Osnabrück  Huntebrücke in Oldenburg wird repariert, aber vorher nochmal Vollsperrung

Martin Schmitz
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Von Martin Schmitz
| 04.12.2025 18:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
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Die Reparatur der Huntebrücke in Oldenburg geht in die entscheidende Phase. Für Bahnreisende auf der Linie Osnabrück–Oldenburg–Wilhelmshaven bedeutet das noch einmal vier Tage lang Zeitverlust durch Umsteigen in Busse.

Am Dienstag, 9. Dezember, soll die Huntebrücke in Oldenburg repariert sein und wieder voll für den Zugverkehr zur Verfügung stehen. Doch vorher liegt eine Vollsperrung an, die auch Folgen hat für die Züge der Nordwestbahn auf der Linie Osnabrück–Oldenburg–Wilhelmshaven.

Die Eisenbahnbrücke beim Oldenburger Hafen ist ein Nadelöhr für den Zugverkehr im westlichen Niedersachsen. Auf ihr rollen die Güterzüge von und zum Tiefwasserhafen Jadeport. Und etliche Personenzüge von und nach Oldenburg: Deutlich mehr als 100 Züge überqueren die zweigleisige Brücke täglich, die angehoben wird für Frachtschiffe, die den Hafen anlaufen.

Anfang November wurden Risse im Obergurt gefunden, dem Träger des 500 Tonnen schweren Gegengewichts, das zum Hebemechanismus der Brücke gehört. Seitdem fahren Züge nur noch auf einem Gleis und im langsamen Tempo über die Brücke.

Das führte zu Staus im Bahnverkehr und tagelangem Chaos, bis sich ein Notfahrplan eingespielt hatte. Die Nordwestbahn strich Züge zwischen Osnabrück und Oldenburg. Sie trifft der Brückenschaden dreifach: Die Linien RS 3 (Bremen–Oldenburg–Wilhelmshaven), RS 30 (Bremen–Oldenburg–Bad Zwischenahn) und RE 18 (Osnabrück–Oldenburg–Wilhelmshaven) sind allesamt auf dieses Nadelöhr angewiesen.

Nach einer knappen Woche konnte die Nordwestbahn wieder alle ihre Verbindungen zwischen Osnabrück und Wilhelmshaven bedienen, ein paar Minuten Verspätung wurden fast schon zur Regel. Die Deutsche Bahn begann damit, die 70 Jahre alte Brücke aufwendig abzustützen. Nun müssen noch zwei fünf Meter hohe und je eine Tonne schwere Träger am Obergurt ausgetauscht werden. Das geht aber nur mit einer Vollsperrung. Sie soll am Freitag, 5. Dezember, um 23 Uhr beginnen und bis Montag, 8. Dezember, 23 Uhr, dauern.

Die Nordwestbahn behilft sich damit, dass sie die Nachtzüge zwischen Osnabrück und Oldenburg in dieser Zeit durch Busse ersetzt, auch die nächtlichen Verbindungen Oldenburg–Cloppenburg. Ab dem frühen Morgen gibt es durchgehende Verbindungen zwischen Osnabrück und Wilhelmshaven. Dann pendeln Busse zwischen Sandkrug und Oldenburg für die Bahnpassagiere.

Doch das grundsätzliche Problem bleibt: eine 70 Jahre alte Brücke, die von immer mehr Zügen belastet wird, darunter die langen Güterzüge zum Jadeport. Weitere Schäden sind absehbar und Sperrungen für Reparaturen gab es bereits in den vergangenen Jahren schon. Unversehens finden sich der Fahrgastverband Pro Bahn und die Industrie- und Handelskammer Oldenburg Schulter an Schulter wieder: Beide machen Druck für einen Neubau.

Erste Reaktionen aus der Politik gibt es bereits. Ende November forderte Niedersachsens Verkehrsminister Grant Hen­drik Tonne (SPD) einen Neubau der Brücke. Die Weser-Ems-Gruppe der SPD-Fraktion im Landtag und Ministerpräsident Olaf Lies seien dafür, sagt er der Nordwest-Zeitung.

Die Deutsche Bahn sei grundsätzlich offen für einen Neubau, sagt ein Pressesprecher des Unternehmens dazu. Doch damit ist es lange nicht getan. Für die Finanzierung der neuen Brücke wäre der Bund zuständig, nicht das Land Niedersachsen. Martin Sturm ist skeptisch. Der Bund legt Wert darauf, dass die Deutsche Bahn die Mittel für solche Investitionen aus ihren Einnahmen selbst finanziert, sagt der Pro-Bahn-Sprecher aus Osnabrück.

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