Osnabrück Chanukka-Fest in Osnabrück: Mehr Besucher nach Terroranschlag in Sydney
Zum Chanukka-Fest in Osnabrück kamen mehr Menschen als in den Vorjahren in die Innenstadt. Die Feier stand im Zeichen von Solidarität nach dem Terroranschlag in Sydney. Welche Bedeutung das für die jüdische Gemeinde hatte.
Der Chanukka-Leuchter stand gut sichtbar in der Osnabrücker Innenstadt, als am Dienstagabend, 16. Dezember, die dritte Kerze entzündet wurde. Zahlreiche Menschen versammelten sich dort, um das Lichterfest gemeinsam zu feiern. Nach dem Terroranschlag in Sydney am vergangenen Wochenende wollten viele Besucher bewusst ein Zeichen für Solidarität und Zusammenhalt setzen.
Für Kantor Baruch Chauskin stand an diesem Abend die gemeinsame Feier des Chanukka-Festes im Mittelpunkt. „Trotz des Anschlags war es für uns keine Option, die Veranstaltung abzusagen“, sagte der Kantor. Chanukka sei ein Fest des Lichts und der Freude, das man sich nicht nehmen lassen wolle.
Nach Ansprachen von Oberbürgermeisterin Katharina Pötter und Rabbiner Michael Kohn sang Baruch Chauskin gemeinsam mit rund 130 Anwesenden vier jüdische Lieder.
Besonders bewegt habe ihn die große Beteiligung. „Ich habe mich darüber gefreut, dass deutlich mehr Menschen teilgenommen haben als in den vergangenen Jahren und dass so viele mitgesungen haben“, sagte Chauskin.
Viele Menschen kamen bewusst zum Chanukka-Fest, um Solidarität zu zeigen. Die Studentin Svenja Thiel nahm zum ersten Mal an der Feier teil. „Meine Freunde und ich wollten unbedingt dabei sein, weil wir nach dem Anschlag am Bondi Beach bewusst ein Zeichen gegen Gewalt setzen und Solidarität mit der jüdischen Gemeinde zeigen wollten“, erklärte sie.
Auch langjährige Besucher waren vor Ort. Manfred Kleimeyer besucht das Chanukka-Fest seit mehreren Jahren. „Ich wäre auch ohne den Anschlag gekommen“, sagte er. Für ihn sei die Teilnahme ein Zeichen der Unterstützung für die jüdische Gemeinde.
Neben Mitgliedern der jüdischen Gemeinde nahmen auch Vertreter anderer Religionsgemeinschaften teil. Jan-Henry Wanink, Pastor der Evangelisch-reformierten Gemeinde Osnabrück, war erstmals dabei. „Mir war es wichtig, an der Seite der jüdischen Gemeinde zu stehen“, sagte er.
Auch Ayyaz Baig von der muslimischen Ahmadiyya Gemeinde Osnabrück zeigte Präsenz. „Wir sind öfter bei Veranstaltungen der jüdischen Gemeinde“, sagte Baig. Nach dem Anschlag in Sydney habe man bewusst Solidarität zeigen wollen.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse spielte auch die Sicherheitslage eine Rolle. Die rund einstündige Veranstaltung verlief ohne Zwischenfälle. „Die Veranstaltung verlief friedlich und störungsfrei, sodass unsere Beamten nicht eingreifen mussten“, erklärte Polizeipressesprecher Jannis Gervelmeyer.