Osnabrück VfL Osnabrück: Vier Kandidaten für eine Position – wer ersetzt Jannik Müller?
Der VfL Osnabrück muss im Heimspiel gegen Wehen Wiesbaden auf Kapitän Jannik Müller verzichten, der bei der 1:4-Niederlage in Verl seine fünfte Gelbe Karte sah. Vier Spieler stehen als Ersatz zur Auswahl – und ein Favorit kristallisiert sich heraus.
Sechs Spiele hatte Jannik Müller es geschafft, die Sperre zu vermeiden. Seit dem neunten Spieltag und dem 2:0-Sieg gegen Jahn Regensburg hatte der Kapitän des VfL Osnabrück vier Gelbe Karten auf dem Konto. Nun, am vergangenen Sonntag beim 1:4 in Verl, sah der 31-Jährige für ein durchaus hartes Foul an Joshua Eze die fünfte Verwarnung – und ist damit für das Heimspiel am Samstag (14.00 Uhr) gegen den SV Wehen Wiesbaden gesperrt.
Bislang verpasste der Abwehrchef, der seit seinem Transfer im Winter konstant auf höchstem Drittliga-Level agiert und clever Regie führt, nur ein paar wenige Spielminuten, als er beim 1:0-Sieg gegen Ingolstadt leicht angeschlagen kurz vor dem Abpfiff ausgewechselt wurde. Nun wird er erstmals nicht in der Startelf von Trainer Timo Schultz stehen. Vier Kandidaten gibt es für die Rolle als Ersatzmann im Zentrum der Dreierkette.
Der Sommerneuzugang von Blau-Weiß Lohne ist der Favorit für den Startelfeinsatz am Samstag. Janotta kennt die Position in der Abwehrmitte aus seiner Zeit beim Regionalligisten gut – beim VfL durfte er sie bislang allerdings noch nicht spielen. In seinen drei Startelfeinsätzen vom 8. bis zum 10. Spieltag half er für den damals erkrankten Robin Fabinski auf der rechten Halbposition aus. Dort hinterließ der 1,96-Meter-Mann aber einen starken Eindruck.
Als kopfballstarker und zuverlässiger Verteidiger mit souveräner Zweikampfführung präsentierte sich Janotta und hat sich damit durchaus auch für weitere Einsätze empfohlen – wenn die aktuell etablierte Abwehr aus Müller, Fabinski und Niklas Wiemann bislang nicht so gut funktioniert hätte.
Janotta wäre der „Eins-zu-eins-Ersatz“ für Müller, sagte Schultz am Mittwoch nach der ersten spielvorbereitenden Trainingseinheit der Woche und betonte die Vorzüge, die diese Variante böte: „Wenn wir Theo zusätzlich zu Bjarke Jacobsen im Mittelfeld reinbringen, hätten wir noch mehr Präsenz in der Luft. Das könnte wichtig sein, weil Wiesbaden auch mit viel Wucht kommt und gute Standards schlägt.“
Etwas unglücklich verläuft die Saison bislang für das Eigengewächs. Zwar durfte Karademir, der vor allem in der vergangenen Rückserie auch ein Garant für den Klassenerhalt war, immerhin neunmal starten. Im Gesamteindruck hinterließ er von allen Innenverteidigern aber den unbeständigsten Eindruck. Seinen letzten Einsatz hatte er beim 0:4 gegen Hoffenheim II. Danach fehlte er sogar einmal im Kader – und blieb zuletzt viermal über 90 Minuten auf der Bank.
„Er war zum Start der Saison gesetzt, aber wir haben eben einen Konkurrenzkampf. So ärgerlich das jetzt für ihn in den letzten Wochen war: Es liegt an ihm, sich im Training zu zeigen und dann im richtigen Moment auch da zu sein“, sagte Schultz über Karademirs Situation. „Er bietet sich an, ich weiß, dass ich mich auf ihn verlassen kann. Aber das war bislang in der Saison eigentlich auch bei allen anderen Abwehrspielern der Fall.“
Karademir gilt eher als Mann für die Halbverteidigerpositionen, hat aber unter Schultz’ Vorgänger Marco Antwerpen auch schon im Zentrum verteidigt. Sollte Schultz sich nun für ihn entscheiden, könnten auch Fabinski oder Wiemann Müllers Rolle in der Mitte einnehmen, womöglich etwas viel des Umbaus. Dass der Trainer Karademir den Vorzug gibt, scheint unwahrscheinlich.
Der Däne ist seit Saisonbeginn einer der wichtigsten Spieler für den VfL – als Anker im Mittelfeldzentrum und Kopfballspezialist, offensiv wie defensiv. Geholt wurde Jacobsen einerseits genau dafür, andererseits aber auch als mögliche Option im Abwehrzentrum, wo er beim kommenden Gegner und seinem alten Arbeitgeber Wehen Wiesbaden auch gelegentlich auftauchte.
Für den VfL spielte der 32-Jährige in einem Pflichtspiel dort bislang nicht, zuletzt füllte er diese Rolle aber bereits in mehreren Testspielen, unter anderem gegen die Sportfreunde Lotte (2:2), aus und machte seine Sache gut. Zöge Schultz Jacobsen nach hinten, würde er sich allerdings eine Baustelle im Mittelfeld aufmachen – und dort womöglich wichtige Qualitäten in Sachen Lufthoheit und Übersicht verlieren. Diese Variante ist entsprechend nicht ausgeschlossen, aber auch nicht sehr wahrscheinlich.
Für den Altmeister gilt Ähnliches wie für Jacobsen. Tesche ist eigentlich im Mittelfeldzentrum zu Hause, hat in Testspielen aber auch gelegentlich schon eine Reihe weiter hinten agiert. Der 38-Jährige besitzt aber ohnehin nur sehr begrenzte Außenseiterchancen: Seit dem 6. Spieltag stand er nicht mehr im Spieltagskader des VfL, zwei Einsatzminuten (beim 2:0 gegen Havelse) sammelte er bislang nur.