Düsseldorf Dank Kroos und Marcelo: Trainer Cirousse und Ex-VfLer Álvarez in der Icon League auf Titelkurs?
Zusammen hat das Duo elfmal die Champions League gewonnen, nun standen die Fußballgrößen Marcelo und Toni Kroos mit Ex-VfLer Marcos Álvarez bei der Icon League auf dem Platz: Gecoacht wurde das Trio von Majid Cirousse, der die Berlin Underdogs bis zum Finaltag am Sonntag nach Wien geführt hat – mit Komplimenten von Kroos und einer Niederlage mit Folgen.
Anfang Dezember kamen Majid Cirousse und Marcos Álvarez schon in den Genuss, in der Icon League einen Pokal in die Höhe zu heben. In der Hallenfußball-Kleinfeldliga, die im September 2024 erstmals an den Start ging und vom ehemaligen, deutschen Nationalspieler Toni Kroos sowie Streamer Elias Nerlich gegründet wurde, gewann der Trainer der Berlin Underdogs und der Ex-Stürmer des VfL Osnabrück erstmals die Ligaphase – mit Hertha-Kapitän Fabian Reese und Rapper Ski Aggu als Teamleiter und auch dank königlicher Unterstützung.
„Wir sind in die Liga mit unserem Namen Berlin Underdogs gestartet. Uns hatte niemand so wirklich auf dem Zettel. Wir haben vor der dritten Saison die vermeintlich besten Spieler abgegeben und hatten andere Ambitionen“, erklärt der 41-jährige Cheftrainer. Am vorletzten Spieltag, in dem sich sein Team in Bremen die Meisterschaft der Regular Season sicherte (30 Punkte aus 13 Spielen), hat seine Mannschaft dank einer Wildcard zudem zwei mehrfache Champions League-Sieger der „Königlichen“ zugelost bekommen: Marcelo und Kroos, der frühere Linksverteidiger und Mittelfeldstratege von Real Madrid.
Das Spiel gegen „Find-the-Pro 2022“ ging 7:6 aus, dabei erzielte Marcelo drei Tore. „Diesen Spielern braucht man null erklären, wie Fußball funktioniert. Was beide auf ihre Art und Weise gemacht haben, war für mich eine andere Sportart – das war unfassbar“, sagt Cirousse, der von seinen Freunden mit einem Augenzwinkern als „der letzte große Trainer in ihrer Karriere“ angepriesen wurde. Kroos habe seine Ansprache mit einer eins mit Sternchen kommentiert. Gemeinsam mit Moderatorin Jana Wosnitza wurde zudem auch über sein Outfit geredet, mit seinem Anzug sei er der „Best-Dressed-Coach der Liga“.
„Das hat mich gefreut, aber ich wollte mehr mit Inhalten punkten und die Regular Season gewinnen. Wir haben das sehr ernst genommen und uns reingefuchst“, betont der Underdogs-Trainer, der mit seinem Bruder und Video-Analysten Babis und Betreuer Lirim Beqiri (früher VfL-Jugend, SV Kosova, Wissingen und Co.) das Team auf die Spiele vorbereitet. Dabei nimmt ihm sein Staff viel ab, da der Job als Icon League-Coach im Verhältnis zu seinen anderen Tätigkeiten am meisten Zeit und Energie gekostet habe.
So leitet Cirousse noch eine Rechtsabteilung eines weltweiten Versicherungskonzerns und eine große Kanzlei, lehrt an einer Hochschule Jura und ist Assistent der VfL-Geschäftsführung. Sein Fokus liegt vor allem in dieser Woche aber auf der Icon League, am vergangenen Montag standen in Düsseldorf schließlich die Play-Ins an: Dort verloren die Berlin Underdogs mit 5:9 gegen das „etwas gierigere Team“ Two Stripes United von den Teamleitern Felix Kroos und Robert Andrich, damit verpassten sie zunächst die Halbfinal-Teilnahme.
„Lieber verliere ich jetzt in dem Bonusspiel als in Wien, denn dort ist jedes Spiel ein K.O-Spiel. Jetzt sind die Sinne geschärft, dass wir immer ans Limit gehen müssen“, erklärt Cirousse, der in der Hauptstadt Österreichs am Sonntag auch auf Álvarez zurückgreifen möchte. Er tritt tags zuvor (13.30 Uhr) mit dem TuS Bersenbrück im Oberliga-Spitzenspiel beim SV Atlas Delmenhorst an. „Er hat sich nicht abgemeldet, aber ich plane mit ihm. Jede erfolgreiche Mannschaft braucht so jemanden wie ‚Alva‘“, sagt er.
Und auch Álvarez sei optimistisch, dass er für beide Teams auf dem Feld stehen kann. „Dem steht nichts im Wege“, sagt der Ex-VfL-Stürmer. Am Finaltag in der mit 16.000 Zuschauern fassenden Wiener Stadthalle spielen die Berlin Underdogs im Viertelfinale nun gegen FC Berlin City (17.30 Uhr). Die Mannschaft von den Teamleitern Antonio Rüdiger und Rapper Luciano wurde in der Ligaphase Siebter und habe die „besten Einzelspieler“.
Am Freitag reist Cirousse mit seiner Mannschaft an und absolviert noch drei Einheiten, seine Vorfreude steigt von Tag zu Tag. „Das wird ein Riesenerlebnis. Ich würde uns nicht als Favoriten bezeichnen, weil alle ein vergleichbares Niveau haben. Aber den Titel der Regular Season kann uns keiner mehr nehmen.“