt 2026 in Lotte wird eine Herausforderung für Ortspolitik und Verwaltung. Foto: Imago/Sascha Steinach
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Kämmerer Thorsten Brinker ist nicht zu beneiden. Auch für 2026 weist der Entwurf des Gemeindehaushaltes in Lotte ein stattliches Minus auf – und zwar in Höhe von 5,7 Millionen Euro. Was nun?

Die Zahlen, die im Ratssaal vorgestellt wurden und auch unserer Redaktion schriftlich vorliegen, waren und sind eher ernüchternd: Erwartete Erträge in Höhe von 37,3 Millionen Euro. Dem stehen voraussichtliche Aufwendungen von 44 Millionen Euro gegenüber. Augenblicklich weist der Haushaltsentwurf der Gemeinde Lotte für das Jahr 2026 also ein Loch von 5,7 Millionen Euro auf.

Ortspolitik und Verwaltung müssen nun überlegen, wie dieses Minus doch noch ausgeglichen oder zumindest spürbar verringert werden kann.

Kämmerer Thorsten Brinker hatte die sicherlich nicht angenehme Aufgabe, den gewählten Ratsmitgliedern und den Verwaltungsmitarbeitern die gewaltige Lücke im Haushaltsentwurf 2026 zu erläutern. Zudem seien die Rücklagen der 14.000-Einwohner-Kommune spätestens 2028 wahrscheinlich vollständig aufgebraucht, skizzierte der Finanzfachmann.

Käme es so, müsste bereits 2027 durch die Kommunalpolitik ein sogenanntes Haushaltssicherungskonzept aufgestellt werden. Keine erfreuliche Perspektive.

Immerhin: Die Steuerhebesätze in Lotte sollen im kommenden Jahr noch unverändert bleiben, so Brinker. Erst ab 2027 werde über eine moderate Anhebung der Grundsteuern A und B (um jeweils fünf Prozent) nachgedacht, führte der Kämmerer aus. Auch die Gewerbesteuer könnte dann eventuell steigen (um drei Prozent). „Diese Maßnahmen allein reichen gleichwohl nicht aus, um einen dauerhaften Haushaltsausgleich herzustellen“, stellte Brinker klar.

Offenbar müssen in nächster Zeit weitere Kredite her. Und auch die Zinsaufwendungen dürften für die Gemeinde im Kreis Steinfurt weiter steigen.

Bei den im nächsten Jahr geplanten Investitionen schlägt die Verwaltung unterdessen laut Haushaltsentwurf Auszahlungen in einer Gesamthöhe von 12,7 Millionen Euro vor. Angeführt wird diese Liste von einem Teil der Sporthallensanierung in Wersen (5,13 Millionen Euro), aber auch den Arbeiten an der Regenbogenschule in Büren (1,58 Millionen Euro), Ausgaben für Feuerwehrfahrzeuge (1,87 Millionen Euro) und ersten Geldern für einen Neubau einer Sporthalle in Alt Lotte (950.000 Euro).

Die Investitionstätigkeit bleibe damit – trotz aller anderen Widrigkeiten – „auf hohem Niveau“, machte Brinker deutlich.

Er sprach allerdings auch von „erheblichen finanziellen Herausforderungen“, vor denen die Osnabrücker Nachbargemeinde Lotte stehe. Ohne strukturelle Entlastungen von außen – also durch überregionale Ebenen – sei „der Weg in die Haushaltssicherung 2027“ wohl nicht oder kaum „zu vermeiden“.

Die drei Gemeinderatsfraktionen von SPD, CDU und Grünen werden sich jetzt mit dem Haushaltsentwurf 2026 befassen müssen. In einer Sitzung Anfang März 2026 soll das Zahlenwerk dann endgültig beschlossen werden.

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