Bau kann beginnen Auftrag für Pünte Moormerland-Ihlow erteilt
Die Gemeinde Moormerland hat den Auftrag zum Bau der Kurbelfähre am Fehntjer Tief vergeben. So geht es nun weiter.
Moormerland/Ihlow - Eine Nachricht, mit der viele schon gar nicht mehr gerechnet hatten: Am Fehntjer Tief kann jetzt der Bau einer Kurbelfähre beginnen. Die Gemeinde Moormerland hat mit einem Beschluss im Verwaltungsausschuss am Dienstag den Auftrag an ein Unternehmen aus Ihlow vergeben. Wie Bürgermeister Hendrik Schulz sagt, könnten die Arbeiten tatsächlich in Kürze beginnen.
„Das ist absolut erfreulich“, findet Arno Ulrichs, Bürgermeister in Ihlow. Schon als früherer Ortsbürgermeister von Simonswolde hatte er sich für den Bau der Pünte eingesetzt. „Die Genehmigung, die wir im Frühjahr bekommen haben, war ein Meilenstein“, sagt er. Dann sei es noch um Fördermittel gegangen, aber mit der formalen Bewilligung aus dem Leaderprogramm der EU sei klar gewesen, dass der Auftrag vergeben werden könnte.
Arbeiten bis 26. Februar 2026
Allerdings lassen die Bedingungen im Naturschutzgebiet Fehntjer Tief nur ein kleines Zeitfenster für den Bau der beiden Anleger in Höhe Ippenwarfer Weg offen: „Bis zum 28. Februar müssen die Arbeiten beendet sein“, sagt Hendrik Schulz. Ulrichs hofft, dass das Wetter mitspielt, sein Moormerländer Kollege ist trotzdem optimistisch, dass die neue Kurbelfähre zum Saisonbeginn am 15. März 2026 zu Wasser gelassen werden kann.
Die kleine Fähre soll so funktionieren wie die an der Holtlander Ehe bei Filsum. Diese Kurbelfähre gibt es schon seit vielen Jahren und sie ist bei Radwanderern in der Region sehr beliebt. Mit Hilfe einer Kette, die auf dem Boden des Gewässers liegt, kann die Pünte mit Muskelkraft von einem Ufer zum anderen gezogen werden. So lässt sich mitsamt dem Fahrrad übersetzen. Die Strecke zwischen Moormerland und Ihlow wird auf diese Weise stark verkürzt – die einzige andere Verbindung ist die stark befahrene Landesstraße zwischen Oldersum und Simonswolde, an der es keinen Radweg gibt.
Kosten teilen sich Moormerland und Ihlow
Allerdings wird die Kurbelfähre nicht das ganze Jahr über in Betrieb sein. Es ist eine weitere Auflage im Schutzgebiet, dass diese nur zwischen dem 15. März und 15. Oktober benutzt werden darf. Die Kosten für den Bau der beiden Plattformen am Fehntjer Tief und der Fähre liegen laut Schulz bei insgesamt 286.000 Euro, die je zur Hälfte von Ihlow und Moormerland getragen werden. Dazu fließt ein Zuschuss von 150.000 Euro aus Leadermitteln der EU. Außerdem wird es einen weiteren Zuschuss zum Baukostenanteil der Gemeinden geben.
Seit mehr als 25 Jahren ist dieses Projekt schon der Wunsch in beiden Gemeinden. Entstanden durch eine provisorische Verbindung für den Fahrradaktionstag „Van Dörp to Dörp“ hatte es mehrere Anläufe und Ideen dafür gegeben – doch es wurde nichts draus. Der Durchbruch kam, nachdem die beiden Kommunen im September 2023 die wasserrechtliche Genehmigung bei der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Aurich beantragt hatten.
Frage nach Sperrzeiten warf Projekt zurück
Die Voraussetzung dafür hatte jedoch noch einmal für Diskussionen und eine weitere Verzögerung gesorgt. Denn der Landkreis Leer hatte zur Bedingung gemacht, dass mehrere Straßen in der Nähe der Kurbelfähre am Leidsweg mit Rücksicht auf geschützte Arten gesperrt werden müssen. Das lehnten vor allem Politiker und Einwohner aus Hatshausen ab – sie befürchteten weite Umwege während der jährlichen Sperrzeit in der Zeit vom 15. März bis 15. Juli.
Die Frist geht auf ein Gutachten zurück, das die Gemeinde Moormerland in Auftrag gegeben hatte, um die Genehmigung für den Bau zu bekommen. Nur unter Protest und der Bedingung, dass keine Schlagbäume aufgestellt werden, kam der Beschluss dafür zustande. Im vergangenen Jahr musste der Beschluss mit geänderten Formulierungen erneut gefasst werden. Nun jedoch steht der Verwirklichung nichts mehr im Weg.