Volle Straßen, gute Stimmung  So lief die XXL-Einkaufsnacht in Aurich

| | 07.12.2025 14:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Fußgängerzone war am Abend noch gut gefüllt. Foto: Eva van Loh
Die Fußgängerzone war am Abend noch gut gefüllt. Foto: Eva van Loh
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Die lange Einkaufsnacht zog viele Menschen in die Auricher Innenstadt. Einzelhändler und Kunden sind sich einig: das Konzept ist gut. Doch es gibt auch Kritik.

Aurich - Es war voll in der Auricher Fußgängerzone. Und das, obwohl die Geschäfte eigentlich schon geschlossen haben sollten. Grund dafür war die XXL-Einkaufsnacht am Sonnabend, 6. Dezember. Bis 22 Uhr konnte man in der Innenstadt shoppen. Der Weihnachtsmarkt war sogar bis Mitternacht geöffnet.

Heida Haltermann ist Fan der Einkaufsnacht. Foto: Eva van Loh
Heida Haltermann ist Fan der Einkaufsnacht. Foto: Eva van Loh

Es herrscht eine gemütliche Stimmung in der Innenstadt, findet Heida Haltermann, Inhaberin des Auricher Modehauses Silomon. „Als es geregnet hat, haben wir schon darunter gelitten. Aber grundsätzlich ist es eine sehr angenehme Stimmung hier.“ Die Einkaufsnacht sei für sie jedes Jahr ein besonderes Highlight in der Weihnachtszeit. „Wir sehen vor allem, dass heute vermehrt Gruppen bei uns einkaufen. Ob es Mutter-Tochter-Gespanne sind, oder Paare oder Freundesgruppen. Man merkt, dass heute für sie ein guter Tag ist, um gemeinsam loszuziehen.“ Auch von den vielen Urlaubern, die wegen des Weihnachtszaubers nach Aurich kommen, profitieren die Einzelhändler in der Einkaufsnacht, so Haltermann. „Viele Menschen von außerhalb schätzen auch diese gemütliche Atmosphäre, die hier in Aurich herrscht.“

Vor ein paar Jahren lief es besser

Auch Sandra Prehn, Leiterin der Schuhmann-Filiale in der Auricher Fußgängerzone, sieht das Konzept der Einkaufsnacht überwiegend positiv. Auch die verkaufsoffenen Sonntage in der Innenstadt finde sie gut. „Ich würde es aber gut finden, wenn die Einkaufsnacht nicht direkt in der Woche nach dem Black Friday stattfindet“, so Prehn. „Es ist ja nun mal so: Wenn man 100 Euro hat, kann man auch nur 100 Euro ausgeben. Wenn man das am Black Friday schon getan hat, kommt man in der Einkaufsnacht nicht nochmal in die Innenstadt.“ Außerdem habe Prehn das Gefühl, dass die Einkaufsnacht zu sehr auf den Weihnachtsmarkt zentriert ist. „Wenn man vielleicht ein paar Verkaufsstände in der Fußgängerzone verteilen würde, käme das alles besser zusammen“, so Prehn.

Marion Meier (von links), Bärbel Schmidt, Christine Göbel, Margret Freitag, Marie Frerichs, Feeke Freitag und Julia Frerichs sind Freunde der Einkaufsnacht. Foto: Eva van Loh
Marion Meier (von links), Bärbel Schmidt, Christine Göbel, Margret Freitag, Marie Frerichs, Feeke Freitag und Julia Frerichs sind Freunde der Einkaufsnacht. Foto: Eva van Loh

In dem kleinen Laden der Teemanufaktur in der Burgstraße wird es wegen der vielen Kunden zeitweise eng. Marion Meier und ihre Kolleginnen Bärbel Schmidt und Christine Göbel sind zufrieden mit der Einkaufsnacht, obwohl es früher besser lief. „Es war generell früher mehr los in der Innenstadt“, so Meier. „Das merkt man auch heute. Es läuft immer noch gut, aber eben nicht so gut wie noch vor einigen Jahren. Streckenweise haben wir Leerlauf.“ Laufkundschaft gebe es heutzutage nicht mehr so viel wie früher. „Unsere Kunden kommen heute eher gezielt zu uns und kaufen“, sagt Meier. „Aber nichtsdestotrotz ist heute ein guter Tag für uns.“ Dass insgesamt weniger Kunden da sind, habe wahrscheinlich etwas mit der generellen Entwicklung des Einzelhandels zu tun, vermutet Meier. „Wenn die Preise steigen und es das Internet als Konkurrenz gibt, gehen die Menschen natürlich generell weniger in die Stadt“, sagt sie. „Das ist ja auch verständlich. Ich kaufe auch immer häufiger im Internet. Aber für den Einzelhandel in der Stadt kann das natürlich zum Problem werden.“

Auch auf dem Weihnachtsmarkt war in der Einkaufsnacht viel los. Foto: Eva van Loh
Auch auf dem Weihnachtsmarkt war in der Einkaufsnacht viel los. Foto: Eva van Loh

„Der coolste Samstag im Dezember“

Die Kunden in der Fußgängerzone wissen die Einkaufsnacht zu schätzen. Julia Frerichs aus Ostersander nutzt diese Gelegenheit gerne, um in die Stadt zu gehen, sagt sie. „Jetzt noch ein bisschen shoppen, dann noch auf den Weihnachtsmarkt und viele Leute treffen, die man sonst nicht sieht. Das finde ich super“, sagt sie. „Ich gehe so gerne in der Stadt einkaufen. Gerade auch der Kontakt zu anderen Menschen, dass man nicht nur einkauft sondern sich auch unterhält. Das geht ja alles verloren, wenn man nur zu Hause bleibt.“

Auch bei den jungen Aurichern ist die Einkaufsnacht beliebt. „Ich finde, das ist der coolste Samstag im Dezember“, sagt Marie Frerichs. „Hier trifft man einfach alle Leute.“ Doch die Einkaufsnacht ist nicht das Einzige, was bei jungen Menschen Anklang findet. „Nach dem Einkaufen geht es noch in die Stadthalle“, sagt Feeke Freitag. Dort fand am Samstagabend auch noch eine Weihnachtsfeier statt.

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