Tierschutz Warum sich eine Ihlowerin für gequälte Pferde in Kairo einsetzt
Julia Post liebt Pferde. Im Urlaub in Ägypten wollte sie sich einen Ausritt nicht entgehen lassen. Doch was sie im Urlaubsparadies vorfand, schockte die Ihlowerin zutiefst.
Ihlow - Erst war es nur der Besuch einer Freundin aus dem Studium. Doch dann wuchs daraus ein großes Engagement. So lässt sich die Reise von Julia Post kurz zusammenfassen. Die Ihlowerfehntjerin liebt Pferde. Doch während es ihrem Pferd zu Hause in Ihlow gut geht, musste sie im Urlaub in Ägypten ganz grausame Bilder mit ansehen. Deswegen engagiert sich Julia Post inzwischen für gequälte Pferde, Esel und Kamele in Kairo. Ende Februar möchte sie nach Ägypten fliegen, um gesammelte Spenden vor Ort zu überreichen.
„Ich liebe Tiere“, sagt Julia Post. Die Ihlowerin reitet gern. Im Urlaub suchte sie in Ägypten nach Ställen, um auch dort mal einen besonderen Ausritt durch die Wüste oder am Strand zu machen. Doch vor Ort fand sie nur Ställe mit abgemagerten Pferden, berichtet Julia Post im Gespräch mit der Redaktion. Diese schlechten Bedingungen wollte die Ihlowerin nicht akzeptieren. Sie wurde dann aber doch noch fündig. In Hurghada fand sie „Wolkes Horse Paradise“. Es ist ein Stall, den Lea Schmidt aus Meckenheim gegründet hat, um misshandelte Pferde aus kritischen Verhältnissen zu retten. Es ist also eine Art Gnadenhof für Pferde, Kamele, Esel. Denn genau diese Tierarten kommen häufig rund um die Pyramiden nahe Kairo zum Einsatz. Touristen können sich so den beschwerlichen Weg zu Fuß erleichtern, etwa mit einer Kutsche. Was dabei oft hinten runterfällt, sind die miserablen Bedingungen, unter denen die Tiere Qualen leiden, berichtet Julia Post.
Kein Wasser, kein Schatten, keine Ruhepausen
Die Tiere würden geschlagen, seien teilweise stundenlang in der Gluthitze des Sommers ohne Trinken unterwegs. Häufig seien die Tiere abgemagert, weil sie nicht genug zu essen bekommen. „Es gibt keinen Schatten, keine Ruhepausen“, sagt Julia Post. Das Problem sei, dass den Menschen, die die Tiere halten, oft gar nicht bewusst sei, was sie den Tieren antun. „Es liegt daran, dass Bildung und finanzielle Mittel fehlen“, sagt Julia Post. Die Menschen seien aber von dem Geschäft mit den Touristen abhängig.
Anfangs versuchte die Gründerin des Hofs in Hurghada, die Pferde freizukaufen, um sie auf ihrem Hof unterzubringen. Über Patenschaften konnten die Tiere versorgt werden. Auch Julia Post hat ihr Herz auf dem Hof an einen wunderschönen Wallach verloren: „Bahir“ stand mit anderthalb Jahren bereits vor einer Kutsche. Julia Post übernahm eine Patenschaft und kaufte den Wallach später. Jetzt kommt sie für seinen Lebensunterhalt auf.
Hilfe für Pferde, Esel und Kamele
Wer Julia Post in ihrem Engagement für gequälte Tiere in Ägypten unterstützen möchte, kann spenden. Möglich ist dies über https://www.gofundme.com/f/spende-fur-die-pyramidenpferde. Sachspenden können auch abgegeben werden. Bei Fragen können sich die Helfer gerne an Julia Post direkt unter Tel. (0174) 9325674 wenden.
Doch was ist mit den anderen Tieren? „Wir können nicht alle Pferde freikaufen“, sagt Julia Post. Deswegen haben die Ihlowerin und weitere Frauen aus ganz Deutschland sich jetzt zusammengetan. Sie sammeln Spenden. Von diesen sollen Materialien für die gequälten Tiere gekauft werden. Es geht um schonende Halfter, Gebisse, Tremsen, Fliegenmasken für entzündete Augen, Kutschengeschirre und medizinische Versorgungsgüter. So sollen die Tierhalter vor Ort ausgestattet werden, damit die Pferde und Esel weniger leiden. Auch eine Klinik vor Ort möchten die Frauen gründen. Dafür sei bereits ein Verein gegründet worden, um eine Klinik vor Ort aufbauen zu können. Denn viele Pferde seien so verletzt, dass sie medizinische Versorgung benötigen.
Geld und Sachspenden sammelt Julia Post jetzt ein. Über eine Spendenseite oder den direkten Kontakt, können Interessierte mithelfen. Ende Februar möchte sie dann nach Kairo fliegen, um die Spenden persönlich zu überreichen. Für die Reisekosten komme sie selbst auf, sagt Julia Post. „Die Spendeneinnahmen gehen zu hundert Prozent direkt an das Tierschutzprojekt“, betont die Ihlowerin.