Osnabrück  Nach jahrelanger Diskussion: Stadtrat sagt Ja zu Quartiersgarage in der Osnabrücker Wüste

Jörg Sanders
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Von Jörg Sanders
| 11.12.2025 05:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Auf dem Parkplatz des Moskaubades könnte bis 2028 eine öffentliche Quartiersgarage entstehen. Foto: Jörn Martens
Auf dem Parkplatz des Moskaubades könnte bis 2028 eine öffentliche Quartiersgarage entstehen. Foto: Jörn Martens
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Der Rat der Stadt Osnabrück hat am Dienstagabend eine Grundsatzentscheidung getroffen: Auf dem Parkplatz des Moskaubades in der Wüste soll eine Quartiersgarage entstehen.

Nach Jahren der Diskussion ist es nun beschlossen: Am Moskaubad in der Osnabrücker Wüste soll bis Ende 2028 eine öffentliche Quartiersgarage entstehen. Zumindest fasste der Rat der Stadt am Dienstag einen entsprechenden Grundsatzbeschluss.

Der Parkdruck in der vorderen Wüste ist stellen- und zeitweise sehr hoch. Eine Folge: Falschparker in zweiter Reihe, auf Grünflächen, in Kreuzungsbereichen. Eine Quartiersgarage, so die Idee, soll den Parkdruck lindern.

Drei Varianten hatte die Verwaltung der Politik vorgeschlagen.

Bei Enthaltung der Linken beschloss der Rat, die Variante 1 weiterzuverfolgen und verabschiedete einen entsprechenden Bebauungsplan.

Robert Alferink (SPD) nannte die Garage eine „nachhaltige und kluge Stadtentwicklung“. Volkmar Seliger (Grüne) sagte, damit würde ein Wunsch der Bewohner umgesetzt. Und Besitzer von E-Autos, die an Mietshäusern keine Ladestation haben, könnten ihren Wagen in der Garage laden.

Oliver Hasskamp (FDP) nannte die Quartiersgarage einen „längst überfälligen Schritt in die richtige Richtung“. Seit sechs Jahren fordere seine Partei solche, denn „wir wollen mehr Aufenthaltsqualität für Menschen, nicht für parkende Autos“.

Was er damit meint: Mit dem Bau der Quartiersgarage sollen in der Wüste Parkplätze in etwa gleicher Größenordnung im öffentlichen Raum wegfallen und etwa zu Grünflächen werden. Der Parkdruck würde sich also noch einmal deutlich erhöhen, sollte die Quartiersgarage nicht angenommen werden.

Die Verwaltung hatte die erste Variante präferiert. Sie sieht aber auch Risiken. Zuvorderst: Würden die Wüstenbewohner und Freibadbesucher die Garage nutzen? Schließlich können Autofahrer aktuell in weiten Teilen der Wüste kostenlos und zeitlich unbegrenzt parken. Und die Gefahr, für das Falschparken in zweiter Reihe zahlen zu müssen, ist in den späten Abend- und Nachstunden gering.

Dazu kommt:: In den Bewohnerparkzonen kostet der Parkausweis zehn Euro im Monat. Für einen Dauerstellplatz in der Garage hingegen müssten Autofahrer vermutlich 30 bis 90 Euro im Monat zahlen.

Hasskamp (FDP) schlug vor, die Kosten für das Bewohnerparken auf die Miete der Quartiersgarage anzurechnen. Das schaffe zusätzliche Akzeptanz. „Das eine darf nicht gegen das andere ausgespielt werden.“

Die Baukosten schätzt die Stadtverwaltung auf 2,37 Millionen Euro für die Variante 1. Sie rechnet damit, den Betrieb der Garage durch die Osnabrücker Parkstätten-Betriebsgesellschaft (OPG) in den ersten Jahren subventionieren zu müssen.

Bereits beschlossen hat der Stadtentwicklungsausschuss im November die Ausweitung des Bewohnerparkens in der Wüste. Künftig wird es das Parkgebiet P geben. Es umfasst den Bereich zwischen Schlosswall, Hermannstraße, Koksche Straße, der Bahntrasse, Sand- und Rehmstraße. Auch dort ist das zeitlich unbegrenzte Parken dann nur noch mit einem Bewohnerparkausweis möglich; ohne diesen sind es mit einer Parkscheibe maximal zwei Stunden.

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