Osnabrück  Kreisliga Osnabrück Süd: Klarer Favorit, geballtes Mittelfeld und Piwecki ragt heraus

Dennis Kurth
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Von Dennis Kurth
| 10.12.2025 07:20 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der TuS Hilter (in Rot) ist klarer Tabellenführer, der SV Hellern besitzt Chancen in Richtung Aufstiegsspiel. Foto: Helmut Kemme
Der TuS Hilter (in Rot) ist klarer Tabellenführer, der SV Hellern besitzt Chancen in Richtung Aufstiegsspiel. Foto: Helmut Kemme
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Das Kalenderjahr 2025 ist für den Osnabrücker Amateurfußball unter freiem Himmel endgültig in den Büchern verewigt - höchste Zeit, einen jeweils fünfteiligen Blick auf die Hinserie der laufenden Spielzeit zu werfen. Die Kreisliga Süd besticht durch Ausgeglichenheit und einen Tabellenführer, der allen anderen Teams überlegen ist.

Der TuS Hilter hat aus einem der unnötigsten Abstiege der jüngeren Bezirksliga-Historie die richtigen Schlüsse gezogen: Im Sommer wurde der Kader in der Breite verstärkt, Spieler wie Ruslan Hetsko oder Luciano Ferrigno entpuppten sich in einem Kader, der besser aufgestellt ist als in der vorhergehenden Bezirksliga-Saison, als Soforthilfen. Die Rückkehr von Kapitän Jonas Tappmeyer, der nach seinem Kreuzbandriss zu alter Stärke gefunden hat, gibt jedem einzelnen Spieler zusätzliche Sicherheit, die mit erst zwölf Gegentoren vor allem defensiv spürbar ist.

Der TuS besitzt vier Punkte Vorsprung auf den VfL Kloster Oesede und hat noch zwei machbare Nachholspiele in der Hinterhand. Die vor der Saison ausgerufene Rückkehr in den Bezirk, sie könnte in der Rückrunde zeitnah klare Konturen annehmen. Vorausgesetzt es gelingt dem allen anderen Teams überlegenen TuS weiterhin, konzentriert und schnörkellos zu Werke zu gehen.

Dem SV Bad Rothenfelde II darf man die größte Überraschung der laufenden Amateurfußball-Saison attestieren: Der Aufsteiger steht nach einer unerwartet starken Hinrunde vollkommen verdient auf dem dritten Platz, die grün-weiße Reserve hat sich sämtlicher Abstiegssorgen frühzeitig entledigen können. In Jonas Piwecki stellt man den prägenden Akteur der Hinrunde, der mit 21 eigenen Treffern auch die Torschützenliste anführt. Piwecki lebt als variabler Offensivspieler von der Grundstrategie seiner Mannschaft: Das Spiel ist nach vorne ausgerichtet, wird phasenweise mit offenem Visier geführt, ist aber selten ohne absichernde Struktur versehen. Der SVR II ist, auf mehreren Ebenen, ein absoluter Zugewinn für diese Liga.

Auch Viktoria Gesmold II darf auf eine zufriedenstellende Hinserie blicken. Mit 26 Zählern haben die Lila-Weißen ein stabiles Fundament für einen möglichen, aber längst noch nicht in Stein gemeißelten Klassenerhalt gelegt. Anders sieht es bei den beiden Teams aus, die aus der schwachen 1. Kreisklasse C in die Kreisliga gestoßen sind: Ballsport Eversburg und der SV Kosova weisen, nach jeweils suboptimal verlaufener Vorbereitung, einen zweistelligen Abstand auf das rettende Ufer auf. Zu Saisonbeginn riefen die Ballsportler, nicht ohne Berechtigung, in der NOZ einen Rang zwischen fünf und zehn als Ziel aus. Zum Jahreswechsel darf man die Grün-Weißen als die bisherige Enttäuschung der Spielzeit betrachten.

Fußballerisch besitzt die Saison 2025/2026 nicht mehr die Klasse, welche die Kreisliga Süd über viele Jahre ausgezeichnet hat: Ein Fakt, der auch mit den vorangegangenen Aufsteigern in den Bezirk verbunden ist. Die Plätze vier bis elf liegen in Sachen Spielstärke und Qualität nah beieinander, vom SV Hellern bis hin zum SC Lüstringen sind die Spielausgänge meist unvorhersehbar. Neben Hellern und Lüstringen gehören mit dem Osnabrücker SC und RW Sutthausen zwei weitere Stadtmannschaften diesem Tabellenbereich an. Vor allem der OSC und die Helleraner zählen zu den Gewinnern der Hinserie.

Doch das ausgeglichene und breit besetzte Mittelfeld besitzt auch eine zweite Seite der Medaille: Der Liga droht durch die wenigen aufstiegsfähigen und abstiegsgefährdeten Teams eine langweilige und früh entschiedene Rückserie. Bestätigen sich die 2025er-Eindrücke auch im neuen Jahr, dürfte der TuS Hilter spätestens Mitte Mai als sicherer Aufsteiger feststehen. Mit Buer, Voxtrup II, Eversburg und Kosova sind vier Mannschaften im Kampf um den Klassenerhalt bereits grenzwertig abgeschlagen - hier braucht es eine perfekte Rückserie mit mindestens 25 Punkten, um eine Überraschung zu schaffen. Einen längerfristigen Spannungsfaktor versprechen lediglich der Kampf um das Aufstiegs-Entscheidungsspiel und den fünften Absteiger, der womöglich auch mit 40 Punkten nicht in der Liga bleiben könnte.

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