Osnabrück  Shopping-Erlebnis in Osnabrück: Verdrängt der Online-Handel den Einzelhandel?

Antonia Kaija Schübel
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Von Antonia Kaija Schübel
| 27.12.2025 08:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Jugendliche erklären, warum Einkaufen in Osnabrück oft frustrierend ist – und was es braucht, damit sie wiederkommen. Foto: Antonia Kaija Schübel
Jugendliche erklären, warum Einkaufen in Osnabrück oft frustrierend ist – und was es braucht, damit sie wiederkommen. Foto: Antonia Kaija Schübel
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Leere Schaufenster, volle Warenkörbe: das Kaufverhalten junger Menschen ändert sich. Wie verändert sich die Innenstadt und was kann man tun, um sie wieder attraktiver zu machen? Jugendliche haben sich zu diesem Thema geäußert. Dieser Beitrag entstand im Rahmen des Projekts „Medienlab“ der Neuen Osnabrücker Zeitung mit Schülerinnen der IGS Eversburg.

Der Einzelhandel in der Osnabrücker Innenstadt schwindet: Laut aktuellen Studien des Osnabrücker Handelsmonitors ist der Online-Handel in Osnabrück seit 2019 um 56 Prozent gestiegen, während der Einzelhandel Umsatzverluste von etwa 85 Millionen Euro gemacht hat.

Ein Brandbeschleuniger war die Corona-Pandemie. Alleine im Jahr 2020 gab es Umsatzverluste in einer Höhe von über 100 Millionen Euro. Eine Summe, die auch nach der Pandemie nicht ausgeglichen werden konnte. Laut eines Artikels der NOZ wurden bereits im Mai 68 leerstehende Erdgeschossflächen in der Osnabrücker Innenstadt gezählt. In diesem Jahr schlossen beispielsweise die Geschäfte Depot, Contigo und auch das Modegeschäft Closed meldet Insolvenz und eine Schließung im Januar 2026 an.

An einer Schülerumfrage an der IGS Eversburg zur Osnabrücker Innenstadt nahmen 130 Schüler teil. Die Jugendlichen berichten, was Gründe dafür sind, dass sie gerne online bestellen. „Es geht schnell und einfach“ und „man kann spontan zu jeder Uhrzeit einkaufen“. Weitere Schüler sagen, es sei übersichtlicher und biete einen besseren Preisvergleich. Außerdem seien Produkte im Internet oft günstiger.

Ergebnisse der Schülerumfrage zeigen aber auch, dass Jugendlichen noch gerne und oft in der Stadt einkaufen. Jedoch sei das Shopping-Erlebnis in Osnabrück oft sehr anstrengend und aufwändig. Es sei laut, voll und chaotisch. Oft müsse man in langen Schlangen vor der Umkleide oder an der Kasse warten. Vorschläge der Schüler, um das Einkaufen wieder angenehmer und attraktiver zu gestalten, sind angepasstere Öffnungszeiten, gegebenenfalls auch sonntags, sowie Orte, die der Erholung dienen. Beispielsweise kleine Cafés und Grünanlagen. „Mehr Grün, mehr Bänke“.

Außerdem wünschen sich die Jugendlichen mehr Diversität an Geschäften. Genannt werden Boutiquen, angesagte Geschäfte wie Stradivarius oder Bershka und Secondhand-Läden. Die Stadt solle die Sauberkeit und Sicherheit verbessern, zudem öffentliche Sanitäranlagen anbieten. Die Jugendlichen schätzen die Vorteile des unmittelbaren Einkaufserlebnisses und geben dem Shopping-Erlebnis in Osnabrück drei von fünf Sternen.

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