Osnabrück  Hobbyfotograf Daniel Friehe aus Osnabrück misst sich mit Bildern aus aller Welt

Jil Liebschner
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Von Jil Liebschner
| 06.12.2025 17:43 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Landschaftsfotograf Daniel Friehe ist zum Fotografieren häufig in der Region Osnabrück unterwegs. Auch diese Aufnahme stammt aus dem Osnabrücker Land. Foto: Daniel Friehe
Landschaftsfotograf Daniel Friehe ist zum Fotografieren häufig in der Region Osnabrück unterwegs. Auch diese Aufnahme stammt aus dem Osnabrücker Land. Foto: Daniel Friehe
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Mit einem Foto aus dem Venner Moor tritt der Osnabrücker Fotograf Daniel Friehe nun gegen Aufnahmen aus aller Welt an. Trotz jahrelanger Fotografie-Erfahrung ist eine Wettbewerbsteilnahme Neuland für ihn. Um den perfekten Moment einzufangen, braucht es nämlich auch eine Portion Glück.

„Morgenlicht im wunderschönen Venner Moor“ so lautet der Titel des Fotos, mit dem sich Landschaftsfotograf Daniel Friehe beim Fotowettbewerb des Global Geopark Networks (GGN) zunächst im nationalen Vergleich durchsetzen konnte und welches nun in der internationalen Runde gegen Aufnahmen aus Geoparks weltweit antritt.

Seichte Nebelschwaden hängen in den frühen Morgenstunden über dem Venner Moor. Zwischen dichten Gräsern schlängelt sich ein schmaler Bach. Die ersten Lichtstrahlen des Tages lassen den Himmel in zarten Pastellfarben erscheinen und verleihen der Landschaft eine ruhige, beinahe mystische Atmosphäre. Daniel Friehes Wettbewerbsbild ist wie gemalt.

Sein Faible für Fotografie hat er von seinem Vater. Auch der hat früher viel fotografiert. Anfangs fotografierte Friehe alles, was ihm vor die Linse kam. Mit der Geburt seiner Kinder wurden diese dann zu seinen Hauptmotiven. Bei einem Besuch auf einer Fotografie-Messe 2017 entwickelte er dann seine Begeisterung für die Landschaftsfotografie.

Hauptberuflich hat er jedoch eine etwas andere Richtung eingeschlagen: Er ist als Ingenieur bei einem Automobilzulieferer tätig. Die Fotografie ist für den Familienvater aber ein wichtiger Ausgleich zum Alltag. Im vergangenen Jahr hat er sein Wissen gemeinsam mit einem Freund in mehreren Workshops an andere Hobbyfotografen weitergegeben.

Das Global Geopark Network ist offizieller Partner der UNESCO und vereint Geoparks aus aller Welt. Auch der Geopark TERRA.vita in der Region Osnabrück zählt zu den Mitgliedern des Verbundes. Er erstreckt sich über den Teutoburger Wald, das Wiehengebirge sowie die Ankumer Höhe. Zum 20-jährigen Bestehen des Netzwerks wurden 2024 eine Reihe von Wettbewerben ausgerufen. Darunter auch ein Fotowettbewerb.

Die Teilnahmebedingungen waren einfach. Die einzige Bedingung: Das Bild musste aus einem UNESCO-Geopark stammen. Dies kam Friehe gut gelegen. Aufgewachsen in Ostercappeln, lag das Venner Moor quasi direkt vor seiner Haustür. Zum Fotografieren war er dort also schon oft unterwegs. Ein Blick in seine Fotosammlung genügte und er entschied sich kurzerhand dazu, eines seiner Fotos aus dem Venner Moor einzureichen.

Mehr als ein Jahr ist mittlerweile vergangen, seit Friehe dem Wettbewerbsaufruf des Geoparks TERRA.vita gefolgt ist. Anfang des Jahres konnte sein Foto bereits auf regionaler und nationaler Ebene begeistern. Eine Mail, die er zunächst fast als Spam aussortierte, brachte Anfang November dann die überraschende Nachricht: Seine Aufnahme tritt nun in der internationalen Wettbewerbsrunde für den UNESCO-Geopark TERRA.vita gegen Beiträge aus aller Welt an. Daniel Friehe ist schon ganz gespannt, wie es für ihn ausgeht.

Doch was ist eigentlich das Erfolgsrezept für ein gutes Foto? Eine schöne Landschaft alleine reiche nicht aus. „Auch die Bedingungen müssen stimmen“, so der Hobbyfotograf aus Osnabrück. Wie steht die Sonne? Wie fällt das Licht? Wo bilden sich Schatten? All diese Faktoren sind relevant, um ein gutes Foto zu schießen. An einem Morgen im Frühjahr 2020 war das Glück wohl auf seiner Seite. Aufgenommen hat Daniel Friehe das Foto, mit dem er jetzt international antritt, früh am Morgen während des Corona Lockdowns. Zu dieser Zeit war er fast jeden Tag im Venner Moor unterwegs. Bei der Fotografie sei das nämlich so: Man ist viele Male an genau der gleichen Stelle und „einmal hat man Glück“.

Viele seiner Aufnahmen stammen aus der Region Osnabrück. Aber auch andere Landschaften schaffen es vor seine Linse. So ist er mit seiner Kamera manchmal im Naturpark Kellerwald oder in den Niederlanden unterwegs und fotografierte auch schon im Elbsandsteingebirge. Besonders angetan hat es ihm aber die Landschaft in Island. Bislang unternahm er zwei Fotoreisen auf die Insel. Durch Familie und Job seien solche Reisen jedoch eher eine Ausnahme, gibt er zu.

Schöne Landschaften gewinnen besonders durch soziale Medien schnell an Popularität. Immer mehr Touristen reisen an Orte, die sie zuvor online gesehen haben. Oft mit dem Ziel, dort das perfekte Foto zu schießen und anschließend im Netz zu teilen.

Daniel Friehe blickt mit einem kritischen Auge auf diese Entwicklung. Zwar nutzt der Hobbyfotograf selbst auch soziale Netzwerke wie Instagram zur Inspiration, an populären Fotohotspots trifft man ihn dennoch eher selten an.

Er berichtet darüber, dass „Overtourism“ (Übertourismus) an vielen Schauplätzen der Natur zu einem großen Problem geworden sei. Besonders die Natur leide unter den Touristenmassen und dem teilweise rücksichtslosem Verhalten der Besucher. Gerade deshalb sei er selbst kein Fan davon, die genauen Orte seiner Aufnahmen zu verraten. Dies sei unter Landschaftsfotografen ohnehin ein unausgesprochenes Gesetz.

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