Osnabrück  TuS Bersenbrück, SC Melle und VfR Voxtrup: Zwischen Aufstiegstraum und Abstiegsangst

Christian Hesse, Sven Schüer
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Von Christian Hesse, Sven Schüer
| 15.12.2025 11:13 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Die Gemeinschaft zählt: Der TuS steckt nach der Hinrunde mittendrin im Kampf um den Aufstieg in die Regionalliga. Foto: Rolf Kamper
Die Gemeinschaft zählt: Der TuS steckt nach der Hinrunde mittendrin im Kampf um den Aufstieg in die Regionalliga. Foto: Rolf Kamper
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Während der TuS Bersenbrück mitten im Aufstiegskampf in die Fußball-Regionalliga steckt, glauben beide Landesligisten der Osnabrücker Region noch an ihre Ziele. Dabei will der SC Melle noch die Spitzengruppe angreifen und der VfR Voxtrup den kleine Funken Hoffnung auf den Klassenerhalt am Leben erhalten.

Drei Mannschaften aus der Osnabrücker Region sind in der Oberliga und der Landesliga und damit den beiden höchsten Amateurspielklassen unterwegs. Dabei sind der TuS Bersenbrück, der SC Melle und der VfR Voxtrup in ganz unterschiedlichen Tabellenregionen unterwegs, haben aber alle drei für das Jahr 2026 ambitionierte Ziele.

So spannend war die Tabellenkonstellation in der Oberliga Niedersachsen nach der ersten Saisonhälfte wohl noch nie. Bis zum sechsten Rang haben alle Mannschaften direkten Kontakt zur Tabellenspitze – und mittendrin stecken die Fußballer vom TuS Bersenbrück. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten hat sich die Elf von Trainer Andy Steinmann mit einer starken Serie punktgleich mit dem Erst- und Zweitplatzierten in Lauerstellung um den Aufstieg in die Regionalliga gebracht.

Dass die Spielzeit nicht so begann, wie es sich die Bersenbrücker nach vierten Tabellenplatz im Vorjahr vorgestellt hatten, lag vor allem an dem Umbruch im Kader. Mit Michel Eickschläger und Jules Reimerink haben zwei Akteure den TuS verlassen, die noch in der Vorsaison an mehr als der Hälfte der Tore beteiligt waren. „Wir hatten keinen schlechten Start, aber sicherlich einen, den man sich anders erhofft hatte. Zu Beginn konnten wir die Abgänge noch nicht sofort ersetzen. Dafür brauchten die neuen Spieler einfach noch die Zeit, um sich in dem hohen Leistungsbereich der Oberliga zu etablieren“, erklärte Steinmann.

Die individuellen Fehler haben seine Spieler im Laufe der ersten Saisonhälfte abstellen können und spätestens nach der 2:4-Niederlage beim SC Spelle-Venhaus Ende September, fanden die TuS-Akteure immer besser zusammen. Mit sechs Siegen und drei Remis im Anschluss bis zur Winterpause, schoben sich die Bersenbrücker nach oben in der Tabelle. „Die Spieler setzen immer mehr davon um, wie wir spielen wollen. Wir agieren als Team und schaffen es über die gesamte Spiellänge aus eine gewisse Ordnung zu spielen. Aber wir dürfen uns nicht auf irgendeiner Leistung ausruhen und müssen immer an das Maximum gehen“, äußerte der TuS-Trainer.

Seit fast genau einem Jahr ist der 40-Jährige nun Cheftrainer in Bersenbrück. Alles in allem sei in dieser Zeit vieles so eingetroffen, wie er es sich vorgestellt hatte. Vor allem freut es Steinmann, dass er und sein Trainerteam es geschafft haben, viele Neuzugänge aus den unteren Ligen weiter zu entwickeln. Es sei sicherlich machbar, so der TuS-Trainer, in dieser Saison Erster oder Zweiter zu werden. Doch dafür käme es darauf an, wie sich die Teams oben in der Tabellen verstärken.

„Grundsätzlich bin ich zufrieden mit dem aktuellen Kader. Nur wenn man sich Ziele setzt, dann muss man mit den anderen Teams Schritt halten“, meint Steinmann. So hat Ligakonkurrent SV Wilhelmshaven mit Stephan Brehmer einen Stammspieler aus der Regionalliga Nordost für die zweite Saisonhälfte verpflichten können. Selber sei der TuS in der Planung für Neuzugänge und konnte mit Hakim Traoré einen regionalligaerfahrenen Spieler für die Rückserie für sich gewinnen, der in engen Partien den Unterschied machen soll. Der 24-jährige Flügelspieler ist der Bruder von Ex-VfLer Omar Traoré (heute 1. FC Heidenheim). Mit Traoré wachsen Ambitionen der Bersenbrücker im Aufstiegskampf. Zudem besteht mit dem Erreichen des Halbfinals im NFV-Pokal noch die Chance auf den lukrativen DFB-Pokal in der nächsten Saison.

Zufrieden ist der SC Melle mit dem aktuellen Tabellenstand. Mit sieben Punkten Rückstand und nur drei kassierten Niederlagen liegt das Landesliga-Urgestein in Schlagdistanz zur Spitzengruppe auf Platz sechs. Zudem stehen die Grönegauer im Viertelfinale des Bezirkspokals. Die größte Stärke ist das Kollektiv. Ein Unterschiedsspieler vom Kaliber eines Simon James, Maik Emmrich (Beide wechselten im Sommer nach Bersenbrück) oder Rene Heitkamp (fällt wohl die ganze Saison aus) fehlt dem SCM in dieser Spielzeit. Doch das Team fängt diesen Mangel bisher sehr gut auf und bewies in der Hinrunde immer wieder Moral.

„Unsere Ziele sind noch in Reichweite, von daher können wir zufrieden sein. In vielen Spielen haben Kleinigkeiten entschieden“, sagt Trainer Christoffer von Rekowski. Der SCM will den Bezirkspokal gewinnen und in der Liga lange oben mitmischen. Über die Saison hinaus hat der Verein die Weichen bereits gestellt: Von Rekowski hört im Sommer auf, Robin Twyrdy übernimmt an der Seitenlinie.

Anders ist die Lage beim VfR Voxtrup: Der Aufsteiger liegt abgeschlagen mit nur vier Punkten am Tabellenende. Das rettende Ufer ist 16 Zähler entfernt, allerdings hat das Team von der Wasserwerkstraße gegenüber der Konkurrenz im Keller bis zu drei Spiele in der Hinterhand. „Die Erwartungshaltung war nicht extrem hoch. Wir wussten um die Qualität unseres Kaders, die Gegebenheiten in Voxtrup und die Stärke der Liga. Aber wir könnten mit der Situation trotzdem nicht zufrieden sein“, zieht Trainer Alexander Heinz ein entsprechendes Fazit.

Verletzungssorgen dünnten den sowieso schon schmalen Kader in der Spitze aus: Leistungsträger wie Kenneth Hoss, Marko Djordjevic und Niklas Budde verpassten viele Spiele. Zur Rückrunde dürften alle drei aber wieder voll einsatzfähig sein. Auch das gibt Heinz Hoffnung: „Wir glauben noch an den Klassenerhalt, bis er rechnerisch nicht mehr möglich ist. Aber das wird noch dauern.“ Dabei setzt der VfR auch auf die Heimstärke. An der Wasserwerkstraße zeigte das Team die besten Leistungen selbst gegen Topteams.

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