ID.4 und ID.7 VW Emden legt Überstunden ein
Für VW Emden läuft‘s gerade gut: Bis zu den Weihnachtsferien muss eine Stunde länger gearbeitet werden. Für das nächste Jahr drückt der Werksleiter aber weiter aufs Tempo.
Emden - Die Spätschicht bei VW Emden muss bis zu den Weihnachtsferien täglich eine Stunde länger arbeiten. Der Grund: Die Mannschaft arbeitet – sozusagen im Schlussspurt – die übers Jahr aufgelaufenen Aufträge für die vollelektrischen Modelle ID.4, ID.7 und ID.7 Tourer ab. Das ist am Freitag bei einer Betriebsversammlung deutlich geworden.
Die Werksferien beginnen bei VW Emden in diesem Jahr am Freitag, 19. Dezember. Drei Wochen später, am Donnerstag, 8. Januar, geht es dann wieder weiter – bei normalen Arbeitszeiten in zwei Schichten. Aufgabe für das Jahr 2026 dürfte es sein, die Effizienz des Werkes zu erhöhen, also unter anderem die Arbeitskosten zu senken.
„Wir dürfen uns nicht ausruhen“
„2025 haben wir bereits viel geschafft – die gesamte Mannschaft hat eindrucksvoll gezeigt, was möglich ist, wenn wir gemeinsam an einem Ziel arbeiten“, wird Werksleiter Enno Fehse in einer Mitteilung von Volkswagen zitiert. „Dennoch dürfen wir uns nicht ausruhen. Wir müssen diesen Rückenwind und den Veränderungswillen ins kommende Jahr mitnehmen. Wir haben es selbst in der Hand und werden den Weg konsequent weitergehen.“ Fehse spielte damit auf die Fabrikkosten an, die bis Ende des Jahres drastisch gesenkt werden müssen. So will es eine Einigung zwischen Konzernführung und IG Metall, die den Erhalt der VW-Werke sichern soll. Ende nächsten Jahres wird dann entschieden, wo welche Autos gebaut werden – oder eben auch nicht.
Zu den Fabrikkosten gehört auch die Reduzierung der Personalkosten. „Wir arbeiten konsequent daran, eine nachhaltig wirtschaftliche Personalstruktur zu erreichen“, wird der Emder Personalchef Gerold Cramer in der Mitteilung zitiert. „Dazu nutzen wir weiter die bewährten Instrumente wie die Altersteilzeit und müssen gleichzeitig über Veränderungen und Versetzungen zwischen den Bereichen eine leistungsfähige Organisation formen.“ Das Ziel sei klar: „Emden langfristig stark aufzustellen – mit effizienten Strukturen und einer Mannschaft, die gemeinsam den Weg geht.“ Hintergrund: Die Zahl Arbeitsplätze bei der Volkswagen AG soll bis Ende 2030 um 35.000 reduziert werden; ein Drittel bis ein Viertel der Mitarbeiter sollen gehen. In Emden arbeiten etwa 8.000 Menschen.
„Arbeitsbelastung hat spürbar zugenommen“
Der Betriebsratschef zeigte sich dennoch optimistisch. „Unsere Belegschaftsbefragung hat eindrucksvoll bestätigt, dass die Emder Mannschaft verstanden hat, wofür es sich lohnt: nämlich den Erhalt des Emder Standortes“, wird Manfred Wulff zitiert. Die Befragung habe aber auch gezeigt, dass die Arbeitsbelastung in den vergangenen zwölf Monaten spürbar zugenommen habe. Außerdem wünschten sich die Kollegen eine stärkere Beteiligung in Themen, die direkt ihr Arbeitsumfeld betreffen würde.
Gemeinsam mit der Werksleitung freute sich der Betriebsrat über die Auszeichnung „Goldenes Lenkrad“ für den ID.7 GTX Tourer aus Emden. „Das Goldene Lenkrad ist die höchste Auszeichnung für alle Kollegen – und zeigt, wie leidenschaftlich wir in Ostfriesland hervorragende Autos bauen“, so Wulff.