Duschen wird teurer  OOWV erhöht erneut die Wasserpreise

Martin Teschke
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Von Martin Teschke
| 04.12.2025 16:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die tägliche Dusche wird auch in Ostfriesland teurer und teurer. Foto: Annette Riedl/dpa/Archiv
Die tägliche Dusche wird auch in Ostfriesland teurer und teurer. Foto: Annette Riedl/dpa/Archiv
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Zurzeit wird bekanntlich alles teurer. Das betrifft nun auch die Gebühren des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands. Grund sind Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe.

Ostfriesland - Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) muss zum Jahresbeginn die Preise für Wasser erneut anheben. Gründe dafür sind notwendige Modernisierungen, längere Trockenperioden und steigende Anforderungen der Industrie. Das teilte der OOWV am Donnerstag mit.

Für private Verbraucher steigen die Kosten relativ moderat. Ab dem 1. Januar zahlen Kundinnen und Kunden für 1.000 Liter Trinkwasser 1,70 Euro inklusive Mehrwertsteuer und damit 14 Cent mehr als bisher, so der Beschluss des Wasserverbands. Für eine Person mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 125 Litern pro Tag – also rund 46 Kubikmetern pro Jahr – bedeute dies eine zusätzliche Belastung von etwa 6,44 Euro im Jahr. Auch der monatliche Grundpreis erhöhe sich leicht: Er steigt von 8,49 Euro auf 8,66 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Für einen Haushalt ergebe sich daraus eine Mehrbelastung von 2,04 Euro pro Jahr. Der OOWV, der in Ostfriesland hauptsächlich im Landkreis Aurich und in Emden aktiv ist, hatte die Preise erst vor einem Jahr anheben müssen. Konkret ergab sich damals eine Anhebung des Wasserpreises von 1,41 auf 1,56 Euro pro Kubikmeter (inklusive Mehrwertsteuer). Bei einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 125 Litern am Tag beziehungsweise rund 46 Kubikmetern pro Jahr war das laut OOWV eine Mehrbelastung von 6,90 Euro pro Person und Jahr. Der Grundpreis stieg damals zusätzlich von 7,63 auf 8,49 Euro monatlich, was einer Mehrbelastung von 10,32 Euro pro Jahr und Haushalt entsprach.

So begründet der OOWV die höheren Preise

Was sich über die Jahre gesehen sehr wohl zu einer Mehrbelastung addiert, hat mehrere wirtschaftliche Ursachen. „Die Sicherung einer verlässlichen Wasserversorgung erfordert vorausschauendes Handeln. Dafür sind erhebliche Investitionen notwendig“, sagte OOWV-Verbandsvorsteher Sven Ambrosy (Friesland, SPD) am Donnerstag nach einer Verbandsversammlung in Wardenburg. Ein Teil der bestehenden Infrastruktur sei in die Jahre gekommen und müsse erneuert oder modernisiert werden, um weiterhin verlässlich zu funktionieren. Das anhaltende Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum in Teilen des Verbandsgebiets sorge überdies für höheren Wasserbedarf.

Das ist allerdings noch nicht alles. „Auf Trockenperioden und veränderte Niederschlagsmuster müssen wir ebenfalls Antworten finden, um die verlässliche Wasserversorgung sicherzustellen“, sagte OOWV-Geschäftsführer Karsten Specht. Dazu zählten Projekte wie der Neubau des Speicherpumpwerks in Kneheim (Landkreis Cloppenburg) und die künftige rund 40 Kilometer lange Wassertransportleitung aus dem friesischen Sandelermöns nach Diekmannshausen im Landkreis Wesermarsch. „Hinzu kommt: Die Anforderungen an die Wasserwirtschaft sind gestiegen“, sagte Specht. Dazu zählten beispielsweise die Entwicklung von Brauchwasserkonzepten. Industriezweige, die viel Wasser benötigten, könnten für einige Prozesse aufbereitetes gereinigtes Abwasser aus Kläranlagen statt Trinkwasser nutzen und so die Ressource Grundwasser entlasten. Beispielhaft entstünden in Brake und Nordenham (Landkreis Wesermarsch) in diesen Monaten solche Brauchwasserwerke. Allein im Unternehmensbereich Wasserversorgung plant der OOWV Ausgaben in Höhe von 109 Millionen Euro.

So gewinnt der OOWV neue Kundschaft in der Region

Nachdem in diesem Jahr Emden ins Portfolio des OOWV aufgenommen worden war, folgt für nächstes Jahr die Insel Wangerooge im Landkreis Friesland – jedenfalls in Sachen Schmutzwasserbeseitigung. Bei der Schmutzwasserbeseitigung kalkuliert der OOWV 2026 nach eigenen Angaben mit Ausgaben in Höhe von 65 Millionen Euro und damit sieben Millionen Euro mehr als in diesem Jahr. Für die Gemeinden im Landkreis Aurich hat das auch finanzielle Folgen. Bei einigen wird es teurer, bei anderen günstiger. Hier die Übersicht:

  • In der Gemeinde Ihlow sinkt die Gebühr von 2,66 Euro/m³ auf 2,63 Euro/ m³. Für den oben genannten durchschnittlichen Wasserverbrauch (46 Kubikmeter pro Jahr pro Person) ergibt sich eine Entlastung von 1,38 Euro pro Person und Jahr.
  • In der Gemeinde Hinte sinkt die Gebühr von 4,32 Euro/m³ auf 4,11 Euro/m³. Für den oben genannten durchschnittlichen Wasserverbrauch (46 Kubikmeter pro Jahr pro Person) ergibt sich eine Entlastung von 9,66 Euro pro Person und Jahr.
  • In der Gemeinde Großheide sinkt die Gebühr von 6,85 Euro/m³ auf 5,65 Euro/m³. Für den oben genannten durchschnittlichen Wasserverbrauch (46 Kubikmeter pro Jahr pro Person) ergibt sich eine Entlastung von 55,20 Euro pro Person und Jahr.
  • In der Gemeinde Dornum sinkt die Gebühr von 5,61 Euro/m³ auf 4,99 Euro/ m³. Für den oben genannten durchschnittlichen Wasserverbrauch (46 Kubikmeter pro Jahr pro Person) ergibt sich eine Entlastung von 28,52 Euro pro Person und Jahr.
  • In der Gemeinde Baltrum steigt die Gebühr von 4,93 Euro/m³ auf 5,15 Euro/m³. Für den oben genannten durchschnittlichen Wasserverbrauch (46 Kubikmeter pro Jahr pro Person) ergibt sich eine Mehrbelastung von 10,12 Euro pro Person und Jahr.
  • In der Gemeinde Südbrookmerland steigt die Gebühr von 3,73 Euro/m³ auf 3,77 Euro/m³. Für den oben genannten durchschnittlichen Wasserverbrauch (46 Kubikmeter pro Jahr pro Person) ergibt sich eine Mehrbelastung von 1,84 Euro pro Person und Jahr.
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