Osnabrück/Münster  Sechsspuriger Ausbau der A1 zwischen Osnabrück und Münster: Brückenbau hat begonnen

Martin Schmitz
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Von Martin Schmitz
| 12.12.2025 12:40 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Von der Abfahrt Münster-Nord bis zum Lotter Kreuz soll die A1 duechgehend sechsspurig werden. Foto: DEGES
Von der Abfahrt Münster-Nord bis zum Lotter Kreuz soll die A1 duechgehend sechsspurig werden. Foto: DEGES
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Im Münsterland sollen auf der A1 fast 40 Kilometer Autobahn sechsspurig ausgebaut werden. Zum Auftakt werden zwischen Ladbergen und Lengerich zwei Brücken neu gebaut. Der Zeitplan für das Mammutprojekt ist aber noch offen.

Hinweis: Dieser Text ist erstmals Anfang Dezember 2025 erschienen.

Auf Autofahrer kommen auf der A1 neue Baustellen und Staus zu: Zwischen Osnabrück und Münster sollen fast 40 Kilometer Strecke sechsspurig ausgebaut werden.

Im Vorfeld hat die Projektgesellschaft DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) zwei Brücken zwischen den Anschlussstellen Lengerich und Ladbergen abreißen lassen. Die Autobahn wurde dafür am ersten Dezemberwochenende voll gesperrt. Gesellschafter der DEGES sind der Bund und zwölf Länder, Niedersachsen zählt nicht dazu.

Die Brücken werden nun so gebaut, dass sie künftig sechs Fahrspuren überspannen. Autofahrer bekommen davon wenig mit. Die Autobahn bleibt frei, bis am Wochenende vom 6. bis 8. März 2026 die neuen Brücken eingehängt werden. „Wir versuchen, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten“, sagt dazu Simone Döll, regionale Pressesprecherin der DEGES. Schon beim Abriss sei es gelungen, die Sperrung elf Stunden früher zu beenden als geplant.

Mitte 2026 sollen die Brücken fertig sein. Die Wirtschaftswege Sonnenhügeldamm und Overbecker Weg, zu denen sie gehören, sollen dann wieder voll nutzbar sein.

Wie es dann weitergeht, ist derzeit noch offen. „Hinsichtlich der Finanzierung und Umsetzung des Gesamtprojekts steht die DEGES noch im Austausch mit ihrem Auftraggeber, der Autobahn GmbH des Bundes“, so Döll.

Es geht um viel Geld, deutlich mehr als die acht Millionen Euro, die allein schon die beiden kleinen Brücken kosten sollen. Zum Bauvolumen gehören neue Fahrbahnen auf 36,8 Kilometer Länge, 51 Brücken, 29 Regenrückhaltebecken und Klärbecken, 31 Verkehrszeichenbrücken, neun Kilometer Lärmschutzwände und -wälle. Fünf Rastplätze müssen verlegt werden, im Maestruper Brook bei Greven entsteht ein neuer.

Die Pläne stehen schon seit vier Jahren fest. Es gab sogar einen Zeitplan, doch der wird deutlich überschritten. Im Herbst 2021 kündigte die DEGES eine europaweite Ausschreibung an. Der Bund strebte eine Kooperation mit privaten Unternehmen an, weil er sich davon eine schnellere Umsetzung versprach, hieß es damals. Ein solches Zusammenwirken wird als Öffentlich-Private Partnerschaft (ÖPP) bezeichnet.

Ein Konsortium sollte nicht nur Bau, sondern auch Erhaltung und den Betrieb des Streckenabschnitts übernehmen, und zwar für 30 Jahre. Der Bund hoffte damals auf eine schnellere Umsetzung des Projekts: 2023 sollte der Auftrag vergeben, bis Mitte 2026 der Ausbau fertig sein.

Doch das ging gründlich schief. Aus „wirtschaftlichen Gründen“ sei das ÖPP-Vergabeverfahren 2023 aufgehoben worden, heißt auf einer Website der DEGES zum Projekt. Die Projektgesellschaft plane und realisiere den Ausbau jetzt konventionell.

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