Umbaupläne in Westerende  Warum beim Sportverein die Klos für Streit sorgen

| | 02.12.2025 17:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der TuS Westerende ist in der jüngsten Vergangenheit gewachsen. Gleichzeitig sorgt das für Platzprobleme. Foto: Romuald Banik
Der TuS Westerende ist in der jüngsten Vergangenheit gewachsen. Gleichzeitig sorgt das für Platzprobleme. Foto: Romuald Banik
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Der TuS Westerende benötigt Platz für neue Umkleiden und Toiletten. Doch der aktuelle Umbauvorschlag sorgt bei einigen Mitgliedern für Empörung.

Ihlow - Wo gehören im Sportverein die Umkleiden und Toiletten hin? In Westerende-Kirchloog sorgt diese Frage in Kombination mit einem Platzproblem nun für Streit. Der TuS Westerende wünscht sich für einen Umbau finanzielle Unterstützung von der Gemeinde. Die Pläne wurden Mitte November im Ausschuss für Jugend, Bildung, Sport und Soziales vorgestellt. Doch nach dem Bericht meldete sich die Tennissparte bei der Redaktion. Die Mitglieder fühlen sich vom Verein vor die Tür gesetzt. Was ist passiert?

Konkret geht es derzeit um einen Umbau. Der Verein benötigt Umkleideräume und Toiletten. Schon vor einem Jahr wurden Pläne dafür im Ausschuss vorgestellt. Erst war noch eine Containerlösung angedacht. Die sei aber laut Beschlussvorlage verworfen worden. Der aktuelle Plan sehe vor, den an die Schule grenzenden Gebäudeteil, in dem das Tennisheim ist, umzubauen. Verwaltung und Verein seien sich einig, heißt es dazu in der Beschlussvorlage. 300.000 Euro Kosten wurden von der Gemeindeverwaltung geschätzt. Allerdings müsse der Verein erst noch ein Finanzierungskonzept ausarbeiten, bevor die Gemeindepolitik über mögliche Zuschüsse zu dem Vorhaben beschließen kann.

Das ist die Sicht der Tennissparte

Die Tennissparte fühlt sich bei dem Vorhaben ausgeschlossen, wie Uwe Homeier gegenüber der Redaktion berichtet. Und die Tennisspieler fühlen sich nicht zum ersten Mal übergangen. „Schon vor 25 Jahren wurden wir bei dem Fußballerheim rausgeschmissen“, sagt Homeier. Das aktuelle Tennisheim, das jetzt zur Disposition stehe, habe die Sparte vor 25 Jahren in viel Eigenleistung zum Vereinsheim umgebaut. Der Umbau würde bedeuten, dass die Tennissparte sich künftig einen Raum mit den Dartsspielern teilen müsste. Der Schlüssel dafür solle dann jedes Mal in Rahe abgeholt werden, so Homeier. Von den Plänen sei die Tennissparte überrascht worden. Bei der Jahreshauptversammlung seien die Vereinsmitglieder vom Vorstand „vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Der Vorschlag, den aktuellen Umkleideraum so umzubauen, um dort vorhandenen Platz zu nutzen, sei auf „taube Ohren gestoßen“, sagt Homeier. Zur Tennissparte gehören 35 Mitglieder des TuS Westerende. Ihm sei klar, dass die Sparte vergleichsweise klein sei. Dennoch wollen die Tennisspieler einmal auf ihre Lage öffentlich hinweisen.

Es ist jedoch noch nicht das letzte Wort gesprochen: Die Gemeindeverwaltung werde auf Grundlage der Ausschussempfehlung jetzt an dem Projekt weiterarbeiten und es gegebenenfalls modifizieren, wenn es gute Gründe dafür gebe, reagiert dazu Bürgermeister Arno Ulrichs auf Nachfrage. Die Gemeindeverwaltung gehe davon aus, dass der Verein einen, mit allen Beteiligten abgestimmten, Vorschlag vorlegte. Bislang sei der TuS Westerende in der Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern im Rathaus ein zuverlässiger Partner gewesen.

So reagiert der Vereinsvorstand

Der Vereinsvorstand reagiert zu den Vorwürfen der Tennissparte. „Wir nehmen die uns bekannten Rückmeldungen aus der Tennissparte ernst“, schreiben der erste Vorsitzende Christopher Hoffmann und der zweite Vorsitzende Kai Jürgens auf Nachfrage. Gemeinsam werde nach Lösungen gesucht. Die aktuell vorgestellte Variante sei nur ein Zwischenergebnis. Dieses werde noch weiter abgestimmt. „Uns ist wichtig klarzustellen, dass Gespräche zu möglichen räumlichen Anpassungen frühzeitig innerhalb des erweiterten Vorstands beziehungsweise mit den Spartenverantwortlichen thematisiert wurden. Die Tennissparte ist über die Prüfung von Umstrukturierungen informiert“, heißt es in der Stellungnahme des Vorstands. Die Rückmeldungen aus der Tennissparte nehme der Vorstand ernst. Gemeinsam wollen die Vorsitzenden nach Lösungen suchen, die die Bedürfnisse aller Sparten berücksichtigen. Der Verein beschäftige sich bereits seit längerer Zeit mit der Frage nach weiteren Kapazitäten für Umkleiden. Grund dafür seien steigende Mitgliederzahlen und das wachsende Sportangebot.

Es wird also noch weiter geplant und diskutiert. Eine Entscheidung zur finanziellen Unterstützung seitens der Gemeinde werde es erst geben, wenn ein von allen Seiten akzeptierter und machbarer Vorschlag vorliege, so der Bürgermeister.

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