Hannover  Last-Minute-Tipp: Stephan Weil empfiehlt drei Bücher, die er selbst gerade liest

Daniel Benedict
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Von Daniel Benedict
| 18.12.2025 09:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
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Was schenkt man einem politisch interessierten Menschen zu Weihnachten? Niedersachsens Ex-Ministerpräsident Stephan Weil gibt Tipps: Diese drei Bücher liest er selbst gerade.

Kürzlich haben wir den Politik-Pensionär Stephan Weil in Hannover auf ein Käsebrötchen getroffen. Nach zwölf Jahren als Niedersachsens Ministerpräsident hat der 67-Jährige jetzt viel Zeit zum Lesen. Wir haben gefragt, welche drei Bücher er zurzeit gern zur Hand nimmt. Hier protokollieren wir seine Antworten:

„Meine erste Empfehlung wäre ‚Das ist bei uns nicht möglich‘ von Sinclair Lewis, einem amerikanischen Schriftsteller der 1930er-Jahre. Sein Buch ist ein satirischer Roman, der Hitlers Faschismus in die USA dieser Jahre überträgt. Erschienen ist das Buch 1935, aber heute kann man es auch als Schlüsselroman über Aufstieg und Herrschaft von Donald Trump lesen. Man entdeckt atemberaubende Parallelen zu dem, was wir derzeit erleben. Das wäre mein erster Tipp für ein Buch unterm Weihnachtsbaum. Es liest sich auch leicht, weil es einfach ein guter Roman ist.“

„Ein starkes Sachbuch, das ich gern gelesen habe, ist ‚Wie Demokratien sterben‘ von Steven Levitsky und Daniel Ziblatt. Auch daraus kann man eine Menge für das lernen, was mich im Moment am meisten umtreibt: Wie verteidigen wir unsere Demokratie? Das ist ja nicht nur in Deutschland und den USA Thema. Die liberale Demokratie steht überall unter Druck. Es ist vielleicht kein Zufall, dass auch diese Autoren Amerikaner sind.

„Das dritte Buch, das ich im Angebot hätte, beackert noch mal dasselbe Thema. Deshalb lese ich George Packer, einen Autor, der auch für den „New Yorker“ schreibt. In ‚Die Abwicklung‘ beschreibt er den Niedergang der amerikanischen Mittelschicht anhand einzelner Lebensläufe. Wenn man das gelesen hat, weiß man, wie diese zutiefst gespaltene, vielleicht muss man sogar sagen, diese kaputte amerikanische Gesellschaft zustande kommen konnte. Wenn Sie mich in vier Wochen fragen, wären es wahrscheinlich ganz andere Bücher. Aber im Moment mache ich mich gründlich über die Situation in Amerika schlau.“

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