Osnabrück  Neues Osnabrücker Jugendparlament legt los: Fokus auf Verkehr, Sicherheit und Umwelt

Lukas Reynert
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Von Lukas Reynert
| 13.12.2025 11:45 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Das neue Osnabrücker Jugendparlament hat an diesem Mittwoch, 10. Dezember, seine erste Sitzung abgehalten. Im Gespräch mit unserer Redaktion erklären die Jugendlichen, was sie in der Stadt bewegen wollen. Foto: Detlef Heese
Das neue Osnabrücker Jugendparlament hat an diesem Mittwoch, 10. Dezember, seine erste Sitzung abgehalten. Im Gespräch mit unserer Redaktion erklären die Jugendlichen, was sie in der Stadt bewegen wollen. Foto: Detlef Heese
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In Osnabrück hat das neue Jugendparlament seine Arbeit aufgenommen. 25 Jugendliche wollen Verkehr, Sicherheit und Umwelt verbessern. Diese Schwerpunkte möchten die jungen Mitglieder in den kommenden zwei Jahren setzen.

Im Ratssitzungssaal der Stadt Osnabrück herrscht am Mittwochabend, 10. Dezember, gespannte Ruhe. Zum ersten Mal sitzen die frisch gewählten Mitglieder des Jugendparlaments Osnabrück zusammen. Die Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren wollen in den kommenden zwei Jahren besonders die Themen Verkehr, Sicherheit und Umwelt angehen.

Zum neu gewählten Jugendparlament gehören zehn Mädchen und 15 Jungen im Alter von 14 bis 18 Jahren. Fünf der 25 Jugendlichen kommen nicht aus Osnabrück, sondern aus dem Landkreis.

In den kommenden zwei Jahren treffen sich die Jugendlichen einmal im Monat im Ratssitzungssaal oder im Haus der Jugend. Sie wirken in politischen Gremien mit und beschäftigen sich mit Entscheidungen, die Jugendliche direkt betreffen.

Wie ihre erwachsenen Kollegen können auch die Mitglieder des Jugendparlaments Beschlüsse fassen. Diese werden anschließend an den zuständigen Fachausschuss der Stadt Osnabrück weitergegeben.

Für ihre zwei Jahre im Gremium haben wir mit sechs Mitgliedern gesprochen, die bereits Ziele formuliert haben. Sie wollen Projekte vorantreiben, die den Alltag junger Menschen verbessern.

Abygaile-Charleen Richter (15) aus Eversburg - Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium:  

„Besonders am Herzen liegt mir die Sicherheit junger Menschen. Vor allem abends fühle ich mich auf dem Neumarkt und in der Johannisstraße unsicher. Aus meiner Sicht braucht es dort eine stärkere Polizeipräsenz. Außerdem ist der Bereich für Radfahrer gefährlich, weil dort viele Autos und Busse unterwegs sind.“

„Ein weiteres wichtiges Thema ist das Busnetz, das dringend verbessert werden muss. Gerade zu den Zeiten, in denen wir Schülerinnen und Schüler zur Schule fahren oder wieder nach Hause wollen, sollten mehr Busse eingesetzt werden. Es kommt immer wieder vor, dass Busse Haltestellen auslassen, weil sie bereits überfüllt sind. Außerdem gibt es morgens keine direkte Verbindung von der Wüste in den Sonnenhügel. Wenn dann noch ein Bus ausfällt, kommen viele meiner Mitschüler zu spät zur Schule – das darf nicht passieren.“

Tabea Kenkel (16) aus dem Widukindland - Thomas Morus Schule:

„Ich möchte das Thema „Mental Health“ an Schulen stärker in den Fokus rücken. Schülerinnen und Schüler sollen die Möglichkeit haben, offen über ihre Probleme im Freundeskreis oder in der Familie zu sprechen. An meiner Schule gibt es bereits einen Vertrauenslehrer, mit dem wir darüber reden können – an einigen anderen Osnabrücker Schulen fehlt eine solche Anlaufstelle jedoch noch. Ich möchte erreichen, dass es diese Unterstützung an jeder Schule gibt.“

