Osnabrück  OTB-Silvesterlauf: So viel Herzblut stecken die Organisatoren in die Vorbereitung

Monika Vollmer
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Von Monika Vollmer
| 21.12.2025 14:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Kaum ist der Weihnachtsbraten verdaut, wagen sich auch in diesem Jahr tausende Läufer in Osnabrück an den Start beim Silvesterlauf des Osnabrücker Turnerbundes (OTB). Dafür werkeln im Hintergrund etwa 100 ehrenamtliche Helfer. Foto: Lauren Rote
Kaum ist der Weihnachtsbraten verdaut, wagen sich auch in diesem Jahr tausende Läufer in Osnabrück an den Start beim Silvesterlauf des Osnabrücker Turnerbundes (OTB). Dafür werkeln im Hintergrund etwa 100 ehrenamtliche Helfer. Foto: Lauren Rote
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Die Startplätze für den 44. OTB-Silvesterlauf sind ausgebucht. Die Vorbereitungen der Organisatoren laufen dagegen weiterhin auf Hochtouren. Ein Blick hinter die Kulissen.

„Athleten werden im Winter gemacht“, sagt der gebürtige Nordhorner Jan Fitschen. Der fünfache Hauptlaufsieger des OTB-Silvesterlaufes, Lauftrainer und Ex-Europameister über 10.000 Meter wird es wissen. Und vielleicht ist das ja auch der Grund, warum derzeit in Osnabrück zahlreiche Sportler in Runningschuhen und atmungsaktiver Kleidung unterwegs sind. 

Fragt man sie, antworten fast alle, dass sie ihren Trainingsstand für den bevorstehenden Silvesterlauf verbessern möchten. Und während die Läufer auf den finalen Choral des Laufjahres hinfiebern, gibt es eine Gruppe von etwa 100 stillen Helden, die alles Mögliche dafür tun, dass der Lauf auch gelingen kann. 

„Die Vorbereitungen laufen seit August auf Hochtouren“, versichert Anita Assmann. Sie ist gleichermaßen wie Geschäftsführerin Kirstin Gnoth eine von 15 Hauptamtlichen des Osnabrücker Turnerbundes, die sich für den Silvesterlauf auch in ihrer Freizeit ehrenamtlich engagieren. „Dazu kommen aber noch weitere 90 Helfer, die unentgeltlich Jahr für Jahr dabei sind“, sagen sie. 

Die Gespräche mit den Sponsoren, bleiben alle an Bord? Wird die Stadt die Genehmigung für das Event erteilen? Bestellungen aufgeben für die Langarmshirts der Bambinis. All das muss frühzeitig erledigt werden. Und dann gilt es noch regelmäßig die Strecken zu überprüfen, zählt Assmann auf.

Doch ausgerechnet der Streckenverlauf des Hauptlaufes bereitete den Organisatoren dieses Jahr zusätzliche Bauchschmerzen. Am ehemaligen Parkhotel gibt es eine Baustelle. Können die Läufer Silvester dort langlaufen? Gnoth und Assmann beobachten fast täglich das Geschehen – und hoffen. „Im Auftrag der Stadt wird dort gearbeitet. Man hat uns jedoch zugesichert, die Arbeiten seien am 19. Dezember abgeschlossen.“ Und dann können die Verantwortlichen aufatmen: Die Baustelle ruht, die Streckensperrung ist aufgehoben.

Knoth und Assmann geben alles, um den Ausdauer-Affinen einen perfekten Lauf zu bieten. Genau wie all die anderen Helfer. Jene, die an Silvester am Wegrand stehen. Oder heißen Tee bereithalten. Oder die, die im Vorfeld die Startnummern mit dem neuen Transponder zur Zeitmessung bekleben. Oder jene, wie der 69-jährige Sergej Sonnenberg und seine 67-jährige Frau Olga, die sich seit Jahren um die ordnungsgemäße Beschilderung sowie das Aufstellen der Hamburger Gitter kümmern – und die transportablen Metallgitter nach dem Lauf wieder abbauen. 

„Es sind fast immer die Gleichen, die sich einsetzen. Aus dem ursprünglichen Pool von vor 30 Jahren brechen die Älteren von Jahr zu Jahr mehr weg, und junge Leute kommen kaum nach. So fehlen uns immer mehr Helfer“, stellt Gnoth bedauernd fest. Den Blick in die Zukunft und die Überlegung, wie lange das alles mit den bisherigen Ehrenamtlern noch zu bestreiten ist, möchte sie lieber nicht anstellen. 

„Insbesondere der 30. Dezember wird für alle noch einmal stressig. Oft passieren dann unvorhergesehene Dinge.“ Assmann berichtet, dass dann nicht selten von acht bis nach 20 Uhr gearbeitet wird. „Der Silvestertag ist nicht mehr ganz so schlimm. Und sobald der letzte Läufer sicher im Ziel ist, fällt auch bei uns die Anspannung ab.“

Die meisten Helfer, mutmaßen sie, dürften schon weit vor Mitternacht müde, aber glücklich in ihre Betten fallen. Gibt es für soviel Einsatz auch ein Dankeschön? Naja, sagt Assmann, man erwarte ja nicht, dass einem der rote Teppich ausgerollt werde. „Von dem ein oder anderen gibt es schon ein Wort des Dankes oder eine nette Mail im Nachhinein“, bestätigt sie.

Sie weiß, bei aller Arbeit bereitet der Silvesterlauf den Helfern auch viel Spaß. Und die Leidenschaft lässt sie mit viel Herzblut weitermachen. Aber unterm Strich ahnen sie alle auch: die Zukunft des OTB-Silvesterlaufes – sie steht und fällt mit eben jenen stillen Helfern, die sich ehrenamtlich einbringen werden. Wer dieses Jahr noch helfen möchte, ist herzlich willkommen.

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