Osnabrück Muss die Mindener Straße in Osnabrück wirklich voll gesperrt werden?
Im kommenden Jahr startet die Sanierung der Mindener Straße in Osnabrück. Sieben Jahre Bauzeit sind veranschlagt – samt Vollsperrung und langer Umleitung. Die Stadt sagt: Anders geht es nicht.
Ab Sommer 2026 wird die Mindener Straße in Osnabrück saniert und umgestaltet. Allein für den ersten Bauabschnitt soll die Hauptverkehrsachse für 20 Monate voll gesperrt werden – insgesamt erstreckt sich die Sanierung über voraussichtlich sieben Jahre. Im Stadtentwicklungsausschuss kam die Frage auf, die auch Anlieger und Unternehmen beschäftigt: Dauert das wirklich so lange, und muss die Straße dafür voll gesperrt werden?
Die schriftlichen Antworten der Stadtverwaltung liegen nun vor. Zusammengefasst auf beide Fragen lauten sie: ja.
Details der Maßnahme:
Bauabschnitte: In drei Bauabschnitten wird die Straße von Auf dem Winkel bis zur Schellenbergstraße auf einer Länge von knapp dreieinhalb Kilometern saniert. Die Stadtwerke erneuern Leitungen. Sieben Jahre sind dafür in Summe veranschlagt.
Der erste Bauabschnitt reicht vom Stadtweg/Burg Gretesch bis Auf dem Winkel. Im Sommer 2026 sollen die Bauarbeiten dort starten und bis voraussichtlich Februar 2028 dauern.
Die beiden anderen Bauabschnitte reichen von der Schellenbergstraße bis zur A33 und von der A33 bis Burg Gretesch. Wann diese beiden Bauabschnitte starten und enden, steht noch nicht konkret fest.
An sechs Tagen in der Woche soll an der Straße gearbeitet werden. Für die Baufirmen wurden „Beschleunigungsvergütungen“ ausgelobt.
Unterabschnitte: Der erste Bauabschnitt wird in fünf Unterabschnitte unterteilt. Es handelt sich folglich um eine Wanderbaustelle. So sollen die umliegenden Straßen, etwa Siemensstraße, Hasewinkel und Königsfeld, für Anlieger möglichst erreichbar bleiben.
Das wiederum kostet Zeit: Ohne die Einteilung in Unterabschnitte ließen sich die Bauarbeiten von 20 auf „vielleicht 15 Monate“ verkürzen, hatte Mike Bohne, Leiter des Fachbereichs Geodaten und Verkehrsanlagen, dem Stadtentwicklungsausschuss erklärt.
Kurzzeitige Sperrungen angrenzender Straßen seien aber nicht ausgeschlossen. Dann sollen „alternative Zufahrtsmöglichkeiten“ die Erreichbarkeit sicherstellen.
Keine halbseitige Sperrung möglich? Die Stadt habe durchaus eine halbseitige Sperrung geprüft, versichert die Verwaltung. Das Ergebnis: „Aufgrund der gültigen Regelungen der Arbeitsstättenrichtlinie sowie der Richtlinien für die Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen ist eine halbseitige Verkehrsführung unter Berücksichtigung der geforderten Sicherheitsabstände nicht zulässig.“
Ferner würden mehrere Arbeiten gleichzeitig durchgeführt, etwa neue Strom- und Gasleitungen, neue Hausanschlüsse, ein neuer Regenkanal, der überwiegend in der Straßenmitte verlaufen wird. Daher komme eine halbseitige Sperrung nicht in Frage.
Also braucht es Umleitungen.
Umleitung (Autos): Die Umleitung für Autos verläuft in beide Richtungen über die Darumer und Belmer Straße. Sie ist knapp zehn Kilometer lang – und damit rund acht Kilometer länger als der direkte Weg zwischen Umleitungsanfang und -ende (Darumer Straße – Burg Gretesch).
Umleitung (Lkw): Der Lkw-Verkehr wird über Natbergen und die A30 zur A33, Abfahrt Lüstringen, geführt – und umgekehrt. Die Umleitung für Autos sei für Lkw nicht geeignet, erklärt die Stadt.
Damit sind die Umleitungsstrecken recht lang. Die Stadt erklärt, das sei nötig. Schließlich müssten Umleitungen auch die zusätzlichen Verkehre aufnehmen können.
Umleitung Radverkehr: Auch der Radverkehr wird umgeleitet. Die Umleitungsstrecken variieren je nach Bauphase.
Für Fußgänger sind keine Umleitungen vorgesehen.
Rund 4,7 Millionen Euro kostet der erste Bauabschnitt. Allerdings hofft die Stadt auf eine Förderung über 1,8 Millionen Euro.