Sternfahrt der Trecker Landwirte, Lichterketten und leuchtende Augen in Ihlow
Die Landwirte waren mit weihnachtlichen geschmückten Treckern zur Sternfahrt aufgebrochen. Wie kam die Aktion bei den Ostfriesen an?
Ihlow - Grill am Straßenrand, Glühwein am Gartenzaun und eine ungeheure Spannung: So lässt sich die Atmosphäre am Freitagabend über Ihlow beschreiben. Schon etliche Schaulustige hatten sich gegen Viertel vor Acht in Ludwigsdorf aufgestellt. Aus der Ferne war bereits Weihnachtsmusik zu hören. Dann kündigte das Blaulicht des Einsatzleitwagens der Feuerwehr Ihlowerfehn den Treckerkorso an. Mit fröhlichem Winken begrüßten die Zuschauer die ersten Trecker, die am Freitagabend aus der Straße Ostende Richtung Ziel fuhren. Unter blinkenden Lichtern und dem mittlerweile fast als Klassiker geltenden Lied „Wonderful Dream“ von Melanie Thornton aus den Lautsprechern fuhren die ersten Fahrzeuge der Sternfahrt ein. Unter dem Motto „Ein Fünckchen Hoffnung“ fuhren die Landwirte auf insgesamt drei Strecken am Freitagabend durch ganz Ostfriesland. Ziel der Sternfahrt war der Parkplatz am Ihlower Wald. Organisiert hatte die Tour der Verein „Land schafft Verbindung“.
Und wie sehr Trecker mit Lichterketten, Weihnachtsbäumen und Weihnachtsmannfiguren verbinden, das war am Freitagabend sehr deutlich zu sehen. Menschen aller Altersgruppen waren trotz später Stunde gekommen, um die Fahrzeuge zu bestaunen. Kleine Kinder und Senioren, Männer und Frauen: Alle wollten die Fahrzeuge begrüßen. Insgesamt hundert Trecker hatten sich laut Organisator Jörg Saathoff angekündigt. Nach und nach trafen diese auch ein. Die Sternfahrten waren in der Nähe von Pewsum, Wittmund und Timmel gestartet. Zu verschiedenen Zeiten trafen dann die großen Fahrzeuge, zu denen auch so manch kurioser Lastwagen gehörte, ein.
Zuschauer entlang der Strecken
Und nicht nur in Ihlow, wo schon etliche Schaulustige standen, wurden die Lichtertrecker mit Freude erwartet. „Das Feedback war total überwältigend“, sagt Jörg Saathoff. Überall hätten begeisterte Zuschauer auf die Trecker gewartet. Auf der Fahrt durch Großefehn etwa sei der Korso sogar mit Feuerwerk entlang der Strecke begrüßt worden. Der Funke scheint also am Freitagabend auf die Ostfriesen im wahrsten Sinne des Wortes übergesprungen zu sein.
Denn unter dem Motto „Ein Fünkchen Hoffnung“ wollen die Landwirte in der Adventszeit gute Laune und Leuchten in den Augen verbreiten. Gerade für die Kinder sei das wichtig. Die Botschaft dahinter soll positiv sein und ist weniger politisch. Angefangen hatten die Lichterfahrten während der Coronapandemie. Aber auch heute sei die frohe Botschaft noch wichtig. Deswegen fahren die Trecker in der kommenden Woche auch noch zu den Kitas und Schulen in Ihlow und besuchen am dritten Advent die Patienten in der Kinderklinik.
Noch einen Tag später nach der Lichterfahrt ist Saathoff begeistert, von der Stimmung, die den Landwirten am Freitagabend entgegen schlug. Die Zuschauer hätten ausnahmslos Freude über die Aktion gezeigt. Kein Gemecker über die Landwirte und kein Gehupe von genervten Autofahrern. Auch die Treckerfahrer selbst seien zufrieden gewesen, sagt Saathoff. Alles hätte gut geklappt. Der Korso hatte aber auch tatkräftige Unterstützung, wie etwas die Feuerwehr Ihlowerfehn, die vorwegfuhr, um auf den Korso aufmerksam zu machen. „Ich möchte mich auch ganz doll bei der Gemeinde Ihlow bedanken“, sagt Saathoff. Ohne die Unterstützung durch Bürgermeister Arno Ulrichs und die Öffentlichkeitsbeauftragte Karin Block sei so eine große Aktion gar nicht möglich. Allein der Parkplatz und die unkomplizierte Unterstützung der Gemeindeverwaltung hätten zum Erfolg beigetragen, sagt der Organisator.