Osnabrück  VfL-Verteidiger Robin Fabinski: Das war heute ein Schlag in die Fresse

Malte Artmeier, Benjamin Kraus
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Von Malte Artmeier, Benjamin Kraus
| 06.12.2025 17:45 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Mund abputzen: Robin Fabinski und der VfL Osnabrück verloren am Samstag mit 0:1 gegen den SV Wehen Wiesbaden. Foto: Michael Titgemeyer
Mund abputzen: Robin Fabinski und der VfL Osnabrück verloren am Samstag mit 0:1 gegen den SV Wehen Wiesbaden. Foto: Michael Titgemeyer
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Enttäuscht äußerten sich Robin Fabinski und Theo Janotta nach der 0:1-Niederlage des VfL Osnabrück gegen den SV Wehen Wiesbaden. Trainer Timo Schultz ärgerte sich über den fehlenden Ertrag in der Offensive. Die Stimmen zum Spiel.

Robin Fabinski (Verteidiger des VfL): Diese Gier, das allerletzte Tor zu machen, war zwar da, aber uns fehlt das Durchsetzungsvermögen, die Zielstrebigkeit und der letzte Punch, um das Tor irgendwie zu erzwingen. Wir spielen uns viele Halbchancen heraus, aber sie verpuffen oft. Es fehlt der letzte Mumm, das Tor zu schießen, egal von wo. Es ist heute wirklich ein Schlag in die Fresse. Wir haben uns nach dem Spiel gegen Verl vorgenommen, besser Fußball zu spielen und das ist definitiv gelungen. Aber so ein Tor zu kassieren und 0:1 vor den eigenen Fans zu verlieren, tut brutal weh. In der zweiten Halbzeit wollte jeder nochmal einen Tick schneller aufs Tor, dann fehlte uns ein Stück Sauberkeit. Die Phase jetzt ist unglücklich, aber die Mannschaft macht einen richtig guten Job. Es macht ultra Bock, jeden Tag zum Training zu kommen. Zum Fußball gehören aber auch Niederlagen dazu - wir müssen daraus lernen und weitermachen. Heute hat uns der Gegner ein gutes Beispiel gezeigt, wie es gehen kann - auch wenn bei denen heute Glück dabei war: Wir müssen uns trauen, aus jeder Lage zu schießen. Mir ist es egal, wie wir Tore schießen, ob das schön aussieht oder nicht, solange das Netz zappelt.

Theo Janotta (Abwehrspieler des VfL): Es ist eine bittere Niederlage. In der ersten Halbzeit hatten wir klar mehr Spielanteile und kassieren einen Weitschuss aus gefühlt 40 Metern, wo ich dann auch keinen guten Pass spiele. Das muss ich auf meine Kappe nehmen. Am Ende verlieren wir 0:1 und wissen gar nicht so richtig, warum. Am Ende des Tages fängt es nicht nur bei den Stürmern an. Wir haben zum Beispiel seit dem Regensburg-Spiel kein Tor mehr nach Standards gemacht - das hat der Trainer eben auch im Kreis angesprochen. Jeder muss sich an die eigene Nase fassen, warum heute kein Tor dabei herausgesprungen ist. Ich persönlich habe mich eigentlich ganz gut im Spiel gefühlt. Wir haben hinten gut rausgespielt, waren gut drin. Aber wir schießen kein Tor und das fühlt sich dann trotzdem scheiße an. Am Ende ist es mir egal, ob ich spiele oder nicht: Hauptsache, die Mannschaft gewinnt. Ich würde nicht sagen, dass uns die Puste ausgeht. Wir haben auch heute teilweise ein gutes Spiel gemacht, es fehlen nur die Tore. Wir haben zuvor zweimal am Ende den Lucky Punch gesetzt, heute war das Glück gegen uns. Es kommen auch wieder bessere Phasen.

Daniel Scherning (Trainer des SV Wehen Wiesbaden): Es war ein sehr schweres Spiel für uns, ich glaube nicht, dass inhaltlich der Sieg verdient war. Wir wussten, dass wir auf eine Spitzenmannschaft treffen, die hier an der Brücke sehr dominanten Fußball spielt. In der ersten Halbzeit haben wir bis auf das 1:0 nicht einmal aufs Tor geschossen. Wir haben den Gegner nicht gut bewegt, waren sehr statisch und hatten wenig Zugriff aufs Spiel. Osnabrück hatte eine Menge Ecken, auch schon in der ersten Hälfte. Das 1:0 war für uns dann sehr gut. In der zweiten Halbzeit haben wir einen Tick besser verteidigt und besseren Zugriff gehabt. Wir hatten aber nur noch einen guten Konter aufs 2:0. Was die Leistung betrifft, sind wir nicht zufrieden. Man hat den Unterschied zwischen Osnabrück und uns gesehen - zwischen einer Spitzenmannschaft und einer, die das noch werden will. Dennoch war es in der Hinsicht, was das Schützen des eigenen Tores betrifft, ein Riesenspiel von uns. Wir sind froh, dass wir die drei Punkte mitnehmen können

Timo Schultz (Trainer des VfL Osnabrück): Ich gehe zu 100 Prozent mit dem mit, was Daniel gesagt hat - nur in einem Punkt nicht. Ich sehe es nicht so, dass es ein unverdienter Sieg war. Es war ein super Schuss, ein geiles Ding. Wir dagegen schaffen es nicht, unser halben Chancen zu nutzen, unsere guten Chancen zu nutzen oder ein Tor nach einem Standard zu schießen. Deshalb verlierst du verdient. Wir werden gefährlich, sind permanent in und an der Box, kommen permanent in Abschlusssituationen. Aber wir belohnen uns einfach nicht. Den Vorwurf müssen wir uns schon seit Beginn der Saison machen. Die Intensität ist top, die Umsetzung ist top. Ich ärgere mich maßlos, dass wir es nicht schaffen, uns zu belohnen.

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