Weihnachtsmarkt Das lieben Auricher an ihrem Weihnachtszauber
Für viele Menschen ist der Auricher Weihnachtsmarkt der schönste. Wir haben nachgefragt, warum und welche Traditionen sie mit dem Markt verbinden.
Aurich - In der Weihnachtszeit verwandelt sich der Auricher Marktplatz in einen Weihnachtszauber. Seit fast 50 Jahren gibt es den Weihnachtsmarkt schon im klassischen Sinne – einzelne Buden gab es schon davor. Für viele Auricher steht fest: Ihr Weihnachtsmarkt ist der schönste. Darüber diskutieren viele Auricher auch nicht.
Die Redaktion hat sich auf dem Weihnachtsmarkt einmal umgehört und wollte wissen: Was ist denn nun so besonders?
„Klein, übersichtlich, gemütlich“
„Der Auricher Weihnachtszauber ist immer noch der schönste Zauber“, sagt Maike Steinhorst aus Ihlow. Für sie und ihre Familie steht ein Besuch auf dem Auricher Weihnachtsmarkt jedes Jahr fest im Kalender. Es ist eine Tradition. „Manchmal kommen wir auch zwei oder drei Mal“, sagt sie. „Auf anderen Märkten hast du immer gestresste Leute, das hat man in Aurich nicht. Das ist ein geschlossener Platz, da musst du nicht durch 1000 verschiedene Seitenstraßen laufen“, sagt Steinhorst. Und der Duft der Weihnacht liege überall in der Luft.
Da stimmt auch Luise Kleene aus Victorbur zu. „Der Weihnachtsmarkt ist klein und gemütlich.“ Für sie gebe es alles, was das Herz begehrt. Ähnliche Worte kommen von einem weiteren Besucher aus dem Raum Wittmund. „Ich komme jedes Jahr her und war früher schon immer mit meinen Eltern hier. Das gehört einfach dazu.“ Auch dieser Besucher beschreibt den Auricher Weihnachtsmarkt als „klein, übersichtlich, gemütlich“.
Handwerkskunst überzeugt Besucher
Die Lage des Marktes macht seinen Charme aus – das hört man immer wieder. „Der Marktplatz ist natürlich sehr zentral, da kommen alle gut hin. Es ist schön, dass die Buden alle so dicht beisammen sind“, fasst es etwa eine Auricherin zusammen.
Es ist aber nicht nur die Lage, die überzeugt. Für Maike Steinhorst gibt es noch einen weiteren Grund, weshalb sie immer gerne zum Auricher Weihnachtszauber kommt: „Weil der so urig ist.“ Es gebe viele Handwerksleute, die ihre Kunst darstellen und vieles, was selbstgemacht ist. „Das sind Produkte, die du so nirgendwo anders kaufen kannst“, sagt Steinhorst. Den Auricher Weihnachtsmarkt findet sie am schönsten. „Emden mag ich überhaupt nicht, Norden mag ich auch nicht“, sagt Steinhorst.
Pferdekarussell vereint die Auricher Generationen
Auch das Ehepaar Janssen aus Aurich ist sich einig: „Es ist halt der schönste Markt, das ist einfach so.“ Annegret Janssen beobachtet vor allem die vielen Reisebusse, die Weihnachtsmarkt-Besucher nach Aurich bringen. „Das kann ich verstehen. Wir finden es auch ganz toll hier“, sagt sie. Alles sei dicht beisammen und nicht so weitläufig wie auf anderen Märkten. „Man sieht auch viele Vereine, die sich hier treffen“, sagt Janssen. Zum Beispiel den Boßelverein. „Die trinken, essen und klönen hier. Ist das nicht toll?“, fragt sie.
Nostalgie ist bei der Frage nach den Besonderheiten des Auricher Weihnachtsmarktes natürlich auch nicht wegzudenken. „Das schöne alte Pferdekarussell gab es zu meiner Kindheit schon. Immer wieder schön“, sagt Maike Steinhorst. Seit 153 Jahren dreht das Karussell bereits seine Runden – bald übernimmt bereits die dritte Generation in der Schaustellerfamilie Kruse das Ruder. Es ist das älteste Pferdekarussell in ganz Deutschland. Laut dem künftigen Betreiber, Jonas Kruse, vereint das Fahrgeschäft Menschen jeden Alters in Aurich. Unabhängig davon, wie sie aufgewachsen sind: Eine Gemeinsamkeit ist immer das Karussell.
Essen und Glühwein darf nicht fehlen
Während die einen Runden auf dem Karussell drehen – oder es zumindest von außen bestaunen – legen andere ihren Schwerpunkt auf die Getränke- und Essensbuden. Das Ehepaar Janssen hat sogar einen ganz genauen Plan, was bei einem Besuch auf dem Weihnachtsmarkt gegessen werden muss. „Erstmal einen Schaschlik, dann Champignons und Backfisch“, sagt Annegret Janssen. Und am Ende gebe es für sie und ihren Mann immer einen halben Germknödel. „Den teilen wir uns“, sagt Janssen. Und: „Glühwein trinken wir natürlich“, sagt Luise Kleene.