Ulm VfL Osnabrücks Stürmer Meißner: Jetzt sind‘s halt fünf geworden...
Fünf Tore hat der VfL Osnabrück beim SSV Ulm erzielt, allerdings auch drei Gegentreffer kassiert. Ein eher untypisches Spiel für die Lila-Weißen. Das sagen Spieler und Trainer nach dem 5:3-Erfolg in der 3. Fußball-Liga:
Tony Lesueur, Torschütze des VfL Osnabrück zum 1:0: Es war mein erstes Tor für den VfL und dann noch so ein schnelles, das hat mich wirklich sehr gefreut. Ich denke, es war sehr wichtig für die Mannschaft nach zwei Niederlagen heute, gut ins Spiel zu kommen. Und was gibt es Besseres, als einer Partie schnell in Führung zu gehen? Zu Beginn der zweiten Halbzeit war es etwas schwierig, weil wir zwei Gegentore in Folge kassiert haben. Aber wir wussten: Wenn wir selbst noch einmal treffen, können wir alles wieder ändern. Und wir hatten das Selbstvertrauen, das zu schaffen. Der Trainer hat mir gestern Abend von seinem Plan erzählt, mich auf der linken Seite einzusetzen. Er wollte, dass ich etwas Speed einbringe. Für mich war es selbst gar keine so große Umstellung. Ich habe diese Position schon ein paarmal gespielt. Für mich ist es egal, wo mich der Coach einsetzt. Zwischendurch kam ich auf der rechten offensiven Seite nicht mehr so zum Einsatz, deshalb wollte ich jetzt eben auf der anderen Seite meine Chance nutzen. Ich will einfach nur spielen und freue mich jetzt noch auf das letzte Spiel vor Weihnachten gegen Stuttgart. Da wollen wir unseren Fans noch einmal drei Punkte schenken.
Robin Meißner, Torschütze des VfL zum 5:3: Warum ich immer nur auswärts treffe? Gute Frage, ich wünschte mir auch, dass ich endlich mal an der Bremer Brücke ein Tor schieße und jubeln kann. Aber jetzt freue ich mich erst einmal über den Sieg heute. Nach zwei Niederlagen in Folge war es wichtig, eine Antwort zu finden. Auch nach dem 2:2 hatte ich nicht das Gefühl, dass uns das komplett aus der Ruhe bringt. In der Halbzeit hatten wir uns vorgenommen, noch das dritte Tor zu erzielen - jetzt sind es halt fünf geworden. Dann ist es vielleicht auch einmal nicht so schlimm, wenn man drei kassiert - auch, wenn sie vermeidbar waren. Über die Saison haben wir oft genug gezeigt, dass wir defensiv stabil stehen können. Da war es schön, dass wir heute einmal gezeigt haben, dass wir uns auch vorne Tore erarbeiten und erspielen können. Wir haben jetzt noch ein Spiel vor Weihnachten, das wollen wir gewinnen und dann mit 35 Punkten in die Winterpause gehen. Ich denke, das wäre ein guter Maßstab. Riesen Respekt heute an unsere Fans. Freitagsabends, so eine Strecke auf sich zu nehmen - das war überragend.
Lars Kehl, Doppeltorschütze des VfL Osnabrück: Ich bin froh, dass es endlich geklappt hat und der Knoten bei mir geplatzt ist. Zwischendurch haben wir das Spiel leider zu spannend gemacht, das wäre nicht nötig gewesen. Beim ersten Tor wusste ich, dass „Kammer“ diese Bälle gerne spielt und wenn mein erster Kontakt stimmt, dann klingelt es. Beim zweiten Tor waren wir heute mehrfach am Schnüffeln bei den Innenverteidigern. Dann war ich froh, dass der Ball da lag und ich musste ihn einfach nur wegmachen. Kurz hatte ich Angst, dass Robin Meißner und ich uns noch über den Haufen rennen, aber Gottseidank ist ja nichts passiert. Dass wir nach zwei Niederlagen heute so eine Leistung abrufen zeigt, dass wir als Truppe unfassbar stabil sind und uns so eine Leistung nicht aus der Bahn wirft, sondern dass wir klar bei unserem Plan bleiben. Dass wir dann auch mal fünf Tore machen, tut allen gut.
Timo Schultz, Trainer des VfL Osnabrück: Wir sind natürlich sehr zufrieden, mit den drei Punkten nach Osnabrück zu fahren. Es war ein sehr unterhaltsames Spiel, eher untypisch für uns. Wir brauchten heute auch die fünf Tore, weil wir nicht gut genug verteidigt haben. Die Ulmer haben uns in der ersten Halbzeit mit inversen Flanken überrascht, das haben wir nicht sauber verteidigt und zu wenig Druck darauf bekommen. So hatten wir einige knifflige Situationen zu überstehen. Wie die Truppe nach dem 2:2 zurückgekommen ist, ist stark. Wir haben die Fehler vom Gegner genutzt. Es war wahrscheinlich unser effizientestes Spiel diese Saison. Jetzt freuen uns auf die Weihnachtsfeier morgen Abend. Pavel Dotchev, Trainer des SSV Ulm: Es war ein verrücktes Spiel. Wir haben uns sehr viel vorgenommen und mühsam erholt nach dem Sieg gegen Viktoria. Man denkt, es kann nur besser werden und man könnte darauf aufbauen, aber heute tut der Rückschlag richtig weh. Wir machen drei Tore, was untypisch für uns ist, und dann reicht das nicht mal für einen Punkt. Ich muss die Spieler in Schutz nehmen, ich denke, es ist Kopfsache. Sowohl gegen 1860 als auch heute war das Spiel noch nicht mal angefangen und du liegst schon zurück. Wir fangen erst an zu spielen, als wir schon zurückliegen. Das ist nur so zu erklären, dass wir mit einer Last ins Spiel gehen. Die Reaktion nach dem 0:2 war sehr gut, nach dem Seitenwechsel haben wir sogar ganz aufgeholt. Das hat sehr viel Kraft gekostet und einzelne Spieler haben gedacht, wir können kurz verschnaufen. In der Situation hat Osnabrück dann zugeschlagen. Das war der entscheidende Moment mit schnellen zwei Toren. Nach dem 2:4 war das Spiel gegessen, es glaubte keiner mehr an die Wende. Danach war es für uns schwer, uns aufzubäumen und die Fans zu animieren. Es tut mir leid für die Fans und die Mannschaft, das hat keiner verdient, aber so ist das Leben. Osnabrück wünsche ich alles Gute. Es ist eine Topmannschaft und man hat gesehen, dass wir es heute mit einer der besten Mannschaften der Liga zu tun hatten. Timo, alles Gute, ich denke, dass ihr das packt mit dem Aufstieg.