„Ein weiteres Anliegen ist der öffentliche Nahverkehr: Derzeit gibt es vom Schinkel nach Haste keine direkte Busverbindung. Für viele meiner Mitschülerinnen und mich ist das ein Problem, weil wir auf dem Weg zur Schule umsteigen müssen.“

Jim Eggemann (17) aus Hasbergen - Gymnasium in der Wüste:

„Da ich jeden Tag mit dem Bus von Hasbergen nach Osnabrück zur Schule fahre, ist es mir besonders wichtig, dass die Busse pünktlicher und öfter fahren. In der VOS-App sind Verspätungen häufig falsch eingetragen, und Ausfälle werden oft gar nicht angezeigt. Als Alternative würde ich auch gerne den Zug nutzen, doch auch hier kommt es häufig zu Verspätungen oder Ausfällen. Wenn sich dies in Zukunft verbessert, wäre das für viele Pendler eine zusätzliche Option.“

„Aus meiner Schule weiß ich, dass es zwischen den Schulen oft Rivalitäten gibt. Diese würde ich gerne abbauen. Ich denke, dass schulübergreifende Sportturniere, bei denen Schüler aus verschiedenen Schulen zusammenspielen, den Zusammenhalt stärken könnten.“

Danilo Jovanovic (14) aus Fledder - Graf-Stauffenberg-Gymnasium

„In Osnabrück gibt es bereits Anlaufstellen für Jugendliche, die bei Problemen in ihrer Schule oder ihrer Familie helfen – diese möchte ich gerne weiter ausbauen. Viele von uns haben zudem Schwierigkeiten, neue Freunde zu finden. Deshalb will ich neue Treffpunkte schaffen, an denen sich Jugendliche treffen können.“

„In meinem Stadtteil Fledder gibt es zudem zu wenig Grünflächen. Das muss sich ändern: Wir brauchen mehr Bäume, Parks und Orte zum Entspannen – nicht nur im Fledder, sondern in der ganzen Stadt.“

Sisko-Bona Ernsting (16) aus Neuenkirchen-Vörden - Gymnasium in der Wüste:

„Mir ist der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs besonders wichtig. Die Busse müssen pünktlicher fahren und weniger ausfallen. Außerdem gibt es zu wenige Direktverbindungen zwischen weiter entfernten Stadtteilen. Bei mir in der Schule bekommen manche Mitschüler schlechte Noten, weil sie durch zu späte Busse zu spät kommen – obwohl sie eigentlich nichts dafür können. Auch die Schulwege sind oft zu dunkel; hier sollten mehr Laternen aufgestellt werden, damit wir uns sicherer fühlen.“

„Ein weiteres Anliegen ist die Verpflegung an Schulen: Bei uns gibt es keine Mensa oder Cafeteria, ähnlich wie an einigen anderen Schulen in Osnabrück. Ich möchte erreichen, dass künftig jede Schule über eine Mensa oder Cafeteria verfügt.“

Finn-Luca Porst (15) aus dem Schinkel - Thomas Morus Schule:

„Mir ist wichtig, dass es bei uns im Schinkel mehr Mülleimer gibt, damit weniger Müll auf den Straßen landet. Viele Schülerinnen und Schüler fühlen sich auf ihrem Schulweg unsicher, weil es dort sehr dunkel ist – mehr Straßenlaternen könnten das Problem lösen.“

„Von vielen Mitschülerinnen und Mitschülern habe ich außerdem gehört, dass es bessere Busverbindungen von Haste nach Hollage und Rulle geben muss, damit sie leichter zur Schule kommen. Auch möchte ich erreichen, dass die Flüsse und Seen in Osnabrück sauberer werden.“

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