Neue Gebühren für Friedhof  Abschiednehmen wird in Ihlow teurer

| | 05.12.2025 10:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Leichenhalle in Ihlowerfehn ist eine von vier kommunalen Leichenhallen in der Gemeinde Ihlow. Foto: Christin Wetzel
Die Leichenhalle in Ihlowerfehn ist eine von vier kommunalen Leichenhallen in der Gemeinde Ihlow. Foto: Christin Wetzel
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Lange waren die Gebühren für Gräber und Co. unterdurchschnittlich auf dem Ihlower Friedhof. Nun wirds teurer. Damit nicht genug, eine andere Gebühr wird deutlich mehr Menschen betreffen.

Ihlow - Lange waren die Gebühren stabil, nun wird es deutlich teurer: Erstmals seit zehn Jahren möchte die Gemeinde Ihlow die Gebühren für den kommunalen Friedhof in Simonswolde anpassen. Erstmals dabei sind auch Nutzungsgebühren, die die Hinterbliebenen auch in anderen Ortschaften betreffen. Es geht darum, für Leichenhallen eine Nutzungsgebühr zu erheben. Das geht aus einer aktuellen Beschlussvorlage hervor. Die Politiker des Ausschusses für Haushalt, Finanzen und Personal sollen am 11. Dezember bei einer Sitzung darüber beraten.

Angesichts der Inflation, der generellen Preissteigerungen und der angespannten Haushaltslage sei eine Gebührenanpassung „unumgänglich“, schreibt die Verwaltung in der Beschlussvorlage. Zuletzt seien die Gebühren 2015 angepasst worden. Damals wurde die Bestattungsform „Memoriamgarten“ eingeführt. Mangels Nutzung sei dies Angebot jedoch bereits verschwunden. Schon deshalb müsste die Friedhofsgebührensatzung geändert werden. Die Ausgaben und Einnahmen seien außerdem bereits von der Prüfbehörde bemängelt worden. Ein Vergleich zu anderen Kommunen habe gezeigt: Auch mit der Erhöhung würde sich Ihlow dann im Durchschnitt der umliegenden Kommunen bewegen, heißt es weiter. Die nun vorgeschlagenen Gebühren stellten einen Kompromiss dar, „um die Bürger nicht durch zu große Preissteigerungen zu überfordern“, wird in der Beschlussvorlage aufgeführt.

Der Friedhof in Simonswolde ist in kommunaler Hand. Hier ein Bild aus dem Sommer 2024. Foto: Romuald Banik
Der Friedhof in Simonswolde ist in kommunaler Hand. Hier ein Bild aus dem Sommer 2024. Foto: Romuald Banik

Andere Bestattungsformen und neue Preise für Gräber

Der Vergleich zu den alten Gebühren lässt sich dabei nicht in allen Bereichen genau ziehen. Denn die Arten der Bestattungsformen wurden ebenfalls angepasst. So entfallen die Reihengrabstätten. Es gibt noch die Wahlgrabstätten, die für Verstorbene ab sechs Jahren statt bisher 200 Euro nun für 390 Euro vergeben werden. Neu dazugekommen, sind die Rasengrabstellen, die als Gemeinschaftsgrabstätten für Erdbestattungen ausgewiesen werden. Hier gibt es einen Beitrag in Höhe von 1600 Euro zu zahlen. Darin enthalten sind jedoch auch die Unterhaltskosten, die Grabbereitsstellung und die Kosten für eine Namenstafel an der Gedenkmauer. Damit entfällt bei dieser Bestattungsvariante auch der Pflegeaufwand, den sonst die Hinterbliebenen leisten müssen. Auch die Gebühren für Urnenbeisetzungen steigen. Statt bisher 125 Euro werden nun 250 Euro fällig.

Detailaufnahme von der Leichenhalle in Ihlowerfehn. Foto: Christin Wetzel
Detailaufnahme von der Leichenhalle in Ihlowerfehn. Foto: Christin Wetzel

Während die Gebührenordnung bisher nur den kommunalen Friedhof in Simonswolde betraf, wurden nun auch die von der Gemeinde betriebenen Leichenhallen näher aufgeführt. So wird erstmals für die Nutzung der vier kommunalen Leichenhallen jeweils ein Entgelt erhoben. Unabhängig davon, in welcher Form oder welcher Bereich der Leichenhalle genutzt werden, gelte die allgemeine Gebühr. 160 Euro werden je Nutzungsfall fällig. Das dürfte eine Vielzahl an Ihlowern treffen, denn die Leichenhallen werden unter anderem als Andachtsraum, Totenkammer, zur Aufbewahrung von verstorbenen Personen und für Trauerfeiern genutzt. In Ihlowerfehn, Westerende-Kirchloog, Riepe und Simonswolde befinden sich die Leichenhallen der Gemeinde Ihlow. Die Leichenhalle in Weene wird von der dortigen Kirchengemeinde bewirtschaftet.

Dabei bleibt es nicht bei den Gebühren, die die Gemeinde jetzt aufführt. Schrittweise sollen die Preise in einigen Fällen weiter angepasst werden. In zwei Jahren soll dann erneut über Gebührenerhöhungen abgestimmt werden. Nun muss aber erstmal die erste Runde abgesegnet werden. Das soll am kommenden Donnerstag, 11. Dezember, bei der Ausschusssitzung im Boßelheim in Ludwigsdorf (17 Uhr) beraten werden.

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