Osnabrück Eröffnung in Sicht: Sie können im Osnabrücker „Zauberwürfel“ schon Zimmer buchen
Osnabrück blickt gespannt auf den „Zauberwürfel“ am Neumarkt. Wann wird die prominenteste Baustelle der Stadt endlich beendet? Investor Theodor Bergmann hat sich auf ein Datum festgelegt.
Das Ende der Bauarbeiten ist tatsächlich in Sicht: Der „Zauberwürfel“ in Osnabrück, an dem seit sechs Jahren gewerkelt wird, soll im März 2026 fertiggestellt sein. Investor Theodor Bergmann legt sich im Gespräch mit unserer Redaktion auf den Monat fest und zeigt auf sein Handy: Auf einer Buchungsplattform kann man schon Zimmer buchen für „Bergmann‘s – Das Hotel“.
Aktuell sieht es auf der Baustelle nicht so aus, als könnten hier bald Menschen übernachten. Eine Firma aus dem Münsterland ist dabei, die Lücken in der geklinkerten Fassade zu schließen. Wenn es das Wetter zulässt, sollen die letzten Klinker im Januar angebracht und ein paar Restarbeiten am Dach erledigt sein.
Solange wird das Gerüst noch gebraucht. Aber dann, endlich, soll das Haus seine stählerne Ummantelung ablegen und sich in ganzer Pracht präsentieren können. Und wenige Wochen später will Bergmann im neuen Hotel die ersten Gäste begrüßen.
Ja, Bergmann begrüßt die Gäste gewissermaßen selbst. Der (fast) 70-jährige Immobilienkaufmann hat sich entschieden, das dort geplante Hotel selbst zu betreiben. Ganz fremd ist ihm das Gewerbe nicht, ist er doch mit Boardinghouses seit Jahren erfolgreich auf dem Beherbergungsmarkt tätig.
„Bergmann‘s – das Hotel“ wird es heißen. Unter diesem Namen ist es auf der Buchungsplattform Booking.com schon zu finden. Wer will, kann jetzt Zimmer buchen. Frühester Termin: 16. Februar. Computergenerierte Bilder zeigen, wie Zimmer, Lobby und Restaurant aussehen werden.
Theodor Bergmann ist da noch etwas vorsichtiger und nennt den März als Eröffnungszeitpunkt. Weil es in den letzten Jahren schon so viele Fertigstellungsszenarien gegeben hat, fragen wir noch einmal nach. „Ja, März, ich lege mich fest“, versichert Bergmann.
Ein „Business-Doppelzimmer mit Zugang zum Fitnessbereich“ kostet zwischen 112 Euro und 134 Euro die Nacht. Bergmann beschreibt sein Hotel als „jung, frisch, modern“. Mit der Sterne-Verleihung tut er sich etwas schwer, ordnet das Haus dann aber doch zwischen „drei Sterne plus und vier Sterne minus“ ein.
Ein Hotel war im „Zauberwürfel“ von Anfang an geplant. Der Innenausbau ist weit fortgeschritten, ein Musterzimmer schon fertig. Auch einen Betreiber hatte Bergmann anfangs an der Hand. Der Vertrag war unterzeichnet, doch Bauverzögerungen und die Baupreisexplosion nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine machten die ursprüngliche Kalkulation zunichte.
Bergmann sagt, er habe schon 2023 darüber nachgedacht, den Hotelbetrieb in die eigene Hand zu nehmen. Als die Gespräche mit weiteren Hotelbetreibern nicht zum Ziel führten, entschloss er sich, den Schritt zu gehen. „Naja, man muss das in meinem Alter eigentlich nicht mehr haben, aber jetzt freue ich mich darauf.“
Auf der Dachterrasse, die einst als Frühstücksraum für das Hotel gedacht war, will Bergmann ein hochwertiges gastronomisches Angebot schaffen. Die Gäste sollen dort gutes Essen und einen Blick über die Stadt genießen. Den Betrieb des Restaurants will Bergmann einem Gastronomen überlassen.
Mit dem Start des Hotels im März sollen auch die Handelsflächen im Erdgeschoss und Souterrain vermietet sein. Bergmann hält sich noch bedeckt, weil keine Verträge unterschrieben sind. Qualitätsvoll sollen die Mieter sein, „kein Döner und kein Billigladen“, sagt der Immobilienmann. Und es sollen Anbieter sein, die es in Osnabrück bislang nicht gibt.
Ganz leicht ist die Mietersuche offenbar nicht. Am Gerüst hängt ein Transparent, das Flächen für Einzelhandel, Büro und Gastronomie offeriert. Die Vermarktung läuft über das Maklerunternehmen „SQM“ aus Münster.
Bergmann räumt ein, dass der derzeitige Zustand des Neumarktes eine Vermarktung nicht einfacher mache. Potenzielle Mieter wollten wissen, wann und wie sich das Umfeld zum Guten verändere. Immerhin kann Bergmann jetzt auf den Plan der Stadt verweisen: Die Neugestaltung des Neumarktes soll bis Ende 2029 abgeschlossen sein.